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...sind in der Rubrik "Warum aktiv beim LBV mitarbeiten" verfügbar. Dort berichten Aktive aus der Kreis- und der Ortsgruppe Aschaffenburg über ihre Tätigkeiten beim LBV und darüber, was sie antreibt. Schaut doch mal rein!


Von Äpfeln, Steinkäuzen und Bienen

Leuchtende Kinderaugen am LBV-Glücksrad
Leuchtende Kinderaugen am LBV-Glücksrad
Immer wieder beliebt: die Stockbrot-Feuerstelle der Aschaffenburger LBV-Ortsgruppe
Immer wieder beliebt: die Stockbrot-Feuerstelle der Aschaffenburger LBV-Ortsgruppe

Ein Highlight im Jahr - der Apfelmarkt, der dieses Jahr am 08. Oktober in Aschaffenburg stattfand. Bereits früh am Morgen werden große Mengen an Äpfeln herbeigefahren - zum Pressen, für die Apfelsorten-Ausstellung oder zu anderweitiger Verarbeitung. Der Apfel steht dabei für regionalen Obstanbau, für Naturschutz und Landschaftspflege. Gerade am Untermain sind die großen Streuobstbestände nicht nur landschaftsprägend, sondern auch Lebensraum von vielen teils seltenen Tier- und Pflanzenarten wie dem Steinkauz.

Dieser ist als Exponat am LBV-Stand zu bestaunen und zieht kleine und große Besucher an, verbunden mit Fragen wie „Ist der wirklich so klein?“ oder „Den gibt es hier bei uns?“. Allerdings! Der 22 cm große Kauz steht auf der Roten Liste als stark gefährdete Tierart; am Untermain befindet sich die wichtigste Population Bayerns. Neben Informationen zum LBV und der Arbeit vor Ort gibt es am Stand auch ein ratterndes Glücksrad - sehr beliebt bei Kindern. Einmal gedreht, können hier Fragen zu Tieren und Streuobst beantwortet werden - mit der Aussicht auf ein Honigbonbon. Denn: Honig kommt von den Bienen, und ohne die Bienen gibt es auch keine Äpfel.

Neben dem Infostand der Kreisgruppe Aschaffenburg steht der LBVler Daniel Feldmann an einem „Aschaffenburg summt“-Stand. Er ist der Koordinator des Projekts, das sich für Bestäuberinsekten und Blühflächen in der Stadt Aschaffenburg einsetzt. Am Stand informiert Daniel über den Wert von Wild- und Honigbienen und hält in der VHS einen Vortrag über blühende Gärten und Landschaften als Lebensräume für Bienen, Hummeln und Co.. Danach gibt es noch einen Ausflug auf das Dach des Martinushauses, auf dem bereits die ersten Bienenstöcke stehen.

Auch die Ortsgruppe des LBV AB ist dabei - bereits seit dem allerersten Apfelmarkt bieten sie in gemütlicher Runde Stockbrot über einer Feuerstelle an - sehr lecker, nicht nur zum selbstgemachten Apfelgelee. Die Stimmung ist gut, viele Aktive aus der Ortsgruppe helfen an den Ständen des LBVs oder von Aschaffenburg summt - z.B. an der Buttonmaschine, mit der jeder Buttons zum Anstecken erstellen kann.

Es ist ein wunderbarer Tag mit vielen Besuchern, netten Gesprächen und leuchtenden Kinderaugen. Viele Kinder kennen sich zum Thema Natur schon gut aus, oft auch durch Umweltbildungsveranstaltungen im Kleinostheimer LBV-Naturerlebnisgarten. So wird es durch den Einsatz von vielen Naturfreunden auch in den kommenenden Jahrzehnten noch Bienen geben, Äpfel und die Streuobstwiesen.

 

Oktober 2017

Bilder: Meike Kempermann und Klaus Heller, Text: Judith Henkel

Daniel Feldmann bei den Bienen auf dem Dach des Martinushauses
Daniel Feldmann bei den Bienen auf dem Dach des Martinushauses
Unser LBV-Infostand mit Biber und Steinkauz
Unser LBV-Infostand mit Biber und Steinkauz

Spende der Angler für Gebäudebrüter-Projekt

Bei der Spendenübergabe: Maria Quittek vom Umweltamt, die 2. Vorsitzende Ellen Kalkbrenner, der Projektleiter Klaus Heller und Achim Zega vom ASV Obernau
Bei der Spendenübergabe: Maria Quittek vom Umweltamt, die 2. Vorsitzende Ellen Kalkbrenner, der Projektleiter Klaus Heller und Achim Zega vom ASV Obernau

Jedes Jahr spendet die Arbeitsgemeinschaft der städtischen Angelvereine im Rahmen der Stadtmeisterschaft der Sportangler 400 € für die Un­te­re Na­tur­schutz­be­hör­de, die daraufhin für ein bestimmtes Naturschutzprojekt eingesetzt werden.

In diesem Jahr geht die Spende an das neue Gebäudebrüterprojekt der LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg. Am 04. Oktober nehmen der Projektleiter Klaus Heller, die 2. Vorsitzende Ellen Kalkbrenner die Spende im Beisein von Maria Quittek vom Umweltamt Aschaffenburg dankbar entgegen. Überreicht wurde sie von Achim Zega, dem Vorsitzenden des ASV Obernau, der dieses Jahr die Stadtmeisterschaft durchführte.

Die Spende wird nun für den Schutz und die Wiederansiedlung von Gebäudebrütern in der Stadt Aschaffenburg eingesetzt, beispielsweise für Mauerseglernistkästen oder für Kotbretter unter Schwalbenkästen, damit die kleinen Mitbewohner die Fassade nicht verschmutzen und so auch weiterhin willkommen sind. Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung!

Im Rahmen des Projekts werden im kommenden Jahr auch Gebäudebrüter im Stadtgebiet kartiert, um ihre Nistplätze zu kennen und damit auch sichern zu können.

 

Oktober 2017

Foto: Klaus Heller, Text: Judith Henkel


Infostand der LBV-Kreisgruppe in Aschaffenburg

Ein herzliches Willkommen am LBV-Stand
Ein herzliches Willkommen am LBV-Stand
Mit Flyern, Prospekten und Sonnenschein ein gelungener Tag
Mit Flyern, Prospekten und Sonnenschein ein gelungener Tag

Der Name "Landesbund für Vogelschutz" kann ganz schön verwirrend sein, da wir ja bei Weitem nicht nur Vogelschutz betreiben. An einem Infostand an der Aschaffenburger City-Galerie haben wir am Samstag, den 30. September, darüber informiert, was wir sonst noch so alles machen, welche Veranstaltungen und Projekte es bei uns gibt und wie man sich bei uns einbringen kann.

Dabei entstehen gute Gespräche: mit naturverbundenen Einkäufern, interessierten Spaziergängern und Menschen, die sich bereits im Alltag für die Umwelt einsetzen. Manch einer berichtet über die diesjährige Mauerseglerpopulation und möchte sich bei unserem neuen Projekt zum Thema "Gebäudebrüter" engagieren. Andere sind besorgt über den Insektenrückgang und freuen sich über die Initiative "Aschaffenburg summt", die federführend von Daniel Feldmann vom LBV geleitet wird und sich für die Bestäuberinsekten und eine blühende Stadt einsetzt.

Es entstehen auch fachliche Gespräche, beispielsweise über den Usutu-Virus, der bei Amseln zum Tod führen kann. Und viele sind überrascht, bei uns so verschiedene Themen vorzufinden: Streuobst, Biber, Fledermäuse, Wolf, lebendige Bäche, Botanik, Flächenpflege und weitere Arbeitsbereiche gibt es hier. Denn so bunt und verschieden die Natur sich präsentiert, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die sie lieben und schützen möchten. So möchten einige gerne Hand anlegen und zu dieser Truppe dazustoßen, was uns natürlich sehr freut. Jeder Interessierte hat bisher einen passenden Bereich gefunden, in dem er oder sie sich mit Freude und nach eigener Verfügbarkeit aktiv beteiligt.

Am 21. Oktober gibt es noch einmal einen Infostand in Aschaffenburg, diesmal in der Herstallgasse. Auch hier ist wieder jeder herzlich willkommen, ob nun zu einem netten Gespräch, bei Fragen und Anmerkungen oder einfach nur für ein paar Infos über den Verband und unsere Tätigkeiten.

 

Oktober 2017

Bilder: Ellen Kalkbrenner und Judith Henkel, Text: Judith Henkel


Exkursion und Vortrag zu essbaren Pilzen

Der Referent Dr. Bsonek erklärt die Unterscheidungsmerkmale verschiedener Pilze
Der Referent Dr. Bsonek erklärt die Unterscheidungsmerkmale verschiedener Pilze
Im Anschluss werden theoretische Grundlagen präsentiert
Im Anschluss werden theoretische Grundlagen präsentiert

Pilzsuche - für viele Menschen ist der Herbst ideal dafür. Es macht Spaß und ist etwas abenteuerlich, mit Korb im Wald auf die Suche zu gehen. Doch welche Pilze sind wirklich essbar und wie kann man sie von ungenießbaren Exemplaren unterscheiden?

Licht ins Dunkel bringt am 30. September der Pilzkenner Dr. Bsonek von der deutschen Gesellschaft der Mykologie. Kompetent und lustig begeistert er mit viel Fachwissen 20 interessierte Pilzfreunde. Dabei zeigt er zunächst einige Pilze, die er am Tag zuvor gepflückt hat, und bespricht ihre Merkmale. Anschließend folgt eine richtige Pilzsuche: zwei Stunden marschiert die Gruppe durch den Alzenauer Wald, und es gibt viele Aha-Momente. Es überrascht die Gruppe, wie viele gefährliche Pilze es gibt: Sehr viele "Doppelgänger" sind dabei, die leicht mit essbaren Pilzen verwechselt werden können. Deshalb sollte sich jeder Schatzsucher gründlich informieren, bevor er oder sie loszieht, um Beute zu machen.

Nach dem praktischen Teil an der frischen Luft folgt eine spannende Präsentation in der LBV-Umweltstation in Kleinostheim. Hier erzählt Herr Dr. Bsonek etwas über die wichtigsten Pilzgifte und Giftsyndrome. Außerdem gibt er noch wichtige Tipps zum Sammeln und Verarbeiten der wilden Leckereien, informiert über gesetzliche Grundlagen des Naturschutzes und über das Thema "Pilze und Umweltbelastung".

Am Ende sind alle sehr zufrieden und gehen nun mir sehr viel mehr Wissen und Sicherheit zur Pilzsuche ins Grüne bzw. ins Bunte, zu den Pilzen, die unter farbigen Baumkronen leise wachsen.

 

Oktober 2017

Bilder: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Drachensteigerfest fällt aus!

Leider muss das Drachensteigerfest, das für den kommenden Sonntag, den 24.09. in Blankenbach geplant war, ausfallen!


Naturfotoworkshop im Spätsommer

Mit der Kamera unterwegs: Selbst kleinste Motive finden Beachtung
Mit der Kamera unterwegs: Selbst kleinste Motive finden Beachtung
Die Teilnehmer des Workshops mit dem Naturfotograf Björn Reibert (2. von rechts)
Die Teilnehmer des Workshops mit dem Naturfotograf Björn Reibert (2. von rechts)

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, das erste goldene Herbstlicht bietet dabei viele schöne Momente für Naturaufnahmen. Dies nutzten auch die sieben Teilnehmer des Workshops von Naturfotograf Björn Reibert. Am 02. September starten sie morgens gemeinsam mit einem Theorieteil, danach folgt die Praxis im LBV-Naturerlebnisgarten in Kleinostheim.

Alle sind sehr aktiv und interessiert, Björn kann viele Fragen beantworten und Lösungen anbieten.

Motive finden sich im Garten zur Genüge, von Blumen über Eidechsen bis zum Highlight des Tages, einer Wespenspinne. "War echt eine super Truppe", freut sich Björn. Nun werden sicher auch in den kommenden Wochen viele Stunden in der Natur von den Teilnehmern festgehalten. Und können so dazu beitragen, andere für unsere Natur zu begeistern.

 

September 2017

Fotos: Andrea Kammer, Text: Judith Henkel


Zusammenleben von Pflanzen, Tieren und Pilzen

Ameisen melken Blattläuse - und beschützen sie dafür vor Feinden
Ameisen melken Blattläuse - und beschützen sie dafür vor Feinden
Die Sommerwurz "stiehlt" anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe
Die Sommerwurz "stiehlt" anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe

Gegenseitige Unterstützung, Abhängigkeit, Ausbeutung … bei diesen Begriffen denken die Wenigsten an die Natur. Und doch ist dort alles vorhanden - komplexe Beziehungen existieren in der Luft und im Boden. Eine Gruppe von Naturfreunden trifft sich für eine LBV-Führung am 03. September in Goldbach, um mehr über die Verflechtungen zu erfahren, die Pflanzen, Tiere und Pilze verbinden.
Einen festen Zusammenhalt haben beispielsweise die Pflanzen, die durch ein Pilzgeflecht im Boden (Mykorrhiza genannt) über ihre Wurzeln miteinander verbunden sind. So können sie Informationen austauschen. Bei Gefahr, wie sie von blattfressenden Käfern ausgeht, senden sie chemische Signalstoffe an die Pflanzen in der Umgebung, um sie zu warnen. Daraufhin produzieren die Pflanzen Abwehrstoffe, damit den Insekten das Blattwerk nicht mehr schmeckt. Kommunikation erfolgt außerdem mit Duftbotschaften über die Luft.

Eine Symbiose, also das Zusammenleben verschiedenartiger Lebewesen, von dem beide Seiten profitieren, existiert in Form von Flechten überall auf Bäumen, Felsen oder Mauern. Eine Flechte besteht meist aus einem Pilz und einer Alge: Der Pilz bildet den Körper der Flechte, die Alge betreibt Photosynthese. In vielen Farben leuchten sie von Baumrinden und Ästen und zeigen gute Luftqualität an.

Bei dem Spaziergang in Goldbach geht es auch um Tiere, beispielsweise die Ameisen. Vielen ist bereits bekannt, dass sie Blattläuse melken: Die Blattläuse geben Honigtau ab, ein Abfallstoff aus Pflanzensäften, wenn die Ameisen sie mit ihren Fühlern „betrillern“. Als Gegenleistung beschützen diese die Blattläuse vor Feinden wie Marienkäfern.

Auch Parasitismus lässt sich in der Natur häufig beobachten: Die Misteln, die auf Bäumen leben und an Weihnachten beliebt sind, sind „Halbparasiten“, da sie selbst Photosynthese betreiben. Sie dringen in den Ast ihres Wirtsbaums ein und zapfen dessen Leitungsbahnen an.
Ein „Vollparasit“ ist die Sommerwurz, von der ein Exemplar des Frankfurter Botanischen Gartens bestaunt werden kann. Ihre Wurzel dringt in die Wurzel eines geeigneten Wirts ein und entziehen ihm Wasser und Nährstoffe.

Viele weitere Beispiele lassen sich am Wegesrand beobachten und dank des vielschichtigen Zusammenlebens in der Natur ließen sich damit Wochen und Monate füllen. Zu guter Letzt sind sich die Teilnehmer einig, dass die Menschen ebenso abhängig von den Pflanzen sind wie viele Tiere und Pilze - sie sorgen für Sauerstoff, für Nahrung und nicht zuletzt erfreuen sie das Herz.

 

September 2017

Text: Judith Henkel

Fotos: Pixabay


Mithilfe erwünscht!

Ameisen sind ein faszinierendes Beispiel dafür, was durch die Mithilfe Vieler erreicht werden kann - wie klein sie auch sein mögen. (Foto: Andrea Kammer)
Ameisen sind ein faszinierendes Beispiel dafür, was durch die Mithilfe Vieler erreicht werden kann - wie klein sie auch sein mögen. (Foto: Andrea Kammer)

Bei uns gibt es immer etwas zu tun...und dabei haben wir eine Menge Spaß!

Momentan stehen die Projekte Aschaffenburg summt und Gebäudebrüter in den Startlöchern. Da gibt es so viele spannende Möglichkeiten, sich einzubringen! Beispielsweise das Kartieren von Schwalben oder Mauerseglern an Gebäuden oder das Mitmachen bei Veranstaltungen für Insekten und eine blühende Landschaft.

Wer Freude an handwerklichen Tätigkeiten hat, findet bei uns ebenfalls eine breite Palette, um buchstäblich Hand anzulegen und unserer Natur zu helfen.

In Goldbach suchen wir momentan Nistkastenbetreuer - dies ist auch für Kinder eine aufregende Aufgabe. Manchmal finden sich noch verlassene Eier im Nest, oder andere Tiere wie Haselmaus und Siebenschläfer blicken dem Finder verwundert entgegen.

Insgesamt ist für jeden etwas dabei, ganz unabhängig von Alter, Interesse oder Können! Hier erzählen einige unserer Mitglieder, warum sie sich beim LBV engagieren.

Wir freuen uns sehr, wenn Dich ein Projekt oder eine Tätigkeit anspricht oder Du einfach mal bei uns vorbeischauen möchtest - Du bist herzlich willkommen!


Unsere Presse-Artikel...

...sind nun hier abrufbar. In der Mediathek finden sich bereits Filme und Radiobeiträge zu unserer LBV-Kreisgruppe, auch ein neues Video über Fledermäuse. Jetzt kann auch jeder gerne nachlesen, was in der Zeitung über Veranstaltungen und Aktionen berichtet wurde.

 

 


Neue Thematik: Der Wolf

Bild: Marcus Bosch (LBV-Archiv)
Bild: Marcus Bosch (LBV-Archiv)

Der Wolf kehrt zurück und ist natürlich auch für den LBV ein wichtiges Thema. Nun haben wir hier einige Informationen zu dem Thema bereitgestellt und freuen uns, mit dem Wolfsbotschafter Günter Trapp tiefer in das Thema einzusteigen. Ganz Bayern gilt als "Wolfserwartungsland" und für Jäger, Nutztierhalter und Naturschützer ergeben sich viele Möglichkeiten, sich gemeinsam auf seine Ankunft vorzubereiten.

 

August 2017


Startschuss für Aschaffenburg summt!

Die Bündnispartner: Stadt Aschaffenburg, LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg und die Imker von AB-Damm
Die Bündnispartner: Stadt Aschaffenburg, LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg und die Imker von AB-Damm

Es soll summen in Aschaffenburg! Am Montag, 24. Juli traf sich das neue Aktionsbündnis, bestehend aus den Partnern Landesbund für Vogelschutz (LBV – Kreisgruppe AB), der Stadt Aschaffenburg und dem Bienenzuchtverein AB-Damm, um Ideen zu entwickeln, die Aschaffenburg zum Summen bringen.

Ziel ist, möglichst viele Aschaffenburger dafür  zu begeistern, den Bienen vielfältige Lebensräume bereitzustellen: für ihre Stadt und "ihre" Bienen.

Über die Homepage der Initiative www.aschaffenburg-summt.de stehen Informationen zu Bienen, Vorschläge für den Bau von Insektenhotels oder Tipps für bienenfreundliches Gärtnern bereit. Dazu sollen Bienenstöcke an bekannten Orten in der Stadt aufgestellt und Blühflächen als Nahrungsquellen angelegt werden. Bei den zukünftigen Veranstaltungen und an Informationsständen auf Märkten und Festen können Interessierte weitere Eindrücke von dieser Aktion bekommen. Im Rahmen des Projektes werden die Bündnispartner sich ebenso im Bereich der Umweltbildung engagieren.

Bienen sind sympathische Schlüsselwesen und unverzichtbare Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Und sie sind bedroht: Monokulturen, Pestizide, Flächenverluste, Krankheiten und Schädlinge machen ihnen zu schaffen. Dabei profitieren wir enorm von der Bestäubungsleistung der Bienen. Ein guter Grund, sie mehr wertzuschätzen und unsere Stadt bienenfreundlicher zu gestalten.   Davon würden auch die Partner der Honigbiene bei der Pflanzenbestäubung, nämlich die 560 Wildbienenarten in Deutschland profitieren. Eine große Vielfalt an Pflanzen bringt eine große Vielfalt an Wildbienen hervor, und umgekehrt. Und auch das menschliche Auge erfreut sich an einer bunten Stadtnatur.

Aschaffenburg steht mit dieser Idee nicht allein: das lokale Bündnis hat sich kürzlich der 2010 gegründeten bundesweiten Initiative „Deutschland summt“ angeschlossen und wird von dieser fachlich und organisatorisch unterstützt.

 „Aschaffenburg summt! Summen Sie mit?“ fragt der in Aschaffenburg für die Aktion federführende Daniel Feldmann vom Landesbund für Vogelschutz. Er freut sich über jede und jeden der die  Initiative aktiv unterstützen möchte. Erreichbar ist er über E-Mail: daniel.feldmann@lbv.de

 

Juli 2017

Foto: Mailin Seidel (Pressestelle Stadt AB)

Text: Heidi Bolch und Daniel Feldmann


Disteln - verkannt, bestechend, schön

Gabriela Bredehorn hat der Nickenden Distel ein eigenes Gedicht gewidmet
Gabriela Bredehorn hat der Nickenden Distel ein eigenes Gedicht gewidmet

Unkraut oder eine Bereicherung unserer heimischen Flora? Rund 30 Distel-Interessierte treffen sich am 23. Juli zu einer LBV-Führung in Goldbach, um mehr über die dornigen Schönheiten zu erfahren. Es gibt solch eine große Vielfalt: Zu den Distelartigen zählen unter anderem Ring-, Gold-, Kratz-, Kugel-, Esels- und Gänsedisteln. Doch anhand lebender sowie bildhafter Beispiele können die Teilnehmer die verschiedenen Arten und ihre Vorzüge besser erkennen. So erfahren sie, dass die Gänsedistel gekocht als Gemüse zubereitet werden kann und dass Gemüsesticks aus geschälten Distelstängeln sehr schmackhaft sind. Große Distel-Fans finden sich auch unter den Insekten: Über 100 Insektenarten wurden auf einer Acker-Kratzdistel nachgewiesen.
Die Samen der Disteln fliegen mithilfe kleiner federiger Schirmchen, Pappus genannt, bis zu 10 km weit. Dabei landen sie freilich auch an Plätzen, an denen sie unerwünscht sind - selbst das Weidevieh verschmäht sie. Esel scheinen sich ihrer jedoch anzunehmen - „und Ziegen!“, fügt ein Teilnehmer hinzu. Außerdem nützt die Distel nicht nur dem Distelfink und dem Distelfalter, die sie als Nahrungsquelle für Samen und Nektar schätzen. Aus der Färberdistel wird beispielsweise Distelöl gewonnen.
Die Schotten schätzen die Distel sehr und haben sie sogar zu ihrem Nationalgewächs erklärt. Nun können die Teilnehmer einen Ausschnitt aus dem Lied "Die Distel von Schottland" von Roy Williamson hören: "Es ist die Blume, die den Sturm anlacht, wenn er weht; denn je stärker das Unwetter, desto grüner wird sie". Diese Kraft und Vitalität der Pflanze ist auch vielen Landwirten und Gärtnern bekannt, die insbesondere mit der Acker-Kratzdistel zu kämpfen haben - sie schlägt ihre Wurzeln bis zu 3 m tief in die Erde. Im Biolandbau wird bereits mit einem Rostpilz experimentiert, der ausschließlich diese Pflanze befällt. Unter den Teilnehmern befinden sich jedoch überwiegend Distelfreunde, die sich die Distel vielmehr in den Garten wünschen.
Die Führung schließt mit einem Gedicht von Gabriela Bredehorn, in dem sie schreibt: "als Kraut sind sie verdammt, die Blicke, die sie strafen, seh´n nicht wie Bienen schlafen, in Federn weich wie Samt". Viele gehen nun hoffentlich mit einem erweiterten Sichtfeld nach Hause - ihre Blicke sehen die Insekten an den Blüten und die weichen Pappushaare, die die Distelsamen weit tragen werden, bis in die Gärten derjenigen, die sich am Anblick von Disteln erfreuen.

Juli 2017

Text und Bild: Judith Henkel


Am Exe gibt es nicht nur Wildpferde: Naturkindergarten am Wendelberg mit dem LBV unterwegs

Gegenseitiges Beschnuppern am 4.7.17
Gegenseitiges Beschnuppern am 4.7.17
24 Kindergartenkinder und ein Regenschauer tauften Raja am 24.7.17
24 Kindergartenkinder und ein Regenschauer tauften Raja am 24.7.17

 „Die sehen anders aus als meine Pferde zu Hause“, mit Kennerblick sieht Neo sofort, dass diese Pferde besonders sind. Die Kinder aus dem Naturkindergarten am Wendelberg sind mit ihren Erzieherinnen zum Naturschutzgebiet „Exe“ in Schweinheim gekommen, um die Wildpferde und das Naturschutzgebiet kennenzulernen. Sie haben sich im Kindergarten gut auf den Besuch vorbereitet; Aurelia hat sich den schwierigen Namen gemerkt: „Przewalski-Pferde“. Meike Kempermann vom LBV begleitet den Kindergarten, ihren Rucksack voll gepackt mit Naturerfahrungsspielen und Informationen. Einmal schon musste der gemeinsame Ausflug verschoben werden: es war zu heiß in dem schattenarmen Gelände, doch heute passt das Wetter.

Neugierig kamen die Pferde an den Zaun getrabt, das Fohlen immer schön in ihrer Mitte, um die Zaungäste zu begrüßen. Jetzt sprudelte es aus den Kindern heraus; die helle Farbe, die Zebrastreifen an den Beinen, das weiße Maul, die Stehmähne. Die kleinen Experten zählten locker die Merkmale der Wildpferde auf. Nach einer Weile hatten Pferde und Menschen genug voneinander gesehen. Die Herde zog weiter, die Kindergruppe machte sich auf den Weg, die Pferdekoppel zu umrunden. Denn es gab noch viel mehr zu entdecken. Die kleinen Naturforscher beobachteten Spinnen, Schmetterlinge und die ein oder andere Schnecke. In kleinen Spielen lernten die Kinder andere Bewohner des Naturschutzgebietes kennen: Fledermäuse, Vögel, Wildbienen, einen Frosch mit dem lustigen Namen Gelbbauchunke. Dann wurde noch ein reifer Riesenbovist gefunden und alle Kinder wollten einmal drücken, damit die Sporen sich verteilen. Zum Abschluss schauten die Kinder vom Aussichtshügel mit Ferngläsern über das Gelände. Die Pferde ließen sich nicht mehr blicken, aber der ein oder andere Naturforscher war sich ganz sicher, im Tümpel auf der Weide eine Gelbbauchunke gesehen zu haben.

Diese Woche gab es ein Wiedersehen mit den Wildpferden: die Kindergartenkinder hatten sich am Namenswettbewerb für das Fohlen beteiligt. Gesucht wurde ein Mädchenname, der mit R anfängt. Der Name Raja, den die Kinder ausgesucht hatten, gefiel der Jury am besten. Und so wurde das Wildpferdmädchen im Beisein von 24 kleinen Patentanten und –onkeln (und einigen Erwachsenen) auf den Namen Raja getauft.

 

Juli 2017

Text und Fotos: Meike Kempermann


Kein Spessart-Nationalpark

Die Entscheidung fiel am 18. Juli: Es wird leider keinen Spessart-Nationalpark geben. So viele Menschen haben monatelang gekämpft und gehofft. „Wir wollen die Situation nicht schönreden. Die Herausnahme des Spessarts aus der Liste der Kandidaten ist eine rein politische Entscheidung und daher schwer hinnehmbar, da die Region für einen Nationalpark naturschutzfachlich am besten geeignet ist“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Für den Spessart fordert der LBV dringend die im Bericht zur Kabinettssitzung erwähnten zusätzlichen „substanzielle Maßnahmen zur Förderung des Natur- und Artenschutzes“. An der Entwicklung von Vorschlägen wird sich der LBV beteiligen und fordert eine umfassende gemeinsame Lösung für den Schutz der wichtigsten Flächen in Rhön und Spessart. So kann hoffentlich wenigstens ein Teil des bedeutenden Laubwaldgebiets erhalten werden.


"Willst Du Zitronenfalter sehen,...

Das Netz der Baldachinspinne wird inspiziert
Das Netz der Baldachinspinne wird inspiziert
Der Schwalbenschwanz - ein Vagabund (Quelle: Z. Tunka, LBV-Archiv)
Der Schwalbenschwanz - ein Vagabund (Quelle: Z. Tunka, LBV-Archiv)

...musst Du zur Wilden Karde gehen!", dichtet ein Teilnehmer der Spinnen- und Schmetterlingsführung am 9. Juli im Naturschutzgebiet "Ehemaliger Standortübungsplatz" in Aschaffenburg-Schweinheim.

Dabei ist der Zitronenfalter nur eines von vielen Insekten, die es zu beobachten gibt. Michael Herrmann führt die interessierten Zuhörer an die verschiedenen Insekten-Gruppen heran. Gleich zu Beginn rätseln alle darüber, wieviele Tonnen Insekten die Spinnen weltweit fressen. Richtige Antwort: 800 Millionen Tonnen - die doppelte Menge dessen, was die Menschen jährlich an Fleisch und Fisch verzehren. Da kann man den kleinen Krabblern nur dankbar sein, denn sonst hätten wir sehr viel mehr Probleme mit Mücken und Co.

Die zweite Gruppe - die Falter - lassen sich zunächst in Tag- und Nachtfalter einteilen, wobei es viel mehr Nachtfalter-Arten gibt. „Tagfalter klappen ihre Flügel immer nach oben", weiß Michael Herrmann, „die Nachtfalter dagegen falten die Flügel ziegelartig flach übereinander". Es gibt so viel zu lernen, beispielsweise über die Spanner, die zu den Nachtfaltern zählen und ihren Namen der Fortbewegungsweise ihrer Raupen verdanken, oder über die Spinner, ebenfalls Nachtfalter, die sich in einem gesponnenen Kokon verpuppen.

Dabei kommt den Tagfaltern mit ihren oft bunten Farben und großen Flügeln meist mehr Beachtung zu - so auch an diesem Tag. Ochsenauge und Kleines Wiesenvögelchen zählen leicht erkennbar zu den Augenfaltern, obwohl sie recht unscheinbar sind. Auffälliger sind der Admiral, der zu den Wanderfaltern gehört und damit wie ein Zugvogel in eine bestimmte Richtung wandert, und der Schwalbenschwanz, „ein Vagabund, der kein bestimmtes Ziel verfolgt", wie Michael Herrmann erklärt.

Mehrere Schmetterlinge wie Admiral und Kleiner Fuchs benötigen die Brennnessel als Raupen-Futterpflanze. „Deshalb sollte man ruhig im Garten eine etwas wildere Ecke stehen lassen", rät der Insektenspezialist.

Die Teilnehmer nehmen noch viel mehr mit - Kenntnisse über die Überwinterungsstrategien verschiedener Arten wie die des Zitronenfalters, der einfach vereist und im Frühjahr wieder auftaut, über unterschiedliche Trachten wie die des Landkärtchens, das nun im Sommer anders „gekleidet" ist als im Frühling und über die Baldachinspinne, die ein baldachinförmiges Netz spinnt und durch den Wind Hunderte Kilometer verbreitet werden kann. Spannende Thematik!

Wer mehr erfahren möchte, kommt am 06.06. bei der Offenen Gartentür zum Thema Schmetterlinge oder am 10.09. zum Thema Spinnen um 14 Uhr in den LBV-Naturerlebnisgarten in Kleinostheim!

 

Juli 2017

Bilder: Z. Tunka und Judith Henkel, Text: Judith Henkel

 

 


Neues auf der Website...

...gibt es beispielsweise über die Stunde der Garten- und Wintervögel. Außerdem wurden mehrere Aktive der Kreisgruppe interviewt.

In der Mediathek sind nun noch mehr Beiträge aus Film und Fernsehen zu finden. Es gibt viel Spannendes zu erfahren, über unsere Kreisgruppe, die Steinkäuze, den Vogelzug...

 

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern!


Kunst & Natur und 50-Jahres-Feier

Ellen Kalkbrenner trägt ein Gedicht zu "50 Jahre LBV-KG Aschaffenburg" vor
Ellen Kalkbrenner trägt ein Gedicht zu "50 Jahre LBV-KG Aschaffenburg" vor
Kunst und Natur passen eindeutig zusammen
Kunst und Natur passen eindeutig zusammen
Das Schlaraffenburger Team probiert die Fotobox aus
Das Schlaraffenburger Team probiert die Fotobox aus

Zum 50. Geburtstag der LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg fand am Sonntag, den 25. Juni wieder die bewährte Veranstaltung „Kunst & Natur“ statt.
Viele Künstler aus der Region zeigten ihre Werke aus Ton, Stein, Flechtwerk oder Holz und weiteren Naturmaterialien, ein buntes Programm für Kinder und die schöne Umgebung des Kleinostheimer Naturerlebnisgartens sorgten für einen unvergesslichen Tag:

Eingeläutet wird die Feier am Vormittag durch Grußworte, lustige und nachdenkliche, sowie durch ein Gedicht der zweiten Vorsitzenden Ellen Kalkbrenner über die 50-jährige Entwicklung der Kreisgruppe. Es sind viele Leute gekommen, unter anderem der 1. Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz Norbert Schäffer und der Aschaffenburger Bürgermeister Jürgen Herzing.
Nach einem „Happy Birthday“-Ständchen wird gefeiert und gestaunt: über alte und neue Fotos von LBV-Aktionen, den Garten und die vielen Kunstwerke, die heute ausgestellt sind. Eine Trommlergruppe bringt so manchen Zuhörer in Schwung und an den Tischen wird gegessen und gelacht. Von Schlaraffenburger wird ein leckeres Apfelweizen angeboten und die Kinder können gleich an verschiedenen Stationen ein Marionettentheater erleben, Wassertiere erforschen oder basteln.

Einige Künstler zeigen die Herstellung ihrer Werke wie das Flechten eines Korbs, der LBV-Aktive Björn Reibert zeigt einige seiner besonderen Naturfotografien - und wer davon inspiriert ist, kann am 02. September an einem Workshop von ihm teilnehmen. Doch auch direkt vor Ort kann jeder ein Foto von sich selbst erstellen - mithilfe einer Fotobox, die heute viele Momente festhält. Die Sonne zeigt sich am Himmel und auf den Gesichtern der Besucher - ein gelungenes Fest.

 

Hier gehts zum Filmbeitrag von Thomas Staab



1967 gründete Bernd Hofer die LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg, seine Frau Traudl Hofer legte mit der ersten Kindergruppe den Grundstein für die Naturschutzjugend des LBV. Seit damals werden ebenso viele interessante Veranstaltungen für Erwachsene angeboten. Die LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg ist heute mit fast 2200 Mitgliedern eine der stärksten Gruppen in Bayern. Ehrenamtliche sind in 13 Arbeitskreisen und 5 Ortsgruppen für unsere Umwelt tätig. Das sind gute Voraussetzungen für die nächsten 50 Jahre.

 

Juni 2017

Bilder: Thomas Staab Text: Judith Henkel


Der Bayerische Rundfunk beim LBV

Richard Kalkbrenner, Daniel Feldmann und Meike Kempermann auf der BR-Bühne
Richard Kalkbrenner, Daniel Feldmann und Meike Kempermann auf der BR-Bühne
Roland Mayer hat sichtbar Spaß - nicht nur beim Pizzabacken
Roland Mayer hat sichtbar Spaß - nicht nur beim Pizzabacken

Wieder ein besonderes Ereignis bei der LBV-Kreisgruppe: Es ist Mittwoch, der 21. Juni, und im schönsten Sonnenschein kommt der Bayerische Rundfunk im Rahmen der Mainfrankentour zum Motto Umweltbildung in den Naturerlebnisgarten!
Für Essen und Trinken ist gesorgt und auf der Bayern 1-Bühne an der Streuobstwiese werden Interviews mit mehreren Aktiven geführt, die live gesendet werden. Hier kann man sie nachschauen!

Die Aschaffenburger Kreisgruppe wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Traudl Hofer, die zu den Gründungsmitgliedern zählt, kann so einiges über die Geschichte und das Werden des hiesigen LBVs berichten: Der Mitgliedsbeitrag betrug beispielsweise zu Beginn drei DM im Jahr.
Was der LBV überhaupt ist, erklärt Thomas Staab, der die Kleinostheimer Umweltstation leitet und zum Thema Umweltbildung im Naturerlebnisgarten darstellt, was im Laufe eines Jahres dort so alles unternommen wird.
Der 1. Vorsitzende Richard Kalkbrenner erzählt über die Nachwuchsförderung des LBVs, ergänzt von Daniel Feldmann, der das momentan anlaufende Projekt „Aschaffenburg summt“ leitet, und von Meike Kempermann, die sich erfolgreich für Kinder und Jugend beim LBV einsetzt.
Zum Thema Vogelschutz pfeift Gerd Andres den Ruf des Steinkauzes und erläutert die Situation der Steinkäuze und anderer Vogelarten am Untermain, und auf das Thema Fledermäuse geht Thomas Bormann näher ein.
Zu guter Letzt spricht Burkhardt Merget, der unter anderem als Nebenerwerbslandwirt tätig ist, was er am LBV schätzt - zum Beispiel das Netzwerkdenken. Und Alex Vorbeck stellt das Schlaraffenburger-Projekt vor, das stark zur Streuobstförderung am Untermain beiträgt.

Die leckere Wald- und Wiesenpizza von Roland Mayer aus dem garteneigenen Lehmbackofen schmeckt so gut wie sie duftet. Es duften auch die Kräuter, die in Töpfen auf der Bühne aufgereiht werden: anhand des Geruchs sollen Freiwillige aus dem Publikum erkennen, um welches Kraut es sich handelt.

Insgesamt kann sich der LBV hervorragend präsentieren und alle sind sich einig, dass die gute Atmosphäre in der Kreisgruppe spürbar ist.
Und sie blüht immer weiter auf! Im nächsten Jahr werden mehrere Projekte starten und ausgebaut werden, die hier näher vorgestellt werden. Insgesamt liegt damit ein Schwerpunkt auf dem großen Thema „Stadtnatur“ - und es werden sicher viele Arten, von der kleinen Wildbiene bis zur großen Schleiereule, davon profitieren!

Wir danken allen Helfern, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben! Auch das Main-Echo hat über diesen Tag berichtet. Eine prima Einleitung für die Veranstaltung „Kunst & Natur“, die in der gleichen Woche stattfindet.

 

Juni 2017

Bilder: Thomas Staab Text: Judith Henkel


Andrea Kammer gewinnt Fotowettbewerb

Diese zwei hungrigen Gesellen hat Andrea Kammer festgehalten
Diese zwei hungrigen Gesellen hat Andrea Kammer festgehalten

Bei der Stunde der Gartenvögel, über die hier mehr zu finden ist, findet jedes Jahr ein Fotowettbewerb statt.
Aus über 1000 Fotos ging der Sieg dieses Jahr an Andrea Kammer, die in unserer LBV-Kreisgruppe aktiv mitarbeitet und allein in ihrem Garten schon ein kleines Naturparadies geschaffen hat.
Das Bild zeigt zwei junge Rauchschwalben und wird im offiziellen Faltblatt zur Stunde der Gartenvögel 2018 über 50000 Mal gedruckt werden.
Wir freuen uns sehr für sie! In der Flickr-Galerie des LBV können Sie auch alle restlichen Fotos bestaunen.

Unter http://www.faszinierendewelt.de können weitere Bilder von Andrea Kammer und dem Naturfotograf Björn Reibert bestaunt werde. Am 02. September bietet Björn Reibert im LBV-Naturerlebnisgarten einen Workshop zum Thema Naturfotografie an, zu dem Sie sich bei uns anmelden können. Auch Andrea war schon bei mehreren Workshops dabei - es hat sich gelohnt!

 

Juni 2017

Bild: Andrea Kammer Text: Judith Henkel


Eine Auszeichnung für Schwalbenfreunde...

Rauchschwalben-Männchen am Nest (Foto: Ralph Sturm, LBV-Archiv)
Rauchschwalben-Männchen am Nest (Foto: Ralph Sturm, LBV-Archiv)
Diese Plakette können die prämierten Schwalbenfreunde an ihrem Haus oder Hof anbringen
Diese Plakette können die prämierten Schwalbenfreunde an ihrem Haus oder Hof anbringen

...kann verliehen werden, wenn jemand sein Haus mit den Gebäudebrütern teilt. Am 08. Juni erhielt Familie Herold vom Landgasthaus Waldmichelbacher Hof in Bessenbach (www.waldmichelbacher-hof.de) diese Auszeichnung.

Bei ihnen finden zahlreiche Tiere ein Zuhause und insbesondere die Pferdeställe beherbergen über 20 Rauchschwalben, die ständig ein- und ausfliegen und hier den Frühling und Sommer verbringen. Auch für menschliche Gäste bleiben hier mit Gasthaus, Ferienwohnung und dem eigenen Hofladen keine Wünsche offen.

Die Rauchschwalben fangen Fliegen und Mücken, halten ihr Nest sauber und sind wunderschön anzusehen. Früher brüteten sie an steilen Felsen, doch mit dem Häuserbau nisteten sie in Menschennähe und haben es heute schwer, in unseren modernen Siedlungen Nistmöglichkeiten und Nahrung zu finden.
Kennen Sie auch jemanden, bei dem Gebäudebrüter wie Schwalben willkommen sind? Gerne zeichnen wir weitere Häuser und Höfe als schwalbenfreundlich aus.

Wir werden uns in den kommenden Monaten und Jahren verstärkt um Gebäudebrüter kümmern. Falls Sie bei diesem Projekt mithelfen möchten: jede helfende Hand ist gern gesehen! Jeder kann dazu beitragen, dass die Bestände von Schwalben, Mauersegler und Co. stabil bleiben und wieder wachsen. Und verhindern, dass wir jemals einen stummen Frühling erleben.

 

Juni 2017

Bild: Ralph Sturm Text: Judith Henkel


Für die diesjährigen Jubilare...

Freudig im Sonnenschein: Jubilare und Unterstützer des LBV Aschaffenburg
Freudig im Sonnenschein: Jubilare und Unterstützer des LBV Aschaffenburg

...fand am 2. Juni eine Führung durch den Naturerlebnisgarten in Kleinostheim statt. Die zweite Vorsitzende Ellen Kalkbrenner erklärte die unterschiedlichen Lebensräume wie Hecke, Magerrasen und Streuobstwiese. Der Garten ist ein wichtiger und vielfältiger Standort für Umweltbildungsveranstaltungen - „und wunderschön” fanden die Teilnehmer. Hier können Kinder an ihrer Geburtstagsfeier die Natur näher kennen lernen, an den „Offenen Gartentüren” erfahren die Besucher mehrmals im Jahr Spannendes über Kräuter, Libellen, Spinnen oder den Lebensraum Wasser, und viele Tiere und Pflanzen haben hier ihr Zuhause.

All dies wird möglich gemacht durch die Unterstützung der Mitglieder. Die Führung war somit ein kleines Dankeschön - und ein Einblick in das, wozu die langjährige Mitgliedschaft der Jubilare beigetragen hat.

 

Juni 2017

Bild: Ellen Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Workshop Naturfotografie

Die Teilnehmer lernen über das gut organisierte Leben der Bienen
Die Teilnehmer lernen über das gut organisierte Leben der Bienen
Solch kunstvolle Bienen-Bilder entstanden beim Workshop
Solch kunstvolle Bienen-Bilder entstanden beim Workshop

Die Natur ist faszinierend und wunderschön - doch wie kann man besondere Momente oder Stimmungen einfangen und festhalten? Experte ist hier Björn Reibert vom LBV Mömbris, der sein Wissen in einem Workshop am 27. Mai weitergab:

Die Teilnehmer treffen sich bei Sonnenschein im Naturerlebnisgarten in Kleinostheim, ausgerüstet mit „Fotowerkzeug" und guter Laune. Björn Reibert stellt sich vor und seine Begeisterung für die Natur und den LBV steckt an.

Ein Highlight an diesem Tag ist die Möglichkeit, Bienen und ihre Waben aus direkter Nähe zu fotografieren. Ein Imker ist vor Ort, der über das Bienenvolk und die verschiedenen Stadien der Waben berichtet. Was als Bienenei beginnt, entwickelt sich von der Rundmade weiter zur Streckmade, bis  sich die Bienen verpuppen und schlüpfen. Mehr darüber lässt sich beim Projekt „Aschaffenburg summt" lernen, das im Juli beginnen wird und bei dem der LBV, Imker und das Umweltamt mitwirken. Fotomaterial ist ja nun bereits entstanden!

Nach einer ausgiebigen Fotosession mit Tipps und viel Spaß tauschen sich alle über ihre Erfahrungen aus. Jetzt wird über den Sommer draußen weitergeübt - bis zum nächsten Naturfotografieworkshop am 02. September.

 

Juni 2017

Bilder: Andrea Kammer Text: Judith Henkel


Ein Herz für den Nationalpark Spessart

Diese Bürger und Umweltverbände wünschen sich für den Spessart einen Nationalpark
Diese Bürger und Umweltverbände wünschen sich für den Spessart einen Nationalpark

Im Juli soll entschieden werden, ob im Spessart ein Nationalpark entstehen wird oder nicht. Über 40 Befürworter aus der Region sowie Vertreter der Bürgerbewegung Freunde des Spessarts und der Umweltschutzverbände BUND Naturschutz Bayern (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV), WWF und Greenpeace kamen anlässlich des europaweiten Aktionstags der Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke („Tag der Parke“) am 24. Mai zusammen, um ein Zeichen für einen Spessart-Nationalpark zu setzen.

„Mit dieser symbolischen Aktion möchten wir zeigen, dass ein Nationalpark im Spessart gewollt wird“, sagt Sandra Hieke, Waldexpertin von Greenpeace. „Die Buchen hier in der Umgebung sind fast 200 Jahre alt. Diese zusammenhängenden Laubwälder machen den Spessart so besonders und schützenswert.“

Auch der LBV wünscht sich, dass die zusammenhängenden Laubwälder, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, durch einen Nationalpark den notwendigen Schutz erhalten, in und unter den Bäumen, die dann endlich wieder richtig alt werden könnten, noch viele Tiere, Pflanzen und Pilze einen Lebensraum finden.

 

Juni 2017

Bild: Andreas Varnhorn/Greenpeace


Führung zu den Neuntötern

Mit Fernglas und Spektiv wird der Neuntöter beobachtet
Mit Fernglas und Spektiv wird der Neuntöter beobachtet
Neuntöter-Männchen mit Zorromaske
Neuntöter-Männchen mit Zorromaske

Auf ehemals gefährlichem Gelände des Truppenübungsplatzes in Aschaffenburg-Schweinheim geht es für einige immer noch sehr gefährlich zu: Der Neuntöter, auch Rotrückenwürger genannt, lebt hier und spießt seine Beutetiere zur Vorratshaltung auf Dornen auf. Früher glaubte man, er müsse zunächst neun Beutetiere aufspießen, bevor er sie frisst.

Um diese faszinierenden Vögel besser kennen zu lernen, führt Roland Mayer vom LBV am 18. Mai eine Gruppe Interessierter in das heckenreiche Naturschutzgebiet »Ehemaliger Standortübungsplatz und Altenbachgrund«. Begeistert beobachten die Teilnehmer ein Neuntöter-Männchen mit der typischen Zorromaske. Weiter unten im Gebüsch sitzt das unscheinbarere Weibchen - die beiden haben sich also bereits gefunden, was nicht selbstverständlich ist. "Zuerst kehren die Männchen zurück", erklärt Roland Mayer. "Wenn die Weibchen dann ca. eine Woche später an einem Standort auftauchen, können sie gleich herausfinden, ob es dort ein Männchen gibt oder ob sie weiterfliegen müssen". Da der Neuntöter die weite Strecke von Afrika bis hierher auf sich nimmt, kommt er als einer der letzten nach Deutschland zurück.

Mittlerweile ist der Neuntöter hier schon etwas Besonderes. "Sein Lebensraum, Hecken eingebettet in offene Landschaften, nimmt immer mehr ab", erklärt Roland Mayer. Außerdem geht der Insektenbestand, der den größten Nahrungbestandteil für den Neuntöter darstellt, durch Insektizide mehr und mehr zurück.

Alle können viel über diesen "Dornendreher" erfahren und werden nun in nächster Zeit zu weiteren Beobachtungen öfters in das Naturschutzgebiet kommen.

 

Mai 2017

Bild und Text: Judith Henkel


Alle Vögel sind nun da...

Auch der Kleiber konnte im Goldbacher Wald gehört werden. Er kann als einziger heimischer Vogel senkrecht den Stamm hinunterlaufen
Auch der Kleiber konnte im Goldbacher Wald gehört werden. Er kann als einziger heimischer Vogel senkrecht den Stamm hinunterlaufen

...und am Mittwoch, den 17. Mai fand in Goldbach der letzte Vogelstimmenspaziergang für Einsteiger statt:

Blauer Himmel und Sonnenschein machen die Gesänge der Vögel zu einem noch genussvollerem Erlebnis. Unter der gewohnt fachkundigen Leitung von Gerd Andres lernen die Teilnehmer nicht nur, einzelne Arten aus dem Vogelstimmenchor herauszufiltern. Jeder der Vogelfreunde bringt ein großes Interesse mit und die Themen wandern von der Vielfalt der Gesänge, die bis in den Ultraschallbereich gehen, weiter zu dem unterschiedlichen Brutverhalten. "Spannend ist es bei dem Kuckuck", weiß Gerd Andres. "Er legt seine Eier nur in Nester von Vögeln, deren Brutverhalten ihrem eigenen Nachwuchs gelegen ist". Ein Beispiel ist das Gelege des Sumpfrohrsängers: Das Kuckucks-Ei passt farblich zu den Rohrsänger-Eiern, doch der Kuckuck schlüft früher und wirft dann die Eier des Rohrsängers aus dem Nest. So wird nur er von den Zieheltern großgezogen. "So ist das in der Natur" erklärt Gerd Andres nüchtern, "das gehört dazu".

In den fast drei Stunden erfahren alle Interessierten noch eine Menge über die Vogelwelt. Es werden bereits Fragen nach weiteren Führungen und Themen laut. Die nächste findet zeitnah statt: Am Abend des 18. Mai führt Roland Mayer an der Aschaffenburger Exe die Naturfreunde zu den Neuntötern...

 

Mai 2017

Bild und Text: Judith Henkel

 

 


Besondere Bäume im Park Schönbusch

Bäume faszinieren und erzählen eine eigene Geschichte
Bäume faszinieren und erzählen eine eigene Geschichte

Ohne Bäume (und Büsche) wäre der Park Schönbusch in Aschaffenburg nicht das, was er ist. Ganz besondere, teils geradezu exotische Bäume lernte eine Gruppe Naturverbundener am Sonntag, den 7. Mai kennen. Seit dem 18. Jahrhundert sind immer wieder Gehölze aus der ganzen Welt in den Schöbusch gebracht worden, damit sich jeder an ihnen erfreuen kann.

Der Irrgarten im Park Schönbusch kann verwirrend sein - ebenso auch einige der besonderen Bäume. Unweit des Irrgartens steht beispielsweise eine Eichenblättrige Linde, eine Zuchtform der Sommer-Linde mit eichenähnlichen Blättern. Im Gegensatz dazu steht etwas weiter die Schindel-Eiche, deren Blätter gar nicht mehr so recht an eine Eiche erinnern. Ihr Holz wurde früher für die Schindelherstellung genutzt.

Einfacher ist es bei einer Ess-Kastanie, die viele der Teilnehmer bereits kennen. Leider steht sie allein, obwohl sie auf Fremdbestäubung angewiesen ist. So bildet sie nur "taube" Früchte, aus denen keine heißen Maroni werden. Wer sich auf kulinarische Ideen gefreut hat, kann vielleicht im Herbst die Nüsse der Schwarz-Nuss oder der Mandschurischen Nuss probieren, die mit der Walnuss verwandt sind.

Die Blüten des Maiglöckchenbaums am Speisesaal sind fast verblüht, doch die Pracht der Ross-Kastanienblüten kann zurzeit bestaunt werden. Und einige Bäume wie die Trompetenbäume und der Götterbaum werden ihre blühende Schönheit erst noch zeigen.

Aufgelockert durch Fragen und Ergänzungen der Teilnehmer ist es ein schöner Spaziergang und es hat sich gelohnt, trotz des leichten Nieselwetters in den Schönbusch zu kommen. Hier gibt es natürlich noch sehr viel mehr Bäume als die vorgestellten, sodass es bei zukünftigen Spaziergängen im Park noch viel zu entdecken gibt.

 

Mai 2017

Bild und Text: Judith Henkel


Vogelstimmenspaziergang für Einsteiger in Goldbach

Weit bekannt und doch mit vielen verschiedenen Gesangsmotiven: die Blaumeise
Weit bekannt und doch mit vielen verschiedenen Gesangsmotiven: die Blaumeise

Eine Menschengruppe steht am Goldbacher Waldfriedhof, den Blick nach oben gerichtet: So versuchen die Naturfreunde an diesem Mittwoch, den 26. April, mehr über die Sprache der Vögel zu lernen. Unter der Leitung von Gerd Andres hören sie auf Amsel, Drossel, Fink und Star.

Die Vögel erleichtern den Anfang, da zunächst nur wenige von ihnen singen und meist auch hintereinander: Der flötende Gesang der Amsel, der Finkenschlag des Buchfinken und das erzählende Lied der Mönchsgrasmücke sind zu vernehmen. Einige Meter weiter singt ein Trauerschnäpper. "Das ist schon etwas Besonderes", freut sich Gerd Andres, "den Trauerschnäpper hört man nicht überall und nur für kurze Zeit".

Zwischen der kurzen Melodie eines Gartenbaumläufers und dem "Wie-hab-ich-Dich-so-lieb"-Gesang der Goldammer hören die Teilnehmer plötzlich aus nächster Nähe den Balztriller eines Kleibers. Diesmal handelt es sich allerdings nur eine Aufnahme aus einem Bestimmungsbuch, die heitere Verwirrung löst sich auf. Dem Lerneifer der Gruppe kommt das entgegen, den Kleiber-Ruf kennen sie nun also auch.

Mit vielen neuen Eindrücken endet der Spaziergang schließlich, noch immer begleitet vom letzten Abendgesang einiger Vögel. Eine Fortsetzung folgt: Am 17. Mai wird es am Goldbacher Waldfriedhof um 18 Uhr den nächsten Vogelstimmenspaziergang geben. Bis dahin sind hoffentlich alle Vogelarten zurückgekehrt, sodass es sicherlich spannend wird.

 

April 2017

Bild und Text: Judith Henkel


Für den Nationalpark Spessart...

Bei Regen war der LBV-Pavillon ein wichtiger Unterstand
Bei Regen war der LBV-Pavillon ein wichtiger Unterstand
Viele Kinder konnten den Biber nun auch einmal aus der Nähe betrachten
Viele Kinder konnten den Biber nun auch einmal aus der Nähe betrachten

...haben am Samstag, den 22. April, 10 Helfer vom LBV und den Freunden des Spessarts zusammen mit Bernd dem Biber in der Herstallstraße Aschaffenburg geworben. Nach dem anfänglichen Regen haben sich doch noch einige Sonnenstrahlen gezeigt und nach einiger Skepsis und Verwirrung durch Falschmeldungen haben viele Interessierte mit ihrer Unterschrift für den Nationalpark gestimmt.

Der LBV setzt sich dafür ein, dass das 10900 ha große Staatswaldgebiet im Hochspessart unter Schutz gestellt wird. Das ist nur ein kleiner Schritt von aktuell 2 hin zu den 5 % des deutschen Waldes, die sich bis 2020 natürlich entwickeln können sollen. Dazu hat sich Deutschland 2007 in der Nationalen Biodiversitätsstrategie verpflichtet.

Hier können Sie sich die Unterschriftenliste ausdrucken und selbst in Ihrem Verwandten- und Freundeskreis Stimmen sammeln. Bitte senden Sie die Listen anschließend an die Freunde des Spessarts. Wir sind für jede Unterstützung dankbar. Fragen und Antworten des Umweltministeriums zum Nationalpark Spessart finden Sie hier.

 

April 2017

Text und Bilder: Judith Henkel


Flächenpflege in Kleinkahl

Der motivierte LBV-Pflegetrupp auf einer Feuchtfläche
Der motivierte LBV-Pflegetrupp auf einer Feuchtfläche
Hier wird gemeinsam abgewogen: Wie fällen wir den Baum am besten?
Hier wird gemeinsam abgewogen: Wie fällen wir den Baum am besten?

Die wertvollen Flächen des LBVs können in ihrer Artenausstattung nur durch Pflege so erhalten werden - und so macht sich am Samstag, den 8. April eine motivierte LBV-Truppe auf den Weg in den schönen Kahlgrund. Ausgestattet mit Säge, Astschere und Rechen können es insbesondere die zwei jüngsten Helfer Mark und Patrick kaum erwarten, Hand anzulegen: Erlen müssen entfernt werden, Flächen mit blühenden Schlüsselblumen, Sumpfdotterblumen und Märzenbechern werden freigestellt.

Schnell arbeiten sich alle warm, die Gespräche sind anregend und die Brotzeit schmeckt zwischenzeitlich besonders gut. Mit solch einem Team macht Flächenpflege großen Spaß. Nun sind alle gespannt, welche Tiere und Pflanzen es demnächst auf den Flächen noch zu entdecken gibt, denn in diesem Jahr werden alle Flächen des LBVs neu kartiert.

Vielen Dank an alle Helfer! Wir freuen uns auf den nächsten Einsatz, bei dem natürlich jeder willkommen ist. Zwei Hände und Lust an der Natur - mehr braucht es nicht, um bei der Flächenpflege mitzumachen.

 

April 2017

Fotos: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel

 

 


Vortrag: Der Igel am Untermain

Martina Gehret klärt über den Igel auf
Martina Gehret klärt über den Igel auf

Igel sind bekannt und beliebt - trotzdem wissen wir recht wenig darüber, wie Igel in der modernen Landschaft zurechtkommen. Martina Gehret vom LBV kennt sich dagegen bestens mit den kleinen Stachelbällen aus und teilte dieses Wissen am 6. April vor interessierten Igelfreunden.

Mit kurzen Filmen und viel Humor erfahren die Zuhörer, dass Igel in ihrer jetzigen Form bereits seit 15 Millionen Jahren existieren. Sie haben eine hervorragende Nase und hören bis in den Ultraschallbereich. Mit 8000 Stacheln und ihrem Ringmuskel können sie sich gegen viele Feinde wehren - nur der Uhu hat da noch eine Chance.

Entgegen der weitverbreiteten Vorstellung, dass Igel Milch oder Obst als Nahrung brauchen, bevorzugen sie Insekten: "Ihre Lieblingsspeise sind Laufkäfer", erklärt Martina Gehret, "doch sie mögen auch Regenwürmer, Schmetterlingsraupen oder Ohrwürmer". Damit sie sich im Garten wohl fühlen, muss dieser vor allem gut zugänglich sein und genügend Nahrung und Wasser, Verstecke und Bewegungsfreiheit garantieren. Die nachtaktiven Einzelgänger können große Strecken zurücklegen und das Revier eines Männchens ist durchaus bis zu 100 ha groß.

Nach der Paarungszeit, die bei uns meist zwischen April und Juni liegt, verlassen die jungen Igel nach 35 Tagen zum ersten Mal das Nest: Nun kann man sie auch tagsüber sehen. "Allerdings sollten sie keinesfalls gestört werden", warnt Martina Gehret, "sie sind normalerweise nicht hilfsbedürftig."

Gefährlich sind für den Igel Rasenroboter und Autos, manchmal auch Hunde, Schafzäune - oder falsch verstandene Tierliebe. Erst ab November kann für einen gefundenen jungen Igel der Winterschlaf gefährdet sein. Auf der Seite www.igel-in-bayern.de findet jeder Tipps und Informationen über das richtige Verhalten beim Fund eines Igels. Hier können auch gesichtete Igel gemeldet werden, um mehr über die Verbreitung und Gefährung von Igeln herausfinden zu können. Außerdem gibt es eine Anleitung für einen Igeltunnel. Damit kann jeder erfahren, ob im eigenen Garten Igel wohnen und es ist ein großer Spaß für Kinder.

Über das geheime Leben des Igels ist nun so einiges bekannt - doch viele Fragen sind noch immer offen. Daher gibt es das Citizen-Science-Projekt "Igel in Bayern", das im Folgenden noch kurz vorgestellt wird. Nach der aufschlussreichen Präsentation von Martina Gehret werden dort in Zukunft sicher mehr Igelmeldungen aus Unterfranken eingehen.

 

April 2017

Bild: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel

Projekt: Igel in Bayern


Flächenbesichtigung in Königshofen und Schimborn

Planung und Diskussion bei der Flächenbesichtigung im Kahlgrund
Planung und Diskussion bei der Flächenbesichtigung im Kahlgrund

Am Mittwoch, den 5. April werden die Stiefel geschnürt: Es geht hinaus auf die Flächen des LBVs! Unter Anleitung von Alexius Wack vom Landschaftspflegeverband sowie Thomas Stadtmüller und Erhard Pfeifer von der Mömbriser Ortsgruppe stiefeln wir durch wunderschöne Feuchtgebiete.

Dabei werden gleich die nächsten Pflegeeinsätze besprochen. In jedem Fall sind wir uns einig: Es gibt sie noch, die Naturschätze in unserer Heimat. Und es sind Menschen vonnöten, die diese Flächen erhalten! Jeder Naturverbundene, der mithelfen möchte, kann gerne bei der Flächenpflege dabei sein. Der nächste Einsatz ist am kommenden Samstag im Kahlgrund.

 

April 2017

Bild: Ellen Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Vortrag: Einführung in die systematische Vogelbeobachtung

Mit frisch angeeignetem Wissen und Fernglas ausgerüstet kann jeder seine Vogelbeobachtungen melden
Mit frisch angeeignetem Wissen und Fernglas ausgerüstet kann jeder seine Vogelbeobachtungen melden

Die Ornithologie wird zu Recht als “Scientia amabilis”, als wunderbare Wissenschaft bezeichnet und zieht sehr viele Menschen in ihren Bann. Einer von ihnen, Dr. Thomas Rödl vom LBV Hilpoltstein, berichtet an diesem Montag, den 3. April, über den Wandel der Ornithologie: Verbreitungsatlas, Dichteschätzung und Bestandstrends sind heutzutage wichtige Ziele der quantitativen Vogelerfassung.

Vor dem interessierten Publikum erläutert er die dazu nötigen systematischen Methoden und den aktuellen Stand verschiedener Programme zur Erfassung unserer Brutvögel. Eines davon ist www.ornitho.de: Hier kann jeder, ob Laie oder Experte, Vogelbeobachtungen eintragen und widerum selbst erfahren, welche Vögel in seiner Umgebung so gemeldet werden.

"Seit den 90er Jahren werden systematisch Daten von Ornithologen erfasst", erzählt Thomas Rödl. "Das sogenante Citizen Science wird immer mehr forciert". Dabei geht es darum, dass von möglichst vielen Menschen viele Daten eingehen. Über Apps ist das mittlerweile sehr schnell und einfach im Gelände möglich.

Im Anschluss gibt es eine lebhafte Diskussion über Chancen und Grenzen der Erfassungsprogramme. Sicher wird der ein oder andere Zuhörer in Zukunft seine Beobachtungen auch einmal melden und damit zu dem Wissen über Bestände von Vogelarten sowie zu deren Erhaltung etwas beitragen.

 

 

April 2017

Bild und Text: Judith Henkel


Damit die Eule wieder ruft: Einweihung des Goldbacher Trafoturms

Das Insektenhotel ist sicher bald gut besucht
Das Insektenhotel ist sicher bald gut besucht
Richard Kalkbrenner begrüßt die Gäste
Richard Kalkbrenner begrüßt die Gäste
Eine Infotafel zeigt, welchen Tierarten der Turm nun Lebensraum bietet
Eine Infotafel zeigt, welchen Tierarten der Turm nun Lebensraum bietet

2016 wurde der damals kaputte Goldbacher Trafoturm – langjähriger Wohnraum eines Eulenpaars - restauriert. Am Freitag, den 31. März, versammeln sich bei strahlendem Sonnenschein über 30 Beteiligte und Interessierte, um die Einweihung des Turms zu feiern. In leuchtendem Terrakotta warten hier nun ein Insektenhotel, Mauersegler-, Schwalben- und Fledermauskästen auf neue Bewohner. Das Penthouse ganz oben ist für die Schleiereule hergerichtet, die in den vergangenen Jahren im Turm gebrütet hat.

Der 1. Vorsitzende des Aschaffenburger LBVs Richard Kalkbrenner begrüßt Kinder, mitwirkende Firmen, Helfer und Naturfreunde und betont die gute Zusammenarbeit der ganz unterschiedlichen Akteure. Die LBV-Aktiven Thomas Stadtmüller, Thomas Bormann, Alex Vorbeck von Schlaraffenburger, der Schreiner Wolfgang Olbrich, die Christ Projektbau GmbH, die Goldbacher Mittelschule, die Goldbacher Gemeinde und viele andere haben dazu beigetragen, dieses Projekt zu verwirklichen.

Andreas Parr, der 2. Bürgermeister von Goldbach, spricht ebenfalls ein Grußwort und berichtet über die Geschichte des Trafoturms, der bereits 1922 gebaut wurde. Bei einer kurzen Turm-Begehung können schließlich alle den Turm von innen begutachten.

Ein gelungener Anfang und hoffentlich auch eine erfolgreiche Fortsetzung, denn noch heißt es: Warten auf die Eule. Wenn sie wiederkommt oder ein Artgenosse einzieht, steht schon eine Webcam bereit, damit sich viele Naturbegeisterte an diesem geheimnisvollen Tier der Nacht erfreuen können.

Mehr Informationen über die Restaurierung des Trafoturms gibt es hier.

 

April 2017

Fotos: Thomas Staab Text: Judith Henkel


Jahreshauptversammlung und Ehrungen des LBV Aschaffenburg

Voller Saal bei der öffentlichen Sitzung des LBV
Voller Saal bei der öffentlichen Sitzung des LBV
Passive und aktive Mitglieder: Jede/r Anwesende leistet einen Beitrag für die Natur
Passive und aktive Mitglieder: Jede/r Anwesende leistet einen Beitrag für die Natur
Die Jubilare 2017 mit den Vorsitzenden Richard und Ellen Kalkbrenner
Die Jubilare 2017 mit den Vorsitzenden Richard und Ellen Kalkbrenner

Der Saal ist voll bei der Jahreshauptversammlung der LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg: Über 60 Mitglieder treffen sich am Abend des 23.03., um etwas über die Arbeit der vergangenen und der kommenden Jahre zu erfahren. Der 1. Vorsitzende Richard Kalkbrenner berichtet mit einer Powerpoint-Präsentation über die verschiedenen Arbeitskreise und wie sie gewachsen sind. Genau wie die Mitgliederzahlen, die nun bei über 2200 liegen.

Auch die unterschiedlichen Ortsgruppen stellt er vor - nicht wenige der Aktiven dort haben im Lauf der letzten Jahre Preise für ihr Engagement verliehen bekommen, wie den Umweltpreis des Landkreises oder den Grünen Engel. Durch diesen besonderen Einsatz, den die LBVler immer wieder zeigen, konnten Tierarten wie Amphibien, Vögel wie Uhu und Steinkauz, Fledermäuse oder Biber erhalten und ihr Lebensraum gesichert werden. Durch Umweltbildungsveranstaltungen und in Kinder- und Jugendgruppen wird das Wissen darüber ansteckend und motivierend weitergegeben.

Damit das auch weiterhin koordiniert und geleitet werden kann, gibt es unter anderem den Vorstand. Dieser wird nun, nach der Offenlegung des Kassenberichts durch Dietrich Böhme, entlastet und neu gewählt. Alle sind zufrieden, wodurch sich an der Zusammensetzung des Vorstands nicht viel ändert. Es gibt einige neue Delegierte, die die Kreisgruppe an der Delegiertenversammlung des gesamtbayerischen LBVs einmal jährlich vertreten.

2017 ist ein besonderes Jahr - neben den Neuwahlen steht auch das 50-jährige Jubiläum der Kreisgruppe Aschaffenburg an, das im Rahmen der Veranstaltung "Kunst und Natur" am 25. Juni gefeiert werden wird. Genauso lange - 50 Jahre - sind auch einige Mitglieder bereits Teil des LBVs: hierfür werden mehrere Anwesende geehrt, ebenso auch für 10, 20 und 30 Jahre Mitgliedschaft. Die zweite Vorsitzende Ellen Kalkbrenner überreicht jedem Jubilar Urkunde, Anstecknadel und ein Geschenk aus dem Schlaraffenburger Streuobstprojekt.

Im Anschluss ist Raum für vielfältige Gespräche und die Beantwortung von Fragen. Diese Gegenseitigkeit zieht sich durch den Abend: Mitglieder schenken Ressourcen wie Zeit oder Geld für die Natur vor Ort, und durch den LBV erhalten Sie Informationen, Hilfestellung und Einblicke in das Resultat - die Vielfalt und die stabilen Ökosysteme, die dadurch geschaffen werden können.

 

März 2017

Bilder: Claus Fries Text: Judith Henkel


Bei den Wilden Pferden im Naturschutzgebiet Exe

Die Wildpferde haben reichlich Platz
Die Wildpferde haben reichlich Platz
Jacqueline Knoll erläutert die Lebensweise der Tiere
Jacqueline Knoll erläutert die Lebensweise der Tiere

Wiehern und Hufgetrappel neun wilder Pferde, die über weites Land galoppieren: Es ist Sonntag, der 19. März, und über 60 Interessierte wollen mehr über die Przewalski-Stuten erfahren, die Jacqueline Knoll als Pflegerin kennt und liebt. Sie kommen auf Zuruf sogar heran.

Frau Knoll führt die Gruppe einmal komplett um das umzäunte Areal herum. Mehrere Aussichtpunkte garantieren dabei einen guten Blick auf die Tiere, die hier seit August 2016 leben. Das 70 ha große Gelände wurde von deutschen Soldaten zunächst als Exerziergelände genutzt, später diente es den Amerikanern als Panzertrainingsstrecke. Im Rahmen einer Baumaßnahme der Bahn konnte es schließlich als Ausgleichsfläche für die Natur herhalten. Die Pferde übernehmen nun als eine Art "natürlicher Panzerersatz" die Aufgabe der Landschaftspflege: Sie schützen das Weideglände vor Verbuschung und schaffen durch ihr natürliches Verhalten offene Sandstellen und Tümpel für viele andere Tierarten. Im Sommer wird ein Teil des Geländes zusätzlich mit Schafen beweidet.

Jacqueline Knoll kennt jedes der Tiere beim Namen. Sie kommen von den unterschiedlichsten Orten wie Berlin oder Helsinki. Der Bestand der Przewalski-Pferde war weltweit stark zurückgegangen und die heutige Population geht auf gerade einmal 13 Tiere zurück. Die Aschaffenburger Tiere sind alle noch sehr jung, doch in zwei Jahrem soll ein Hengst die Herde ergänzen und irgendwann für Nachwuchs sorgen. Dabei werden Zucht und Wiederansiedlung streng überwacht.

Hier in Schweinheim herrschen ideale Bedingungen. Unter Bussarden, Turmfalken und Neuntötern grast die Stutenherde. Sie benötigen kein zusätzliches Futter und der bereitsgestellte Unterstand wird bisher nicht genutzt - es sind eben echte Wildpferde, die Hitze bis 40 und Kälte bis minus 30 Grad ertragen. "Drei Stuten balgen zurzeit noch um die Vorherrschaft", erzählt Frau Knoll. An der anregenden Diskussion beteiligen sich sowohl die anwesenden Kinder als auch fachlich versierte Erwachsene. Insgesamt ist es eine gelungene Führung, die es in Zukunft sicher noch einmal geben wird!

 

März 2017

Fotos: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Vogelstimmenwanderung im Park Schönbusch

Im letzten Licht eines schönen Tages horchen die Teilnehmer auf Gerd Andres und die Vogelstimmen der Umgebung
Im letzten Licht eines schönen Tages horchen die Teilnehmer auf Gerd Andres und die Vogelstimmen der Umgebung

Die Dämmerung naht an diesem 15. März und rund 40 Vogelfreunde sind ganz Ohr: Wer singt, klopft oder ruft zur Abendzeit im Park Schönbusch? Variationsreich und doch mit vielen Wiederholungen tönt es von weit oben im Baum. "Das ist die Singdrossel", weiß Gerd Andres vom Landesbund für Vogelschutz, "sie ist bekannt für ihre wiederholten Melodien".

Ganz absichtlich hat er diese frühe Zeit im Jahr für die erste Vogelstimmenwanderung gewählt, damit den Einsteigern die Unterscheidung der Vogelstimmen leichter fällt: Jetzt sind viele Zugvögel noch nicht wieder zurück, woduch die Anzahl der Sänger überschaubar bleibt. An der nächsten Kreuzung flötet es von rechts und von links, zwei Rotkehlchen lassen ihr schönes Lied vernehmen. "Im Winter singen bei den Rotkehlchen sogar die Weibchen", erklärt Gerd Andres. Während zwei Kleiber kopfüber einen Stamm hinunterlaufen, hören die Teilnehmer eine Amsel - und wieder die Singdrossel, die während des gesamten Spaziergangs nicht müde wird, zu pfeifen und zu tönen. Der Buchfink lässt sich an diesem Abend gar nicht blicken, obwohl er eine der häufigsten Brutvogelarten Deutschland ist. Menschen unterschiedlichster Altersgruppen nehmen sich an diesem Abend Zeit, um innezuhalten und zuzuhören. In der Böschung blüht der Lerchensporn, am Wegrand sitzt eine Kröte. Einige Kormorane ziehen über die Gruppe hinweg.

Der Rundgang endet am Aussichtsturm mit Ausblick auf eine große Graureiherkolonie: "Hier ist immer etwas los", kommentiert der Vogelspezialist Gerd Andres das Gezanke einiger Reiher. Sie schlafen nachts in hohen Bäumen, in denen sie meist auch ihre großen Nester bauen, oder am Ufer. Gerd Andres erzählt: "In Bayern gibt es 2500 Brutpaare. Wie der Kormoran unterliegt der Graureiher dem Jagdrecht und darf in einer bestimmten Zeit zur Verhinderung von wirtschaftlichen Schäden bejagt werden".

Viele begeisterte Teilnehmer wollen gar nicht gehen: "Das ist ein ganz neuer Zugang zu der Vogelwelt um uns herum", sagt eine Teilnehmerin. In den nächsten Wochen können alle üben - bei geöffnetem Fenster, im Garten oder bei einem Spaziergang. Die nächste Vogelstimmenwanderung findet am Mittwoch, den 26. April in Goldbach am Steinertsweg beim Parkplatz am Waldfriedhof statt. Hier können alle ihr Wissen nach und nach erweitern.

 

März 2017

Bild: Ellen Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Vogelkunde für Einsteiger

Reges Interesse an den Vögeln
Reges Interesse an den Vögeln
Gerd Andres führt in die Vogelkunde ein
Gerd Andres führt in die Vogelkunde ein
Auf der Leinwand links: Nur der Kleiber kann einen Baum kopfüber hinunterlaufen
Auf der Leinwand links: Nur der Kleiber kann einen Baum kopfüber hinunterlaufen

Rund 25 Vogelfreunde wollten am Mittwoch, den 8. März erfahren, was denn da so zwitschert und singt.

Der LBV-Aktive und Vogelexperte Gerd Andres vermittelte in seinem Vortrag das ganze Handwerkszeug, um unsere heimischen Singvögel richtig zu erkennen. Dabei ging er auf Themen wie Ausüstung und Verhaltensregeln ebenso ein wie auf die Systematik der Vögel sowie wichtige Fachbegriffe.

Anregend und unterhaltsam wurden die Zuhörer an die Ornithologie herangeführt. Erste Bestimmungshilfen sind dabei die Silhouette bzw. die Gestalt des Vogels, sein Verhalten und seine Nahrung. Dazu stellte Gerd Andres einige Beispiele vor wie den Haussperling bzw. Spatz: An seinem kräftigen Schnabel ist er als Körnerfresser zu erkennen, wodurch man mithilfe eines Bestimmungsbuchs schnell bei den Sperlingen landet.

Die 30 häufigsten Singvögel wurden anschaulich anhand von Bildern und Informationen präsentiert; 15 von ihnen auch anhand des Gesangs oder des Rufs. Der Vortrag war zugleich eine Einstimmung auf die drei kommenden Vogelstimmenwanderungen, von denen die erste bereits nächste Woche stattfindet (am 15. März). "Nach diesen drei Abenden kennen Sie alle diese 15 Vögel!", versicherte Gerd Andres den Anwesenden.

Es geht dabei um wahre Meister ihres Fachs: Der winzige Zaunkönig kann beispielsweise mit seinem Gesang eine Lautstärke von 90 dB erreichen, was mit einem LKW vergleichbar ist. Er baut seiner Auserwählten mehrere Nester, von denen sie sich schließlich eins aussuchen darf. Die Stare, die zurzeit vielerorts in Trupps unterwegs sind, können andere Vögel hervorragend nachahmen.

Gerd Andres zeigte den Zuhörern, dass im Vogelreich längst nicht nur gesungen wird, sondern gerufen, gespottet, geschnurrt und gezirpt. Auch Instrumentallaute wie das Klappern der Störche, der wummernde Sturzflug einer Bekassine oder das Trommeln eines Spechts sind unter Vögeln nicht ungewöhnlich.

Durch Anekdoten, Merksätze und eine Menge weiterer Tipps waren nach dem Vortrag viele Fragen beantwortet, bei den Besuchern das Interesse geweckt und der Einstieg in die Hobby-Ornithologie erleichtert.

Wer sich nun früh morgens von den schönsten Melodien wecken lassen und dabei wissen möchte, wie lange es noch bis zum Sonnenaufgang dauert, kann dies hier mithilfe der Vogeluhr lernen. Jede Vogelart hat ihren eigenen Auftritt und weiß selbst genau, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Für alle Interessierten (auch diejenigen, die lieber länger schlafen) wird Gerd Andres kommenden Mittwoch, am 15.3. um 18 Uhr im Park Schönbusch die erste Vogelstimmenwanderung anbieten.

 

März 2017

Fotos: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Main-TV-Interview zur Brut- und Setzzeit

Richard Kalkbrenner erzählt am Fasaneriesee über das Verhalten der Tiere im Frühling
Richard Kalkbrenner erzählt am Fasaneriesee über das Verhalten der Tiere im Frühling

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ist das Main-TV zum LBV Aschaffenburg, genauer zu den Vorsitzenden Richard und Ellen Kalkbrenner gekommen, um über ein aktuelles Naturthema zu berichten. Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März wurden die beiden in der Fasanerie Aschaffenburg interviewt.

Nachdem sich die Fragen im Januar noch um Tiere im Winter drehten, stand diesmal der Frühling im Mittelpunkt: Wie verhalten sich die Tiere nun, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen? Die Vögel beginnen mit dem Brüten, viele Tiere in Wald und Feld erwarten nun Junge und ziehen sie groß...dies und vieles mehr erzählten die LBV-Vorsitzenden nicht nur vor der Kamera, sondern auch für das Radio.

Die Brut- und Setzzeit dauert bis Mitte Juni. Vielleicht wird es ja dann ein Beitrag zu der Lebensweise der Tiere im Sommer geben.

Der aktuelle Filmbeitrag ist in der Mediathek von Main-TV zu finden unter der Titel "Wichtig bei der Brut- und Setzzeit" vom 2. März.

 

März 2017

Bild: Ellen Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Jungvogel gefunden - was tun?

Gerhard Kraus klärt auf: Meist gilt FINGER WEG von Jungvögeln
Gerhard Kraus klärt auf: Meist gilt FINGER WEG von Jungvögeln

Was ist zu tun, wenn man einen Jungvogel findet? Darüber klärten die Experten des Landebunds für Vogelschutz am Mittwoch, den 22. Februar in der Umweltstation Kleinostheim auf. 19 Vogelfreunde erfuhren während einer Präsentation von Gerhard Kraus, dass in den allermeisten Fällen gar nichts zu tun ist, da die Vogeleltern die Jungvögel auch am Boden weiter versorgen. Viele Vogelarten verlassen das Nest, bevor ihr Gefieder vollständig ist und wirken dadurch hilflos. Sitzt ein Vogel mitten auf dem Weg oder einer Straße, kann man ihn behutsam an eine geschützte Stelle setzen, wo die Eltern ihn wieder finden werden.


Eine Ausnahme davon bilden die Mauersegler: Wenn es ihnen an heißen Sommertagen unter dem Dach zu warm wird, versuchen sie manchmal das Nest zu verlassen und stürzen ab. Außerhalb des Nests können die Altvögel, die ihr Leben überwiegend in der Luft verbringen und vom Boden aus selbst nicht mehr losfliegen können, sie nicht mehr versorgen.
Handlung ist auch geboten, wenn ein Jungvogel in einem ausgehungerten, ausgekühlten oder durchnässten Zustand ist und selbst nach einer Stunde kein warnender Altvogel auftaucht.
In jedem Fall ist die Aufzucht schwierig und langwierig.
Die Besucher des LBV-Vortrags erfuhren, was einige Aktive bereits wochenlang selbst durchgestanden haben: Je nach Vogelgröße muss alle 30 bis 60 Minuten gefüttert werden, von morgens bis abends. Hierfür eignet sich für alle Vögel Eiweißbetontes Futter mit Kalk (fein gemahlene Eierschalen), beispielsweise fest ausgepresster Magerquark, gekochtes Eigelb, Hackfleisch, Insekten, im Handel erhältliches Weichvogelfutter und Wasser.
Wenn die Vögel gefiedert und die Schwanzfedern ausgewachsen sind, kann man sie an die Freiheit gewöhnen, indem man den offenen Käfig in den Garten stellt und weiter mit Futter bestückt. So können die Tiere die Umgebung erkunden und bei Bedarf zurückkehren.

Eine wichtige Information zum Schluss: Man sollte niemals zu Nestern von Bodenbrütern laufen! Sonst legt man eine Duftspur, der Füchse oder andere Feinde mühelos folgen.


Der spannende Vortrag wurde aufgelockert durch die Beantwortung vieler Fragen seitens der Zuhörer und alle konnten mit größerer Kenntnis unserer Vogelwelt und ausgerüstet mit Handlungsempfehlungen für den Ernstfall nach Hause gehen.
Weitere Infos und Adressen zum Thema finden Sie hier.

 

Februar 2017

Bild: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Exkursion zum Biber an der Gersprenz

Thomas Wolf erklärt die Eigenschaften des Bibers
Thomas Wolf erklärt die Eigenschaften des Bibers
Bernd, der Biber: Zum Anfassen nah
Bernd, der Biber: Zum Anfassen nah
Die Kinder untersuchten fortschreitende Fällarbeiten
Die Kinder untersuchten fortschreitende Fällarbeiten

Am Sonntag, den 12. Februar führte der Biberbeauftragte Thomas Wolf vom LBV zu den natürlichen Holzfällern hier im Landkreis: zum Biber.

43 Teilnehmer trafen sich an der Fischerinsel in Stockstadt und lauschten gespannt, wie der Biber durch Bernhard Grzimek in den Spessart gelangte. Mittlerweile gibt es über 100 Biber im Kreis Aschaffenburg, 12-14000 leben heute in ganz Bayern.

Thomas Wolf berichtete auch über die Lebensweise dieser Tiere: der Bestand ist in jedem Revier gleich, nach ca. zwei Jahren wandern junge Tiere ab. Die sieben interessierten Kinder erfuhren, dass Biber sich im Winter unter anderem durch Erlenrinde und im Sommer z. B. durch Feldfrüchte und Gras ernähren. Wenn der Biber eine Biberburg baut, befindet sich der Eingang immer unter Wasser - geschützt vor Feinden. Die Höhle wird an der Oberfläche mit Ästen abgedeckt. Reicht die Wassertiefe nicht aus, wird das Wasser eben gestaut. Die Baumeister und Künstler sind manchmal in der Abenddämmerung zu beobachten.

Zwei Stunden lang zeigten die Zuhörer Begeisterung für den Bewohner von Bächen und Flüssen - durch die Betrachtung der Nagespuren an den Bäumen, die sogenannten Biberrutschen ins Wasser und den ausgestopften Biber Bernd wird diese Exkursion sicher allen in Erinnerung bleiben. Viele spendeten für den Naturschutz an den LBV und haben damit dazu beigetragen, dass die Natur vor unserer Haustür weiterhin erhalten und erlebt werden kann.

 

Februar 2017

Bilder: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel


LBV demonstriert für einen Nationalpark Spessart

Freundliche Begrüßung der Umweltministerin Ulrike Scharf
Freundliche Begrüßung der Umweltministerin Ulrike Scharf
Der LBV zeigt Flagge: FÜR den Nationalpark
Der LBV zeigt Flagge: FÜR den Nationalpark
Bundesfreiwillige Daria sorgte für das leibliche Wohl
Bundesfreiwillige Daria sorgte für das leibliche Wohl

Am Freitag, den 10. Februar kam die Bayerische Umweltministerin für Gespräche mit den Gemeindevertretern und Landräten über einen möglichen Nationalpark Spessart nach Aschaffenburg. Vor dem Landratsamt fanden sich Gegner und Befürworter des Nationalparks ein und der LBV war natürlich auch mit dabei.

Gemeinsam mit anderen Organisationen und engagierten Bürgern demonstrierten rund 150 Leute friedlich für diese hohe Unterschutzstellung unseres besonderen Waldes. Dies entspricht auch dem allgemeinen Umgang des LBVs mit diesem Thema - friedlich, sachlich und offen soll der Austausch stattfinden können.

Gegen 9.30 Uhr fand sich Ulrike Scharf vor dem Landratsamt ein. Sie begrüßte nach einem Gespräch mit den Nationalparkgegnern alle Befürworter sehr herzlich und nannte die mögliche Entscheidung für einen Spessart-Nationalpark "historisch".

Im Laufe der nächsten Stunden wurden während der Gespräche der Ministerin eine Reihe von Interviews geführt, unter anderem mit dem Main-Echo. Dabei wurden auch die Vorsitzenden des LBVs zu ihrer Position befragt, wobei sie die Bedeutung eines Nationalparks als Chance betonten und dass es auch viele Menschen gibt, die hinter der Nationalpark-Idee stehen.

Viele Plakate und Rufe der Nationalparkgegner konnten durch die Aussagen von Ulrike Scharf bereits entkräftet werden - es ist Unsinn, dass es ein Betretungsverbot für den gesamten Park geben wird und auch die Spessart-Eiche wird nicht verschwinden: In der Pflegezone eines Nationalparks könnte der Wald weiterhin bewirtschaftet werden. Und auch Sorgen um die Wasserversorgung der Gemeinden erwiesen sich als unbegründet.

Insgesamt war es ein buntes, von der Gegenseite teils recht lautes Ereignis, das gezeigt hat, wie das Thema Menschen im Landkreis und darüber hinaus bewegt. Der Dialog mit der Region soll fortgesetzt werden und eine Studie soll die komplexen Fragen zum Nationalpark Spessart beantworten, auch zur Klärung der Holzrechte-Problematik.

Anfang März will sich die Ministerin mit Verbänden treffen. Der LBV wird sich weiterhin für die Wahl dieses einzigartigen Lebensraums einsetzen. Leben braucht Vielfalt - wie die Artenvielfalt des Spessarts mit Halsbandschnäpper, Mittelspecht, Stachelbart und vielen weiteren Tieren, Pflanzen und Pilzen.

 

Februar 2017

Bilder: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Main-TV beim LBV

Drehaufnahmen mit Ellen im Schnee
Drehaufnahmen mit Ellen im Schnee
Ellen mit den Reporterinnen von Main TV
Ellen mit den Reporterinnen von Main TV

 

Für einen Filmbeitrag zum Thema "Überwintern" wendete sich Main-TV an die Vorsitzenden der Kreisgruppe Richard und Ellen Kalkbrenner. Gefragt wurde insbesondere nach den Überlebensstrategien verschiedener Tierarten: Wie schaffen sie es, auch bei Minusgraden nicht zu erfrieren?

Kompetente Antworten erhielten sie bei einem eineinhalbstündigen Interview am Fasaneriesee Aschaffenburg. Ellen stellte beispielweise die Überwinterungsstrategie des Bibers (im Bau) und des Maulwurfs (in der Höhle, wach mit Futter, zur Not auch draußen) vor. Richard beschrieb das Verhalten der Fische (am Seegrund oder im Bach) und des Zitronenfalters, der eine ganz ausgeklügelte Methode anwendet und durch Frostschutz in den Zellen hervorragend draußen überwintern kann.

 

Februar 2017

Bilder: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Vortrag "Der Spessart - Schatztruhe der Biodiversität"

Richard Kalkbrenner, Hartwig Brönner und Jürgen Herzing für den Nationalpark Spessart
Richard Kalkbrenner, Hartwig Brönner und Jürgen Herzing für den Nationalpark Spessart
Richard Kalkbrenner leitet den Abend mit Hartwig Brönner ein
Richard Kalkbrenner leitet den Abend mit Hartwig Brönner ein

 

Im Rahmen der Diskussion um den Spessart als dritten Nationalpark in Bayern stellte Hartwig Brönner, der Kreisvorsitzende des LBV Main-Franken, den Wert und die Besonderheiten dieses Naturraums am 25. Januar im JUZ Aschaffenburg vor.

Eine Besonderheit ist die hohe Biodiversität, die im Spessart beispielsweise im Naturschutzgebiet Rohrberg mit seinem alten Eichenbestand herrscht. Ursprünglich von dem Namen "Spechtshaardt" abgeleitet, bietet der Spessart vielen daran angepassten Vögeln einen Lebensraum und einen Rückzugsort, wie dem Halsbandschnäpper und dem Mittelspecht. Diese sind, genau wie viele Käfer- und Pilzarten, auf Wälder mit einem hohen Totholzanteil angewiesen, die in Deutschland Seltenheitswert haben.

Die Eichen, die Lichtkeimer sind und häufig zur Furnierherstellung gefällt werden, bedürfen einer Unterschutzstellung, damit es weiterhin alte Bäume dieser Gattung im Spessart gibt. Sie setzen sich durchaus an einigen Stellen im Spessart durch.

Abseits der Wege findet teils eine weitaus häufigere Abholzung statt, als den meisten Menschen bekannt ist. Hartwig Brönner erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Kahlschläge im Löwenstein´schen Fürstenwald, in dem Buchenwälder abgeholzt und durch Douglasienpflanzungen ersetzt wurden.

Um sich ein Bild von der Größenordnung eines Nationalparks machen zu können, präsentierte Hartwig Brönner auch einige Zahlen. Die Staatswaldfläche im Spessart beträgt 42000 ha. Ein Nationalpark würde 10000 ha umfassen - nur 5 % der freien Landschaft im Spessart.

Nach dem interessanten Vortrag gab es eine anregende Diskussion mit vielen Fragen, an der sich auch Aschaffenburgs Bürgermeister Jürgen Herzing beteiligte, der sich bereits für den Nationalpark ausgesprochen hat.

Auch der LBV setzt sich für einen Nationalpark ein und verfolgt gespannt die weitere Entwicklung in der Region. Am 10. Februar wird es ein Treffen der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf mit den entsprechenden Gemeinden und Landkreisen geben, wodurch das Thema Nationalpark Spessart konkreter werden könnte.

 

Bilder: Ellen Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Neujahrsfeier der LBV-Kreisgruppe

Reger Austausch unter den Aktiven
Reger Austausch unter den Aktiven
Künstlerischer Beitrag von Ellen Kalkbrenner zum Thema Streuobstwiese
Künstlerischer Beitrag von Ellen Kalkbrenner zum Thema Streuobstwiese

Das neue Jahr wurde am 19. Januar bei einer Neujahrsfeier in der Umweltstation in Kleinostheim begrüßt. Eingeläutet durch ein Trompetensolo von Richard Weibert genossen Jung und Alt das Essen, die Gespräche und einen selbstverfassten Text von Ellen Kalkbrenner, der den Zuhörern auf eine anregende und lustige Art die Bedeutung von jungen und alten Bäumen auf der Streuobstwiese näherbrachte.

Highlights des vergangenen Jahres und Ausblicke auf das Jahr 2017, in dem beim LBV sehr viele Aktionen sowie die 50-Jahres Feier am 25. Juni geplant sind, waren eines der vielen Themen, über die sich die Mitglieder austauschten.

Mit Zuversicht und Tatendrang, vor allem aber gemeinschaftlich startete die Kreisgruppe in das Jahr und freut sich darauf, auch 2017 wieder etwas bewirken zu können für die Natur.

 

2017 Januar

Bilder: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel


Der LBV bereitet sich auf die baldige Krötenwanderung vor

Gespannt lauschen die Aktiven Hermann Bürgin
Gespannt lauschen die Aktiven Hermann Bürgin

Am 18. Januar fand ein Treffen mit LBV-Aktiven statt, um den Ablauf der Krötenwanderungen vergangener Jahre zu betrachten und die kommende Amphibiensaison vorzubereiten, insbesondere an der Fasanerie Aschaffenburg.

Hermann Bürgin stellte die entsprechenden Zahlen vor, die einen deutlichen Rückgang der Kröten von 1800 auf 300 Individuen im Jahr 2015 abbilden, wobei im Jahr 2016 mit 600 Kröten wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen war. Dabei wurden auch mögliche Ursachen für den allgemeinen Rückgang genannt, beispielsweise Fressfeinde wie Waschbären, Reiher, Fische und Schildkröten oder eine Pilzerkrankung. Außerdem erläuterte Hermann Bürgin den fachgerechten Umgang beim Aufbau des Krötenzauns, der in Zukunft von der Stadt Aschaffenburg übernommen wird.

Hannah Diehl vom Umweltamt Aschaffenburg und Gerhard Weber präsentierten die Ergebnisse nach dem Abpumpen des Fasaneriesees im Jahr 2016. Dieses Jahr ist eine Schlamm-Mineralisierung geplant und die Schildkröten sollen eingefangen und in eine Tierauffangstation gebracht werden.

Der Krötenzaun am Klinikum wird seit 2016 vom LBV betreut, nachdem sich die Klinik-Mitarbeiterin Jennifer Fuhrmann in den vergangenen Jahren liebevoll um die bis zu 1000 Kröten gekümmert und schließlich den LBV um Unterstützung gebeten hat.

In Zukunft wird Hermann Bürgin die Organisation des Aufbaus an Werner Horler weitergeben und Karin Philipp wird weiterhin die Einteilung der Aktiven für den Transport der Tiere übernehmen. Wir hoffen sehr, dass die fleißigen Helfer dieses Jahr vielen Tieren über die Straße helfen können.

 

2017 Januar

Bild: Richard Kalkbrenner Text: Judith Henkel

 

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