Aktionstag an der Umweltbildungsstation

Freude pur! (Foto: Andrea Kammer)
Freude pur! (Foto: Andrea Kammer)
Ein Bienen-Gedicht (Foto: Andrea Kammer)
Ein Bienen-Gedicht (Foto: Andrea Kammer)

Am 05. Mai 2018 fand in Aschaffenburg-Schweinheim die feierliche Eröffnung der neuen Umweltbildungsstation der Stadt Aschaffenburg statt. Auf dem Gelände wurde zudem der große "Aschaffenburg-summt!"-Aktionstag ausgerichtet. Den ganzen Tag wurde ein buntes Programm zum Anschauen, Zuhören und Mitmachen für die ganze Familie geboten.

Nach der Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Klaus Herzog, sprach Cornelis Hemmer von der Stiftung Mensch und Umwelt zur Initiative "Deutschland summt!" und zur Zusammenarbeit mit dem lokalen Bündnis "Aschaffenburg summt!". Zum Abschluss des offiziellen Teils gab es noch einen launigen Dialog zwischen Hannah Diehl (Stadt AB), Walther Peeters (Imker Damm) und Daniel Feldmann (LBV), den Ansprechpartnern vom Aktionsbündnis "Aschaffenburg summt!".

Nun konnte die neue Umweltbildungsstation besichtigt werden. Es waren viele verschiedene Stände aufgebaut, so dass es allerhand zu erfahren und zu entdecken gab. Am AB-summt!-Aktionsstand konnten Kinder etwas zum Thema Bienen malen oder am Glücksrad mit Bienen-Quiz ein Honigbonbon gewinnen. Zudem gab es AB-summt!-Honig der Dämmer Imker zu kaufen. Die Stadt Aschaffenburg verteilte Samentütchen mit einer Mischung heimischer Blühpflanzen, am Stand des Bund Naturschutz wurden eifrig Insektenhotels gebastelt und auch die Privatschule Krauß versorgte die Gäste mit Informationen und neuen Gartenpflanzen. Zu einem erfrischenden Getränk aus naturverträglichem Anbau kam man an diesem warmen Maitag am Stand des LBV-Streuobstprojektes "Schlafraffenburger". Darüber hinaus gab es noch viele weitere Stände und Möglichkeiten auf dem Gelände.

Im weiteren Programm drehte sich alles um die Biene. Ellen Kalkbrenner, 2. Vorsitzende des LBV, trug ein amüsantes - aber auch zum Nachdenken anregendes - Bienengedicht vor. Lisa Fleckenstein spielt auf ihrer Gitarre und sang dazu zwei Bienenlieder, was im Publikum große Begeisterung hervorrief. Zudem spielte Birgit Merget vom Bienenzuchtverein AB-Damm ein kleines Theaterstück mit Bienen-Fingerpuppen, was die kleinen Gäste der Veranstaltung in ihren Bann zog. Des Weiteren war die Wanderausstellung "Bayern summt!" zu Gast. Die Ausstellung bietet interessante Informationen über Wildbienen, andere Bestäuberinsekten und biologische Vielfalt. 

 

Sie können die Ausstellung auch noch den kommenden Wochenenden besuchen (12./13.05. + 19./20.05. jeweils von 11.00 - 17.00 Uhr)! Wir bedanken uns bei allen Helfern für die erfolgreiche Durchführung und bei allen Gästen fürs Kommen!

 

Das Bienengedicht und den Eröffnungsdialog können Sie über die Links noch einmal nachlesen.


Auf Schwarzkehlchen-Suche am Exe

Schwarzkerlchen-Männchen (Foto: Rosl Rössner, LBV-Bildarchiv)
Schwarzkerlchen-Männchen (Foto: Rosl Rössner, LBV-Bildarchiv)

Das Rotkehlchen ist wohlbekannt, doch in Deutschland leben auch noch weitere Vögel, die nach der Färbung ihrer Kehle benannt sind, wie das Blau- und das Braunkehlchen. Und das Schwarzkehlchen, das am Donnerstag, den 03. Mai, eine Gruppe von Vogelfreunden nach draußen zu einer Führung des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) lockte. Ausgestattet mit Ferngläsern und Fotoapparaten folgt die Truppe dem LBVler Roland Mayer ins Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Aschaffenburg“ in Schweinheim.  Das Schwarzkehlchen, ein kleiner Singvogel aus der Familie der Drosseln, wurde schon öfters am Exe beobachtet. Durch die Zerstörung seines Lebensraums steht das es auf der Roten Liste, doch die offenen Flächen am Exe mit Büschen und Gräsern bieten dem schönen Vogel eine Brutmöglichkeit. 

Der Experte erzählt einiges über das Schwarzkehlchen: Zuerst kehren die Männchen aus dem Winterquartier zurück, später auch die Weibchen. Den Nachwuchs ziehen sie gemeinsam auf - „also moderne Aufgabenteilung in der Familie“, merkt ein Teilnehmer grinsend an. Um das Schwarzkehlchen zu entdecken, sollte sich der Beobachter möglichst auf den Boden konzentrieren: „hier jagt und brütet es“, erklärt Roland Mayer. 

Zwei Teilnehmer sind recht sicher, den kleinen Vogel gesehen zu haben, doch die freudige Überraschung hat ein schnelles Ende: um eine vorübergehende Tagesweide für Heckrinder abzustecken, befinden sich mehrere Zuständige der Bundesforsten auf der Weide, wodurch weitere Beobachtungen an dieser Stelle erschwert werden.

Die Truppe wandert kurzerhand ein Stück hangaufwärts und entdeckt neben Rohrammer und vielen Turmfalken mehrere Neuntöter. Diese Vögel sind ebenfalls selten geworden und auf offene Landschaften mit Dornensträuchern angewiesen, auf denen sie ihre Beute - meist Insekten - zur Vorratshaltung aufspießen. Der Vogelkenner Roland Mayer ist ganz flexibel und weiß auch zu anderen Vogelarten eine Menge zu berichten.

Abschließend sind die Naturfreunde Zeugen der Ankunft der Heckrinder im Naturschutzgebiet und erleben somit eine andere Besonderheit. Die großen Weidetiere, die dem ausgestorbenen Auerochsen ähneln, werden den Przewalski-Pferden in Zukunft Gesellschaft leisten.

Weitere Vogelführungen in der Stadt folgen in den nächsten Wochen - mehr dazu hier!

 

Mai 2018

Text: Judith Henkel 


Führung zu den summenden Streuobstwiesen

Am vergangenen Sonntagmorgen (22.04.18) trafen sich in Aschaffenburg-Obernau rund 50 Naturinteressierte, um an der Führung „Die summenden Streuobstwiesen von Obernau“ teilzunehmen. Bei herrlichem Wetter wurde der Lebensraum Streuobstwiese erkundet, und  es wurden einige seiner Bewohner vorgestellt. Die Apfelbäume standen wunderbar in Blüte und gaben  so eine schöne Kulisse ab. An verschiedenen Stationen wurde eine  der prägenden Kulturlandschaften unserer Region vorgestellt. Dabei wurde u. a. auch der gefährdete Steinkauz angesprochen, welcher am bayerischen Untermain sein wichtigstes Verbreitungsgebiet in Bayern hat. Auch auf das Projekt „Schlaraffenburger“  wurde eingegangen. Durch dieses soll der Erhalt von Streuostwiesen durch eine wirtschaftliche Nutzung sichergestellt werden. Dann ging es zum summenden Teil der Veranstaltung. Die auf der Streuobstwiese lebenden Honigbienen-Völker wurden präsentiert. Die Bienen waren sehr fleißig, und man konnte sie schon aus einiger Entfernung summen hören. Neben den Honigbienen wurde aber auch auf die Gefährdung unserer Wildbienen eingegangen. Es wurde dabei u. a. aufgezeigt wie wichtig die bestäubenden Insekten für unsere Lebensmittelproduktion sind. Die Initiative „Aschaffenburg summt!“ möchte daher unsere Stadt bienenfreundlicher gestalten und ruft zum Mitsummen auf. Zum Abschluss gab es dann noch Honigbrote und Schlaraffenburger  Apfelschorle für alle Teilnehmer, um die leckeren Erzeugnisse von der Streuobstwiese gleich vor Ort zu probieren.

 

April 2018

Text und Bilder: Daniel Feldmann


Mitgliederwerbung für den Naturschutz

Seit über 50 Jahren engagiert sich der Landesbund für Vogelschutz (LBV) aktiv für die Natur im Landkreis Aschaffenburg. Mit Erfolg! Auf den vom LBV gepflegten Flächen sind Arten zu finden, die es sonst nirgendwo im Landkreis mehr gibt. Rund 100 ehrenamtliche Aktive aller Altersgruppen unterstützen die Naturschutzprofis mit viel Elan und Begeisterung bei der Arbeit. „Jedes neue Mitglied – egal ob aktiv oder passiv - stärkt den LBV und damit die Natur im Landkreis“, hebt der LBV-Kreisvorsitzende Richard Kalkbrenner hervor. In den Wochen ab dem 16. April sind Teams naturbegeisterter Studenten während einer Haus-zu-Haus-Werbeaktion für den LBV unterwegs. „Unterstützen Sie uns und werden Sie Mitglied!“ 

 

Im Zentrum der Arbeit des LBV in Stadt und Kreis Aschaffenburg steht der Erhalt der Natur mit all ihren Facetten. Die LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg hat im Landkreis insgesamt ca. 70 ha an Pacht- und Eigentumsflächen, die sie betreut. So werden wichtige und seltene Lebensräume erhalten und entwickelt. Die Ehrenamtler pflegen unter anderem die für den Artenschutz wichtigen Streuobstwiesen, in denen auch der Steinkauz lebt – eine stark gefährdete Eulenart, deren Bestand am Untermain als wichtigste Population Bayerns gilt und seit Jahren vom LBV überwacht und kontrolliert wird. 

In den letzten Jahrzehnten konnte der LBV mehrere großflächige, zusammenhängende Schutzgebiete im Landkreis kaufen bzw. pachten, die sich gut entwickeln und zahlreichen Tieren und Pflanzen ein Zuhause bieten. Feuchtflächen und weitere Biotope bieten dabei Rückzugsmöglichkeiten für seltene Arten, die vielerorts keine geeigneten Bedingungen mehr vorfinden.

 

Auch in der Stadt gibt es Natur: zwei große Projekte in Aschaffenburg laden zum Mitmachen ein. Mit „Aschaffenburg summt!“ setzt sich der LBV gemeinsam mit der Stadt und den Imkern aus Damm erfolgreich für mehr Blütenreichtum und damit für Bestäuberinsekten wie Bienen und Hummeln ein. Außerdem hat das motivierte LBV-Team ein Gebäudebrüter-Projekt ins Leben gerufen, um sich für Mauersegler, Schwalben und Co. sowie für Fledermäuse einzusetzen, die an Gebäuden leben und nisten und immer weniger Brutplätze finden. Ab Mai werden Nistplätze im Stadtgebiet kartiert, Hausbesitzer werden zu dem Thema beraten und weitere Brutmöglichkeiten geschaffen.

 

Der klassische Artenschutz kommt in der Kreisgruppe ebenfalls nicht zu kurz: über den gesamten Landkreis verteilt kümmert sich die Kreisgruppe um Nistplätze für Uhu, Falke, Schleiereule und Waldkauz. Im Wald werden Nisthilfen für Singvögel sowie Fledermausquartiere betreut. Zur Zeit der Amphibienwanderung stellt der LBV Zäune auf, an denen über Wochen Kröten, Frösche und Molche gesammelt werden, um sie vor dem Tod auf der Straße zu bewahren.

 

Wer Natur und Vögel schützen will, muss für sie begeistern. Deshalb engagiert sich die Aschaffenburger Kreisgruppe auch in der Umweltbildung. Viele Veranstaltungen im Landkreis finden in der Umweltstation Naturerlebnisgarten Kleinostheim statt – mit 8.000 Besuchern im Jahr. Auf der über vier Hektar großen Fläche sind zahlreiche Lebensräume entstanden, in denen die großen und kleinen Wunder der Natur entdeckt werden können. Hier und an vielen weiteren Orten im Landkreis werden übers Jahr verteilt zahlreiche Führungen für Erwachsene, Familien und Kinder zu unterschiedlichsten Themen angeboten. Mit sieben Kindergruppen im Kreis findet eine sehr aktive Jugendarbeit statt, bei der durch Camps und regelmäßige Aktionen Naturbegeisterung von klein auf vermittelt wird.

 

Ohne eine breite Unterstützung durch Mitglieder, Förderer und Aktive ist die Vielzahl der Aufgaben auf Dauer von der Kreisgruppe nur schwer zu bewältigen. Deshalb hoffen Vorstand und Geschäftsstellenleitung auf zahlreiche neue Mitglieder: „Wir können jede Unterstützung brauchen“, so Richard Kalkbrenner.

 

Wichtig ist: Die Studenten können sich ausweisen und sind am LBV-T-Shirt erkennbar. Geld nehmen sie auf gar keinen Fall entgegen, umso lieber aber Ihre Beitrittserklärung. Mit dieser unterstützen Sie nachhaltig den LBV und seine Arbeit für die Natur im Landkreis. 

 

Vielen Dank an alle, die den erfolgreichen Arten- und Biotopschutz vor Ort durch den LBV bereits seit über 50 Jahren möglich machen!


Mehlschwalben huschten über die Leinwand (Foto: Zdenek Tunka, LBV-Bildarchiv)
Mehlschwalben huschten über die Leinwand (Foto: Zdenek Tunka, LBV-Bildarchiv)
Der Turmfalke und die Schleiereule waren ganz real (links: der Falkner Herr Hoffmann)
Der Turmfalke und die Schleiereule waren ganz real (links: der Falkner Herr Hoffmann)

Über und unter den Dächern Aschaffenburgs

Die Bestände vieler Vogelarten gehen seit Jahren zurück – meist unbemerkt. Einige dieser Vogelarten leben eng mit den Menschen zusammen – sogar unter einem Dach. Zu diesen sogenannten Gebäudebrütern zählen unter anderem Mauersegler, Schwalben und Spatzen. Die Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) möchte ihnen helfen und hat dazu in der Stadt Aschaffenburg ein neues Projekt ins Leben gerufen.

Am Freitag, den 13. April fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt im JUKUZ statt, wo die Besucher erfuhren, warum den Gebäudebrütern geholfen werden muss und was der LBV so vorhat. „Der LBV kümmert sich bei weitem nicht nur um die Vogelwelt“, stellt der erste Vorsitzende Richard Kalkbrenner den Arten- und Biotopschutzverband zunächst vor. Doch diesmal geht es tatsächlich in erster Linie um die Vögel. Und um die Fledermäuse, schon in kleinsten Gebäuderitzen den Tag verbringen. 

 

Der Veranstaltungssaal verwandelt sich plötzlich in ein Stück Natur: Schwalben sausen über den Bildschirm, Falken rufen laut und begeistern die Zuhörer. „Durch Sanierungen, Abrisse und Neubauten finden die Tiere immer weniger Brutmöglichkeiten“, erklärt der Biologe und Projektleiter Klaus Heller. Dass das Entfernen von Nestern und Hohlräumen, in den sich die Gebäudebewohner aufhalten, außerdem verboten ist, erfahren die Anwesenden von Maria Quittek von der Aschaffenburger Naturschutzbehörde. Die Tiere kehren immer an denselben Brutplatz zurück.

Mit Filmszenen wird das Thema lebendig - ein Filmbeitrag zeigt Herrn Unsöld aus Ellzee, der an seinem Haus über 50 Schwalbennisthilfen angebracht hat, die alle angenommen wurden. „Faszinierend und ansteckend!“, sagt eine Zuschauerin. Das ehrenamtliche LBV-Team wird in der kommenden Brutsaison zunächst in den Aschaffenburger Straßen nach Brutplätzen von Gebäudebrütern Ausschau halten - nur bekannte Nistplätze können auch geschützt werden. Außerdem will der LBV zum Thema Gebäudebrüter beraten sowie weitere Brutplätze schaffen.

 

Im Anschluss bringen zwei Falkner einen Turmfalken, einen Wanderfalken und eine Schleiereule namens Wesley herein. Diese Vogelarten brüten natürlicherweise an Gebäuden. Insbesondere Wesley zaubert vielen der Naturfreunden ein Strahlen aufs Gesicht. Mit vielen Gesprächen geht die Auftaktveranstaltung zu Ende. Für die Gebäudebrüter in Aschaffenburg ist dies jedoch erst der Anfang. 

 

April 2018

Bilder. Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Einen besonderen Feuersalamander...

...fand Alexandra Richter vergangene Woche. Die Amphibienwanderung zu kleinen Stillgewässern, an denen die Tiere ablaichen, ist nun vorüber, und damit auch der tatkräftige Einsatz vieler Ehrenamtler, die die Kröten, Frösche und Molche jeden Tag sicher über die Straßen in Stadt und Landkreis Aschaffenburg trugen.

 

Vor einigen Tagen wurden allerdings noch richtig viele Feuersalamander gesichtet, die in Richtung Bach unterwegs waren. Frau Richter entdeckte dabei ein seltenes orangegeflecktes Tier. Donnerwetter - das möchten wir weiteren Naturfreunden zeigen! Man wird eben immer wieder überrascht, wenn man draußen unterwegs ist...

 

Vielen Dank an Alexandra Richter für die Bilder und den Film!


Wilde Schönheit - gut gepflegt

Gestreifte Quelljungfer (Bild: Guter Farka)
Gestreifte Quelljungfer (Bild: Guter Farka)
Feuchtfläche des LBVs
Feuchtfläche des LBVs

61 ha hat der Landesbund für Vogelschutz im Landkreis Aschaffenburg an Eigentums- und Pachtflächen. Die Daten über diese Schutzgebiete waren jedoch teils veraltet. Um zu erfahren, welche Arten zurzeit auf den Flächen vorkommen, waren im Jahr 2017 drei Kartierer unterwegs und erfassten Vogel-, Libellen-, Amphibien- und Pflanzenarten im Landkreis. Am 05. April wurden die Ergebnisse dieses Kartierungsprojekts vorgestellt, das von der Glücksspirale und dem Bayerischen Naturschutzfonds gefördert wurde.

 

Was die Flächen so wertvoll macht, ist ihre sogenannte Ausstattung - so wie viele Menschen sich erst mit einem Sofa und einer schönen Küche richtig daheim fühlen, brauchen auch Tiere und Pflanzen eine bestimmte „Einrichtung“, um sich wohl fühlen oder auch nur überleben zu können. Die seltene und gefährdete Gestreifte Quelljungfer, eine Großlibelle, benötigt beispielsweise einen naturnahen Quellbach, der das ganze Jahr über frisches, kühles Wasser führt und so nur noch selten zu finden ist - viele Quellen werden gefasst, verbaut oder verschüttet. In nur 300 m Umkreis jagt und lebt sie - am besten im Wald oder am Waldrand. Sie fliegt nur 4 bis 6 Wochen lang und kommt nur an wenigen Orten vor - unter anderem auf LBV-Flächen, wo Günter Farka sie nachweisen konnte. 

Viele weitere Tier- und Pflanzenarten konnten erfasst werden - seltene Wasserpflanzen genauso wie Arten, die magere, also nährstoffarme Böden benötigen. Bedrohte Vogelarten wie der Wendehals fühlen sich ebenfalls in Schutzgebieten des LBVs wohl, wie Gerd Andres feststellte. Der Wendehals, ein Höhlenbrüter, braucht Spechtlöcher oder ähnliche Möglichkeiten zum Nisten und frisst am liebsten Wiesenameisen, weshalb er auf offene, freie Flächen wie Wiesen oder Magerrasen angewiesen ist.

 

Auf Grundlage der Kartierungsergebnisse kann nun die Pflege der Flächen optimiert und an die Ansprüche der seltenen Arten angepasst werden. Denn auch wenn die Biotope wild und ursprünglich wirken, bedürfen sie regelmäßigen Eingriffen, damit sie nicht zuwachsen und zu Wald werden. Im Anschluss an den Vortrag wächst das Team der Flächenpfleger - mehrere Zuhörer sind von den LBV-Flächen und natürlich den besonderen Lebewesen dort so begeistert, dass sie sich für sie einsetzen und selbst Hand anlegen möchten. So werden sich die Lebensräume weiterhin gut entwickeln - als Kleinode der Natur.

 

April 2018

Text: Judith Henkel


Neues Gewässerteam!

Ob wohl jemand unserem neuen Gewässerteam das Wasser reichen kann?

In jedem Fall ist eine tolle Truppe, die hochmotiviert ist und viel vor hat! Wir werden regelmäßig über ihre Aktivitäten berichten. Zunächst könnt ihr mehr über sie und über das Thema Gewässer hier erfahren!


Vogel-Glückseligkeit in Kleinkahl

Viele Kernbeißer!
Viele Kernbeißer!
...und noch mehr!
...und noch mehr!

Heute erreichte uns eine schöne Meldung aus Kleinkahl (Oberer Kahlgrund):
Der Garten von Herrn Eich ist für viele Vogelarten eine Oase - und dadurch wird dieser schöne Ort auch für den Beobachter zu einem kleinen Paradies. Hier tummeln sich bis zu 20 Kernbeißer, verschiedene Tauben, Dompfaffe, Buntspechte und viele weitere Vögel. Alles nur, weil der Naturfreund ihnen etwas Futter und Wasser anbietet - sie nehmen sein Willkommensgeschenk sehr gerne an!

Vielen Dank für die Fotos und weiterhin viel Freude mit den Vögeln!

 

April 2018

Bilder: Manfred Eich, Text: Judith Henkel


Mit dem Wolf in Bayern leben

Er ist zurück - wir dürfen lernen, damit umzugehen
Er ist zurück - wir dürfen lernen, damit umzugehen

Der Wolf ist faszinierend und zugleich für verschiedene Interessengruppen eine Herausforderung. Wie können wir mit seiner Rückkehr umgehen?

LBV-Wolfsbotschafter Günter Trapp beleuchtete in seiner Präsentation am 27. März den großen Beutegreifer von allen Seiten - und wurde dabei von begeisterten Teilnehmern ganz besonders für seine Sachlichkeit gelobt.

Die hohe Anzahl gespannter Teilnehmer zeigt, wie groß das Interesse an dem hochaktuellen Thema ist, das Herr Trapp so ausführlich präsentiert. Der Wolf wurde vor über 150 Jahren in Deutschland ausgerottet. Er ist nicht wie andere Wildtiere vom Menschen wiederangesiedelt worden, sondern kam von allein zurück. Nun gibt es hier bereits über 70 Rudel, mehrere Paare und Einzelwölfe. "Damit müssen wir nun umgehen", stellt der Wolfskenner fest.

Günter Trapp erklärt, woran ein Wolf zu erkennen ist, und nimmt den Zuhörern die Angst - auch Schafhalter sitzen im Publikum. Der Wolf ist sicher nicht ungefährlich, doch selbst in Ländern mit hohem Wolfsbesatz gibt es kaum Übergriffe auf den Menschen - im Gegensatz zu Angriffen durch Hunde, die weit häufiger vorkommen.

Der Experte ist selbst auch Jäger. „Das Schwarzwild nimmt immer mehr zu“, beklagen sich einige Zuschauer. Der Wolf kann hier ein Stück weit Abhilfe schaffen: „Er geht den Weg des geringsten Widerstands und jagt alte, schwache, aber auch junge Tiere“, erklärt Herr Trapp. Dadurch dezimiert er nach und nach auch deren Bestand. Natürlich reißt der Wolf auch Nutztiere, wenn diese für ihn leicht zu erreichen sind - „hier fehlt in Bayern noch ein geeignetes Gesetz für eine entsprechende Entschädigung“, betont der Fachmann.

An diesem Abend bringt er einer großen Gruppe an Interessierten nahe, was den Wolf eigentlich ausmacht, und dass ein Miteinander möglich ist. Der Wolf ist ein Wildtier, doch gemeinsam können Lösungen gefunden werden. Der Landesbund für Vogelschutz setzt sich sehr für einen sachlichen Umgang mit dem Thema ein und baut auf die Zusammenarbeit von Naturnutzern und Naturschützern - Konflikte können so weitgehend vermieden werden. Ein finanzieller Ausgleich für Verluste von Nutztierhaltern wird in Bayern bisher von der Trägergemeinschaft „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“ beglichen, der der LBV angehört.

Vorsorge, Aufklärung und Gespräche mit allen Beteiligten - so können wir lernen, in Zukunft mit dem Wolf in Bayern zu leben. Hier findet ihr weitere Infos!

 

April 2018

Bild: Andra Kammer, Text: Judith Henkel


Fünf Eigentumswohnungen für Star und Co.

Früh übt sich
Früh übt sich
Für die Vögel geht es hoch hinaus!
Für die Vögel geht es hoch hinaus!
Der kleine Helfertrupp
Der kleine Helfertrupp

Nach den langen und kalten Wintertagen haben unsere gefiederten Freunde beim ersten Sonnenstrahl angefangen Nistmöglichkeiten zu suchen. Nicht allen gelingt es, eine schöne Eigentumswohnung auf Zeit zu finden, denn der Konkurrenzkampf ist groß und die besten Plätze schnell besetzt. Da freut sich der LBV, wenn sich Aschaffenburger Bürger bei uns melden, um in ihrem Garten in der Innenstadt neue Mitbewohner aufzunehmen.

Fünf Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten wurden nach einer Besichtigung des Gartens vom LBV besorgt und an einem Sonntagnachmittag von ehrenamtlichen Helfern installiert. Mit Begeisterung war auch der LBV-Nachwuchs dabei und half kräftig mit, die neuen Häuschen anzubringen. Es wurde geschraubt,  auf die Leiter gestiegen und später das Ergebnis mit Stolz betrachtet. Nun müssen die zukünftigen Mieter nur noch einziehen. Bei so einem Engagement schon unserer Kleinsten müssen wir uns um den Nachwuchs im Naturschutz wohl keine Sorgen machen.

Viele Angebote für Kinder gibt es auch in der LBV-Umweltstation Kleinostheim und bei der NAJU!

 

April 2018

Bilder und Text: Ellen Kalkbrenner


Island - Impressionen einer Reise rund um die Insel

Geysire, Vulkane, Gletscher und unzählige Wasserfälle - das wirkt auf viele Menschen sehr anziehend. Doch es ist so weit weg!

Trotzdem konnte die Insel aus Feuer und Eis hautnah erlebt werden - beim Landesbund für Vogelschutz: Klaus Heller führte die Zuhörer mit seiner wunderbaren Bilderreihe einmal rund um Island. Einzigartige Naturschauplätze, mit passender Musik untermalt, begeisterte die Besucher am 21. März in der LBV-Umweltstation.

 

„Wohl in keinem anderen Land kann die "Natur Erde" so hautnah erlebt werden“, erzählt Herr Heller. Dabei bringt der Biologe den unverwechselbaren Charakter des Landes auch durch Aufnahmen der Tier- und Pflanzenwelt näher: etliche Vögel wie Papageientaucher, Lummen, Rotschenkel, Austernfischer und Brachvögel gibt es zu bestaunen. Im Juni blüht ein Lupinen-Meer. Auch das „richtige“ Meer lässt sich spürbar erleben - Robben und Wale in greifbarer Nähe, im Hintergrund sehr schöne Küsten- und Gesteinsformationen.

 

Bei der Rundfahrt um die Insel betrachten die Mitreisenden eine blaue Lagune, Vulkane, die Abbruchkante zwischen amerikanischer und eurasischer Platte, heiße Schlammlöcher und Geysire. Auch auf einem Gletschersee fährt die Gruppe und erlebt an diesem Abend intensive Farben und Stimmungen. Es ist gar nicht so leicht, zurückzukehren aus dem zauberhaften Land, in dem es auch Trolle und Elfen gibt…doch jede Reise ist eines Tages zu Ende. 

Vielleicht hat die Magie dieses Ortes bei manchen eine so starke Sehnsucht ausgelöst, dass sie selbst einmal losziehen - nach Island, in die Ferne.

Für den Rest gibt es auch hier am Untermain viel zu erleben - die Schönheit der Natur kennt keine Grenzen.

 

März 2018


Ein Ruf nach dem Frühling

Groß und Klein bastelt den Frühling herbei
Groß und Klein bastelt den Frühling herbei

Auch wenn es bei der momentanen Wetterlage viel eher nach Winter als nach Frühling ausschaut, haben erneut sechs Kinder an der Hefner-Alteneck-Schule dafür gesorgt, dass unsere Singvögel im Frühling genügend Brutmöglichkeiten haben: am Freitag, den 16. März wurde noch einmal geschraubt und gebastelt. So entstanden wunderschöne Vogelkästen, die für Meisen und andere Vogelarten geeignet sind.

 

Mit viel Elan und mit Unterstützung der Eltern haben die Kinder unter der Anleitung des LBV-Vorsitzenden Richard Kalkbrenner gewerkelt. Nun müssen bei ihren gefiederten Freunden nur noch die Frühlingsgefühle einsetzen - vielleicht am kommenden Wochenende, an dem es wieder wärmer werden soll! 

 

März 2018

Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Werde Mitstreiter! Aktiv! So kannst Du Dich engagieren...

Foto: Dieter Hopf (LBV-Bildarchiv)
Foto: Dieter Hopf (LBV-Bildarchiv)

Damit Szenen wie im rechten Bild auch in Zukunft in der Natur beobachtet werden können, braucht es Menschen, die sich einsetzen.

Wir möchten euch einige Möglichkeiten vorstellen, wie ihr euch bei uns ganz konkret ehrenamtlich einbringen könnt. Wir leben vom Engagement unserer Mitglieder! Aber auch wenn ihr kein Mitglied seid, sondern euch einfach für die Natur interessiert, gibt es bei uns viele Themen und Tätigkeitsbereiche, um sich aktiv für den Naturschutz stark zu machen. Hier findet ihr erste kleine Job-Beschreibungen - sie werden in den nächsten Wochen weiter ergänzt!

Über eure ehrenamtliche Verstärkung freuen wir uns! 


Gemeinsam stark für die Natur

An einem Strang ziehen - Vogel- und Naturschutzvereine aus dem Landkreis Aschaffenburg
An einem Strang ziehen - Vogel- und Naturschutzvereine aus dem Landkreis Aschaffenburg

In einer Zeit, in der sich unsere Umwelt rasant verändert und die Meldungen über Flächenfraß, Artensterben und intensive Landwirtschaft immer mehr werden, ist es sinnvoll seine Kräfte zu bündeln um gemeinsam für den Erhalt einer intakten Natur zu kämpfen. Deshalb hat der Vorstand der LBV‑Kreisgruppe Aschaffenburg Natur-und Vogelschutzvereine des Landkreises zu einem Runden Tisch nach Kleinostheim in die LBV-Umweltstation eingeladen. Der BUND Naturschutz/ Kreisgruppe AB sowie Vogelschutzvereine aus Großostheim, Pflaumheim, Wenigumstadt, Glattbach und Alzenau waren gekommen, um sich auszutauschen.

Richard Kalkbrenner, der erste Kreisvorsitzende des LBV, stellte anhand einer Präsentation die vielseitige Arbeit des LBV im Raum Aschaffenburg vor. „Wir alle haben doch das gleiche Ziel“, meinte er, „und zusammen ist man stärker und profitiert vom gemeinsamen Wissen“. Alle waren sich schnell über die im  Moment brennenden Themen einig und so kam bald eine rege Diskussion in Gang. Jeder der anwesenden Vereine hatte auf unterschiedlichen Gebieten Erfahrungen gesammelt und Kontakte geknüpft, was allen zugute kommen soll. Als gemeinsames Schwerpunktthema ergab sich die intensive Landwirtschaft mit dem damit verbundenen Artenrückgang. Außerdem wurde die oft übertriebene Pflege der kommunalen Straßen- und Wegränder angesprochen. Der BUND Naturschutz/ Kreisgruppe AB hat hier bereits Vorarbeit geleistet. Nun wollen alle Vereine den Gemeinden einen abgestimmten Vorschlag unterbreiten, wie man die Straßenränder ökologischer gestalten und gleichzeitig Geld sparen kann. Der „Blühende Bachgau“ ist dabei ein wichtiges Vorreitermodell. Auch bei dem Projekt „Aschaffenburg summt!“ können sich alle mit ihren Erfahrungen und Projekten beteiligen.

Naturschutz ist heute wichtiger denn je, darüber waren sich alle einig. Deshalb soll dieses Treffen keine Eintagsfliege bleiben. Wenn die Naturschutzvereine und -verbände an einem Strang ziehen, kann viel bewirkt werden, für die Natur und damit auch für den Menschen. Denn ohne eine intakte Umwelt hat die Menschheit auf Dauer keine Zukunft.

 

März 2018

Bild: Thomas Staab, Text. Ellen Kalkbrenner


Die Amphibienwanderung hat begonnen!

Frau Kaiser und Richard Kalkbrenner bei der Krötensammlung
Frau Kaiser und Richard Kalkbrenner bei der Krötensammlung
Ein Eimer mit Erdkröten und Grasfröschen
Ein Eimer mit Erdkröten und Grasfröschen

Nun herrschen frühlingshafte Temperaturen und die ersten Kröten, Frösche und Molche haben sich bereits auf Wanderschaft zu den Gewässern begeben, in denen sie geboren wurden. Im Main-Echo erschien heute, am 13. März, ein Bericht über die Wanderung und das Engagement des LBVs.

Am Aschaffenburger Klinikum sammeln auch in diesem Jahr wieder viele LBVler täglich die Tiere ein, die entlang der Amphibienzäune gefunden werden.

Dazu sind mehrere Eimer in den Boden eingegraben. Die Amphibien fallen dort hinein und werden von den Helfern sicher über die Straße bis zum nächsten Tümpel getragen. Eine von ihnen ist Frau Kaiser, die bereits seit Jahren aktiv bei der Krötensammlung mitwirkt. Schon seit ihrer Kindheit ist sie ein Naturmensch und hat auch damals Kaulquappen und Amphibien gerettet. 

An diesem feuchten Morgen des 12. März ist sie wieder unterwegs: Ihre Eimer sind voller Kröten und Frösche, die unglaubliche Laute von sich geben. Wer einen Blick in ihre Eimer wirft, erkennt sofort, woher „Erd“-Kröten ihren Namen haben. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie ein Haufen Erde, erst auf den zweiten Blick lassen sich die einzelnen Tiere erkennen. Doch auch die Grasfrösche, die Berg- und Teichmolche sind sehr gut getarnt und nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen. Gut, dass die Eimer eine weiße Farbe haben! Der LBV dankt allen Tierfreunden, die sich zurzeit für die Tiere einsetzen, und hofft auf ein gutes Amphibienjahr! 

 

März 2018

Bilder: Ellen Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Am Sonntag will mein Süßer mit mir summen gehen…

Gut gefüllter Kinosaal
Gut gefüllter Kinosaal
Stand von "Aschaffenburg summt!" mit Daniel Feldmann
Stand von "Aschaffenburg summt!" mit Daniel Feldmann

Der Kinosaal ist voll, die Tickets sind ausverkauft - doch hier geht es nicht um einen Hollywoodfilm am Samstagabend, sondern um einen Dokumentarfilm am Sonntagvormittag! Ins Aschaffenburger Casino-Kino kommen am 11. März rund 80 Leute zu einer Sonntags-Matinee. Warum? Um mehr über das Insektensterben zu erfahren, über das Projekt „Aschaffenburg summt!“ - und um den Film „More than Honey“ zu sehen.


Wer möchte, genießt ein Frühstück. Im Anschluss stellt der Projektleiter Daniel Feldmann von der LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg die Initiative „Aschaffenburg summt!“ vor, die von LBV, den Imkern aus Damm sowie der Stadt Aschaffenburg ins Leben gerufen wurde. Wie können wir Aschaffenburg zum Summen bringen? Dazu möchte die Initiative viele Aktionen durchführen, informieren und inspirieren. Nach der entspannten Präsentation stellt Walther Peeters den Bienenzuchtverein AB-Damm vor, der in diesem Jahr als ältester Imkerverein Aschaffenburgs seinen 175-jährigen Geburtstag feiert. Viele Interessierte haben sich bereits dazu entschieden, mitzusummen, wodurch 60 neue Imker nun Teil des Vereins sind. Als Dritte im Bunde erzählt Ellen Kalkbrenner etwas über die Rolle des Landesbunds für Vogelschutz, der in diesem Jahr viele Veranstaltungen zum Mitsummen anbietet - wie z.B. eine Streuobst- und eine Weinbergsführung. Dabei hofft die Initiative natürlich weiterhin auf viele Mitstreiter. Für die Stadt Aschaffenburg ist Marc Busse, der Leiter des Amts für Umwelt- und Verbraucherschutz, mit von der Partie.

 

Es folgt der Dokumentarfilm „More than Honey“, der dem weltweiten Bienensterben nachgeht und bereits viele Preise gewonnen hat. Er legt dar, dass viele unserer Nahrungsmittel ohne das Zutun der Bienen, also ohne Bestäubung, nicht gedeihen würden. Der Film macht alle sehr betroffen. Mit guten Gesprächen und einem regen Austausch endet die Sonntags-Matinee. An einem Stand nehmen sich viele Besucher noch Broschüren und Samentütchen mit. So kann es doch in die neue Blühsaison gehen! Auf dass noch häufig gesagt wird: „Am Sonntag will mein Süßer mit mir summen gehen…“! Mehr über die Initiative unter www.aschaffenburg-summt.de

 

März 2018

Bilder: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Jahreshauptversammlung 2018: bunt und lebendig

LBV-Jubilare: wichtige Unterstützer des Naturschutzes vor Ort
LBV-Jubilare: wichtige Unterstützer des Naturschutzes vor Ort

„Jahreshauptversammlung“ - das klingt in den Köpfen vieler Menschen zunächst nach Langeweile, drögen Tagesordnungspunkten und Abstimmungen. Doch dies ist bei der Jahreshauptversammlung der Aschaffenburger LBV-Kreisgruppe am 1. März überhaupt nicht der Fall: Es gibt viele kurze Vorträge über neue und laufende Projekte, die jeweils von den Projektleitern vorgestellt werden.

Mit bunten Bildern und lebendigen Erzählungen erfahren so die Mitglieder des Landesbunds für Vogelschutz, was schon alles bei der Initiative „Aschaffenburg summt“ passiert ist, dass das Gebäudebrüter-Projekt stetig wächst und nun schon erste Beratungen bei der Bevölkerung in Stadt und Land unternommen wurden. Interessant ist für den ein oder anderen auch das Goldbacher Nistkastenprojekt, wodurch nun verschiedene Vereine und Familien im Goldbacher Wald Nistkästen betreuen - oder die Kinderaktionen der Naturschutzjugend (NAJU), die „Aschaffenburg summt!“ auch an die Schulen bringen und immer mehr Kinder für die Natur begeistern. In Kahl entsteht zurzeit eine neue LBV-Kindergruppe - einer der Gruppengründer ist ebenfalls anwesend und nicht das einzige neue Gesicht.

Natürlich werden auch einige Mitglieder für ihre langjährige Unterstützung des Naturschutzes geehrt - und bekommen als Dankeschön kleine Präsente von Schlaraffenburger, der lokalen Streuobstinitiative, die ebenfalls aus einem LBV-Projekt entstanden ist. Ein Jubilar, der bereits seit 20 Jahren Mitglied ist, sorgt kurz für Verwunderung - er ist doch noch so jung! Ganz recht, er war eben bereits als Kind LBV-Mitglied - und bis heute schätzt er die Natur und hält sich gerne draußen auf, so wie auch die anderen Ehrungsteilnehmer. Eine Jubilarin ist Erika Seidl, die sich jahrzehntelang für den Biotop- und Artenschutz in Kahl eingesetzt hat und dort nun auch an der Gründung der neuen Kindergruppe beteiligt ist. Und last but not least die zweite Vorsitzende Ellen Kalkbrenner, die einst bei einer Werbeaktion vom LBV erfahren hat. „Ich bin das lebende Beispiel - auch normale Menschen, die einmal auf der Straße angesprochen wurden, können eines Tages Vorsitzende werden“, berichtet sie lachend.

Schließlich endet der offizielle Teil, auch wenn er alles andere als einschläfernd war, und die Veranstaltung löst sich in viele kleine Gespräche auf - sicher nicht minder interessant, auch für diejenigen, die heute zum ersten Mal dabei sind.

 

März 2018

Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Herrscher der Urzeit - Artensterben damals und heute

David präsentiert besondere Vorfahren unserer heutigen Tierwelt
David präsentiert besondere Vorfahren unserer heutigen Tierwelt

Das Artensterben verlief nie so rasant wie zurzeit. Doch welche Arten haben unsere Erde besiedelt, bevor die Menschen ihre Lebensräume zerstörten? Am 28. Februar berichtete der siebzehnjährige David Wolf bei seinem Vortrag mehr darüber.

Er präsentiert mehrere Vorgänger heutiger Tierarten auf der Erde mit so spannenden und wohlklingenden Namen wie „Pliosaurus funkei“. Hierbei handelt es sich um ein ausgestorbenes Meeresreptil. Viele weitere Beispiele von Tieren über die Jahrmillionen sorgen bei den Zuhörern für eine neue und erweiterte Sicht auf unsere Natur, deren Entwicklung so weit zurück reicht und sie so noch wertvoller erscheinen lässt.

 

Riesen-Saurier besiedelten einst den blauen Planeten, die meisten davon Fleischfresser, die für ihre Größe und Lebensweise den zu diesen Zeiten deutlich höheren Sauerstoffgehalt der Atmosphäre benötigten. Viele der damaligen Lebensformen waren in Wasser beheimatet. Es gab Riesenwale, die ein Vielfaches der heutigen Größe von Walen hatten. Riesen-Kalamare bevölkerten die Meere und - große Überraschung: Es gibt mindestens einen Kalamar mit 32 Meter langen Armen, der wohl noch heute existiert. Krokodile sind auch heute noch in mehr oder weniger unveränderter Form zu sehen, nur ihre Größe hat sich zum Teil verändert.

Lebensechte Zeichnungen verdeutlichten die Darstellung der Tiere. Abschließend zeigt David einen Animationsfilm, der die Zuschauer das Gruseln lehrt. Da sind die Teilnehmer doch froh, im Hier und Jetzt zu leben. Spontaner Applaus des Publikums dankt David für die Mühe und alle gehen beeindruckt nach Hause. David Wolf hat ihnen die vergangenen Zeiten nahe gebracht. Ein Vortrag zu einem besonderen Thema, das für die meisten so weit weg scheint, obwohl es ein Wegbereiter war für die Erde, wie wir sie heute kennen. Vielleicht kann das ein Beispiel dafür sein, die heute vorkommenden Tier- und Pflanzenarten zu schätzen und vor dem Aussterben zu bewahren.

 

Februar 2018

Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Nistkastenbau: Werkeln für die Vogelwelt

Drei fleißige Handwerkerinnen
Drei fleißige Handwerkerinnen

Vielstimmiges Hämmern, dann das Sirren eines Akku-Schraubers: In der Hefner-Alteneck-Schule wurde es laut am Freitag, den 23. Februar. Sechs Kinder waren am Werkeln und und mit tatkräftiger Unterstützung von Oma oder Eltern wurden ganz ansehnliche Häuser gezimmert. Und zwar für Vögel - noch ist es bitterkalt, aber schon bald beginnen die ersten Singvögel mit dem Nestbau. Diejenigen, die natürlicherweise in Baum- oder Felsenhöhlen nisten, sind dankbar für eine "Nisthilfe" in Form eines Kastens: Spatzen, Stare, Meisen und einige andere Vogelarten sind auf solche Angebote angewiesen, da sie nur noch selten natürliche Baumhöhlen finden.

Unter der Anleitung von Richard und Nico Kalkbrenner von der Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz und der Mithilfe des Jugendlichen Mohammed gab es viel zu tun: die vielen notwendigen Werkzeuge wie Akkuschrauber, Bohrer, Bits, Bleistifte, Hämmer, Scheren, Schraubzwingen und Maßbänder wurden auf jedem Arbeitsplatz im gepflegten Werkraum der Hefner-Alteneck Schule bereitgestellt. Danach bekam jede junge Naturfreundin auch den Bausatz mit vielen Holzteilen, Schrauben, Nägeln und Dachpappe auf den Tisch.

Die Kinder waren sehr motiviert und es war ganz schön was los. Da den Überblick zu behalten war nicht einfach. Richard und Nico Kalkbrenner erklären den begeisterten - aber auch ein bisschen überwältigten - Kindern die einzelnen Arbeitsschritte. Nach ca. 1,5 Stunden waren die ersten fertig und bald danach auch der Rest. Mohammed hatte in der Zwischenzeit auch die Beratung an einzelnen Tischen übernommen. 

Kurz vor Ende der 2,5 Stunden dauernden Veranstaltung kam Christine Stark, die verantwortliche Lehrerin der Schule und aktives LBV-Mitglied, um nachzuschauen, was denn die Gäste in ihrem Haus so alles anstellten.

Richard Kalkbrenner bedankte sich bei ihr nochmals für die großzügige Aufnahme. Alle trennten sich dann glücklich und zufrieden.

Die Vögel werden es den kleinen Handwerkerinnen sicher danken und die Kinder können im Garten oder am Balkon genau beobachten, wer denn in ihrem Kasten brütet. So warten noch viele spannende Natur-Beobachtungen auf sie, auch mitten in der Stadt. Das Thema Stadtnatur bildet einen der Schwerpunkte der Aschaffenburger LBV-Kreisgruppe und auch zum Thema Nistkastenbau wird es einen weiteren Termin an der Hefner-Alteneck-Schule geben. Große und kleine Handwerker sind dabei jederzeit gesucht und willkommen.

 

Februar 2018

Bild und Text: Richard Kalkbrenner


Summsumm, helau!

LBVler und Dammer Imker mit "AB summt"-Wagen
LBVler und Dammer Imker mit "AB summt"-Wagen
Das Bienen-Jungvolk: Mark und Patrick
Das Bienen-Jungvolk: Mark und Patrick

Trotz der kalten Temperaturen waren am Faschingssonntag außergewöhnlich viele Bienen unterwegs: Beim Aschaffenburger Fastnachtszug marschierten viele LBVler unter dem Motto „Aschaffenburg summt“ brummend durch die Straßen, angeführt von einer Riesenbiene auf dem eigenen Faschingswagen. Selbst der Oberbürgermeister Klaus Herzog schloss sich thematisch an und ging als Imker, gemeinsam mit dem Bürgermeister Jürgen Herzing und mehreren „Stadtbienen“. Neben dem LBV und der Stadt Aschaffenburg waren freilich auch die „richtigen“ Imker aus Damm dabei, die die dritte Partie der „AB summt“-Initiative bilden.

 

Aufgeschreckt wurden die Bienen dabei von Zeit zu Zeit durch eine Glyphosat-Flasche, verkörpert durch den LBV-Kreisvorsitzenden Richard Kalkbrenner. Ziel des großen Aufmarsches war es, auf das Insektensterben aufmerksam zu machen - und natürlich, mehr Menschen für das Aktionsbündnis „AB summt“ zu begeistern, sodass möglichst viele sich für unsere Bienen, Hummeln und Co. einsetzen.

Es flogen Honigbonbons in die Menge, es wurde viel gelacht - und so hat auch keine der Bienen gefroren. Das lenkt den Blick auf die derzeitige Lage im Bienenstock: Die Arbeiterinnen rücken eng zusammen, die Königin befindet sich in ihrer Mitte. Bei kalten Temperaturen zittern sie den Stock warm und bringen es dabei auf bis zu über 30 Grad Celsius. 

Eine Bienenkönigin hatte der LBV beim Fastnachtszug nicht dabei - wohl aber einen König! Der Leiter der „AB summt“-Initiative Daniel Feldmann dirigierte die restlichen Bienen mit Zepter in der Hand durch Aschaffenburgs Innenstadt. Unterstützt wurde die ganze Truppe durch Schlaraffenburger, die regionale Streuobstinitiative, die sich ebenfalls für unsere Insekten einsetzt. In den kommenden Monaten wird es viele weitere Termine und Aktionen für unsere Bienen geben - mehr erfahrt ihr unter www.aschaffenburg-summt.de! In diesem Sinne: Summsumm, helau!

 

Februar 2018

Bilder: Christoph Mischke, Harald Merget und Alex Vorbeck, Text: Judith Henkel

Der Bienenkönig Daniel Feldmann, Leiter der "AB summt"-Initiative
Der Bienenkönig Daniel Feldmann, Leiter der "AB summt"-Initiative
LBVler und Dammer Imker versammelt um Bürgermeister Herzing und OB Herzog
LBVler und Dammer Imker versammelt um Bürgermeister Herzing und OB Herzog
Glyphosat jagt Biene: Die Kreisvorsitzenden in Aktion
Glyphosat jagt Biene: Die Kreisvorsitzenden in Aktion
Das Schlaraffenburger Zug-Auto
Das Schlaraffenburger Zug-Auto
Der Faschingswagen in seiner ganzen Pracht
Der Faschingswagen in seiner ganzen Pracht
Viele Bienen...und ein Marienkäfer
Viele Bienen...und ein Marienkäfer
LBVler in Aktion
LBVler in Aktion
Mit Helau durch die Innenstadt
Mit Helau durch die Innenstadt

Unser Gebäudebrüterprojekt...

Auch ein Gebäudebrüter: der Turmfalke (Foto von Andrea Kammer)
Auch ein Gebäudebrüter: der Turmfalke (Foto von Andrea Kammer)

...wächst und gedeiht! Wir waren nun mit einem großen Artikel in der Zeitung, woraufhin sich bereits viele Interessenten gemeldet haben, um uns Mauersegler, Schwalben oder Spatzen an ihren Gebäuden zu melden, oder weil sie sich mit unserer Unterstützung gerne für die Gebäudebrüter einsetzen möchten.

 

Was sind Gebäudebrüter, und warum brauchen sie unsere Hilfe? Hier findet ihr Antworten.

Nisten regelmäßig Spatzen, Mauersegler oder Schwalben an eurem Haus? Dann informiert uns doch bitte darüber, damit wir diese Niststätten schützen können.

Wer selbst etwas für die Vögel und Fledermäuse tun möchte, oder Interesse daran hat, sich unserem stetig größer werdenden Team anzuschließen, kann sich gerne bei uns melden. Am 13. April starten wir ab 16 Uhr mit einer Auftaktveranstaltung im JUKUZ Aschaffenburg und Anfang Mai beginnen unsere Kartierungen im Aschaffenburger Stadtgebiet. Bis dahin gibt es noch mehrere Schulungen und viele Vorbereitungen, ab Mai dann auch einige Veranstaltungen zum Thema. Die Spatzen pfeifen es schon jetzt von den Dächern: wir sind motiviert!

 

Februar 2018

Text: Judith Henkel

 

 


Kennenlernworkshop von "Aschaffenburg summt!"

Große Versammlung an Interessierten
Große Versammlung an Interessierten
Die Initiatoren von AB summt: Die Imker von Damm, die Stadt Aschaffenburg und der LBV
Die Initiatoren von AB summt: Die Imker von Damm, die Stadt Aschaffenburg und der LBV

Bei einem ersten Vernetzungstreffen fand auf Einladung des Aktionsbündnisses „Aschaffenburg summt!“ ein engagierter Ideenaustausch zwischen Aschaffenburger Organisationen und Vereinen zum Schutz von Wild- und Honigbienen statt. Das Aktionsbündnis, bestehend aus dem Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz der Stadt Aschaffenburg, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bienenzuchtverein Aschaffenburg-Damm, hat das Ziel, vielfältige Lebensräume für bestäubende Insekten bereitzustellen. Hierzu sollen möglichst viele Aschaffenburger Bürgerinnen und Bürger für das Projekt begeistert und zum Mitmachen animiert werden.

 

Rund 30 Interessierte aus Wirtschaft und Verwaltung, Kirche, Obst- und Gartenbauverein, Imkervereinen und Bildungseinrichtungen der Stadt waren zu dem Treffen gekommen. Sie alle eint ein Ziel: Sie wollen sich für eine insektenfreundliche Stadt einsetzen. 

Aus Berlin war dazu der Begründer der Initiative „Deutschland summt!“, Cornelis Hemmer, angereist. Er stellte die Initiative vor und berichtete, wie andere Städte das Thema angehen und welche Aktionen dort durchgeführt werden. 

 

Die Ansprechpartner des Aschaffenburger Aktionsbündnisses Daniel Feldmann (Landesbund für Vogelschutz), Hannah Diehl (Stadt Aschaffenburg) und Walther Peeters (Bienenzuchtverein Aschaffenburg-Damm) stellten bereits angelaufene Projekte vor: zwei Projekte haben auch schon außerhalb Aschaffenburgs Beachtung gefunden:

 

·         Auf dem Dach des Martinushauses wurden Honigbienenvölker angesiedelt. Das „Stadtbienenprojekt des Martinushauses“ hat beim Wettbewerb „Gutes Leben. Für alle!“ des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg hierfür einen Sonderpreis erhalten.

 

·         Die private Wirtschaftsschule Krauß hat an der Aschaff mit Unterstützung des städtischen Garten- und Friedhofsamtes einen Blühstreifen mit Insektennisthilfe angelegt. Mit diesem Projekt haben sie beim bayernweiten Wettbewerb „Wir tun was für Bienen" der Stiftung für Mensch und Umwelt den 2. Preis in der Kategorie „Kommunale Flächen“ gewonnen.

 

Im Jahr 2018 sind weitere Aktionen und Workshops geplant, darunter die Eröffnungsfeier der Umweltstation am 5. Mai auf dem Standortübungsgelände, die den Startschuss für die neue Saison „Aschaffenburg summt!“ gibt. Alle Veranstaltungen und weitere Informationen sind auf der Internetseite www.aschaffenburg-summt.de zu finden.

 

Februar 2018

Bilder: Richard Kalkbrenner, Text: Hannah Diehl


Biberführung im Schnee

Thomas Wolf führt die Gruppe zu Biberspuren im Schnee
Thomas Wolf führt die Gruppe zu Biberspuren im Schnee
Typische Biber-Fraßspuren
Typische Biber-Fraßspuren

Er friert sicher nicht bei den kalten Temperaturen, die am Sonntag, den 04. Februar in Stockstadt herrschen: der Biber, über den rund 35 Interessierte bei einer Führung der Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) mehr erfahren wollen. Dabei lassen sie sich auch vom Schneeregen nicht abhalten, der die Sicht etwas erschwert. Der Biber selbst lässt sich freilich nicht blicken, wohl aber seine Spuren. Bei einem Spaziergang an der Gersprenz entlang bis zum Freibad bestaunen die Anwesenden dort die Fraßspuren, die gefällten Bäume und die Biberburg. Viele von ihnen wissen noch nicht, dass der Biber wieder da ist. Der große Baumfäller war immerhin auch über 400 Jahre verschwunden. Nun breitet er sich jedoch bereits seit 18 Jahren am Untermain aus.

Der Biberbeauftragte Thomas Wolf erzählt vieles über die Lebensweise des Bibers. Schnell wird klar, dass der Biber ein echter Sympathieträger ist; die meisten empfinden ihn als „knuffiges Stofftier“. Dabei zeigen sich einige Teilnehmer sehr überrascht, als der Biberexperte ein echtes Tier zeigt: Bernd, ein ausgestopftes Männchen, das einst auf einer Straße überfahren wurde. Dass Biber solch eine Größe erreichen, hätten sie nicht erwartet - bis zu 30 kg können sie schwer werden. Hier kann er sogar angefasst werden: seine langen Zähne, die lebenslang nachwachsen, der platte Schwanz, Kelle genannt, und der dichte Pelz, der kein Wasser an die Haut lässt.

Allerdings kann der Pflanzenfresser auch Probleme verursachen und wird mancherorts nicht gern gesehen. An der Gersprenz gibt es zum Glück noch keine Stimmen, die den Biber „eliminieren“ wollen, wie es in Heigenbrücken der Fall ist. Regelmäßige Kontrollen durch das Wasserwirtschaftsamt und durch Biberbeauftragte wie Thomas Wolf helfen, Konflikten und daraus hervorgehendem Hass gegenüber Wildtieren vorzubeugen. Für die interessierte Truppe ist die Führung in jedem Fall spannend und bereichernd. Wo es möglich ist, verwandeln die Biber einheimische Fluss- und Bachabschnitte in wunderschöne Auen, ein stabiles Ökosystem mit einem hohen Artenreichtum. Die Führungsteilnehmer werden zukünftig sicher einen besonderen Blick auf die Fließgewässer in ihrer Umgebung werfen: vielleicht entdecken sie ja eine Biberrutsche, Biberspäne von angenagten Bäumen oder einen Staudamm, den der Bau- und Staumeister in stundenlanger Arbeit angelegt hat. Auch wenn dieser vielleicht nicht von Dauer ist.

Wer mehr vom Biber sehen möchte, findet hier einen Biber-Kurzfilm mit Jan Haft.

 

Februar 2018

Bilder: Andrea Kammer, Text: Judith Henkel


Christoph Mischke mit seinen Söhnen Mark und Patrick
Christoph Mischke mit seinen Söhnen Mark und Patrick

LBVler in der Frankenschau

Zur Stunde der Wintervögel vom 5 bis 7. Januar haben natürlich auch viele LBVler gezählt, wie viele Vögel in Garten oder Park so zu sehen sind. Bedingt durch die warmen Winter bleiben immer mehr Vögel hier oder ziehen nicht mehr so weit weg. Der Bayerische Rundfunk berichtete in der Frankenschau über die Veränderungen im Vogelzug und interviewte auch den Vorsitzenden der Kreisgruppe Main-Spessart Hartwig Brönner. Mit von der Partie war auch Familie Mischke aus Hösbach. Die beiden Söhne Mark und Patrick sind schon lange aktiv bei uns dabei, sei es bei der Flächenpflege oder bei der Nistkastenbetreuung.

Diesmal sind sie in Film und Foto festgehalten: hier könnt ihr sie sehen. Sie kennen sich mit unserer Vogelwelt schon richtig gut aus und berichten im Interview auch von ihren Lieblingsvögeln.

Wir sind sehr froh, dass diese naturverbundene Familie Teil unserer Kreisgruppe ist und wir immer wieder auf sie zählen können. Sicher werden Mark und Patrick auch in diesem Jahr bei vielen Aktionen dabei sein - wie beim großen Bienen-Faschingswagen der Initiative "Aschaffenburg summt!" beim Aschaffenburger Faschingszug am 11. Februar. Dabei können die beiden durch ihre natürliche Art und ihr Interesse bestimmt auch viele andere Kinder für die Natur begeistern.

 

Januar 2018

Foto: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


LBV-Neujahrsfeier

Gute Unterhaltung beim Neujahrsfest
Gute Unterhaltung beim Neujahrsfest

Am 18. Januar fand die Neujahrsfeier der Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz statt und viele aktive Mitglieder trafen sich bei einem leckeren Grünkohl-Buffet in Kempfs Partyküche in Kleinostheim.

 

Es ist beim LBV eher selten, dass die Naturfreunde tatsächlich einmal gemeinsam an einem Tisch sitzen. Meist sind die Biotop- und Artenschützer irgendwo in der Walachei unterwegs, oder bauen oder planen…

Deshalb ist die Neujahrsfeier ein ganz besonderer Abend, an dem sich die Aktiven austauschen oder einfach mal über etwas ganz anderes sprechen. Bei Schlaraffenburger-Getränken wird viel gelacht, doch auch Nachdenkliches und Erschütterndes berichtet - schließlich sind die Themen „Artenschwund“ und „Insektensterben“ im vergangenen Jahr sogar bis in die Tagesschau vorgedrungen.
Neben guten Gesprächen, einem kurzen Rückblick auf 2017 und einem Ausblick auf 2018 darf vor allem die selbstgeschriebene Neujahrsgeschichte nicht fehlen, die die zweite Vorsitzende Ellen Kalkbrenner unterhaltsam und kreativ erdacht hat und nun auch vorträgt. Diesmal geht es um eine Konferenz: Viele Tiere und selbst die Pflanzen treffen sich und klagen über all die Umweltprobleme und die Menschen, die ihnen das Leben schwer machen. Doch es gibt Hoffnung. Es gibt eine kunterbunte Truppe namens LBV, die sich für die Natur einsetzt. Nach und nach fällt allen ein, dass sie oder ihre Bekannten bereits einmal von einem LBVler Hilfe empfangen haben. 

Die schöne Geschichte kann allen Anwesenden ein Anreiz sein, sich weiterhin mit viel Freude für den Naturschutz einzusetzen, denn jede Population und jeder Lebensraum, die geschützt und erhalten werden können, sind ein Erfolg und von großer Bedeutung. 

Einige neue Gesichter sind ebenfalls dabei, denn in der wachsenden LBV-Gemeinschaft treffen viele Interessen, Altersgruppen und Hintergründe aufeinander. Die Stimmung ist gut und das Miteinander bereitet Freude. So kann es auch in diesem Jahr wieder tatkräftig weitergehen mit neuen Projekten, vielen Aktionen, vor allem aber vielen Menschen, die etwas bewegen möchten - für die Natur.

Hier könnt ihr Ellen Neujahrsgeschichte auch einmal hören.

 

Januar 2018

Bilder. Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Vortrag: Dachwohnungen für Luftikusse

Handfeste Hilfe für den Mauersegler (Bild: Petra Altrichter, LBV-Bildarchiv)
Handfeste Hilfe für den Mauersegler (Bild: Petra Altrichter, LBV-Bildarchiv)
Die Künstler des Himmels (Bild: Zdenek Tunka, LBV-Bildarchiv)
Die Künstler des Himmels (Bild: Zdenek Tunka, LBV-Bildarchiv)

Im Rahmen des neuen LBV-Gebäudebrüter-Projekts schenkte der Frankfurter Mauersegler-Experte Ingolf Grabow am 20. Januar vielen Vogelfreunden zwei spannende Stunden: Er gab einen Einblick in die Welt der Mauersegler, deren Lebensweise und Besonderheiten. Darüber hinaus präsentierte er Tipps zu deren Schutz sowie praktische Hinweise zu Kartierungen und dem Vorgehen bei Baumaßnahmen. „Lebensnah geschildert und sehr beeindruckend“, beschrieb ein Teilnehmer die Schulung und zugleich auch die Lebensleistung von Ingolf Grabow. 

Die Mauersegler sind Künstler der Lüfte: Sie verbringen fast ihr gesamtes Leben im Flug, schlafen, fressen und paaren sich in luftigen Höhen und segeln jedes Jahr von ihren hiesigen Brutplätzen bis nach Afrika. Auf internationalen Konferenzen tauschen sich Mauerseglerfreunde verschiedener Kontinente über die Entwicklung der gefiederten Akrobaten aus. „Ein besonderer Brutplatz ist die Klagemauer in Israel“, erzählt Ingolf Grabow. Hier haben schon viele Völker und Kulturen ihre Spuren hinterlassen, und auch die Mauersegler sind Teil der Geschichte. „Jedes Jahr gibt es dort ein großes Fest, wenn die Mauersegler wiederkommen“, berichtet Herr Grabow weiter.

Dies ist freilich zu einer anderen Zeit als hier: In Aschaffenburg sind die Mauersegler von Anfang Mai bis Anfang August zu sehen, wenn sie mit lauten „Sriiieh“-Rufen über die Dächer und durch die Straßen zischen. Sie nisten gerne in Nischen unter dem Dach, die sie durch kleine Hohlräume erreichen. Da diese Nistmöglichkeiten durch Bau- und Sanierungsmaßnahmen jedoch immer seltener werden, helfen aktive Naturfreunde wie Ingolf Grabow ihnen mit geeigneten Nistkästen, die sie unauffällig an Gebäuden anbringen. Bis zum Jahr 2009 hatte Ingolf Grabow bereits unglaubliche 1000 Kästen an öffentlichen und privaten Gebäuden in Frankfurt installiert. Unterstützt wird er dabei von Freunden, Baugesellschaften, Stadtwerken, Kirchen, Schulen, der Feuerwehr und weiteren Ämtern und Privatpersonen. Eigentlich sind laut Bundesnaturschutzgesetz Störungen zu vermeiden und die Nistplätze der Gebäudebrüter zu erhalten - doch durch Unwissenheit gehen viele Nistplätze verloren.

In Aschaffenburg will sich der Landesbund für Vogelschutz wie Ingolf Grabow für die Gebäudebrüter einsetzen, mehr zu dem Projekt findet sich unter www.gebaeudebrueter-aschaffenburg.de.

Nach einer lebhaften Diskussion gingen die Teilnehmer beschwingt heim - in sehnlicher Erwartung der Mauersegler und der Schwalben, die den Frühling bringen.

 

Januar 2018

Bilder: LBV-Bildarchiv, Text: Judith Henkel


Familien und Kinder für Meise & Co.

Die fleißigen Familien und Gruppenleiter im Goldbacher Wald
Die fleißigen Familien und Gruppenleiter im Goldbacher Wald

Damit es im kommenden Frühjahr im Goldbacher Wald wieder zwitschert und singt, hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hunderte Nistkästen von den Vogelfreunden Goldbach übernommen. Betreut und gereinigt werden sie in Zukunft von drei Familien und zwei Goldbacher Vereinen: der Jugendgruppe der Katholischen jungen Gemeinde (KjG), den Löschzwergen und der Jugendfeuerwehr.

 

Am Sonntag, den 14. Januar, haben sich die Familien sowie die Gruppenleiter mit dem LBV zu einer Einführung in die Nistkastenpflege getroffen: Motiviert werden die Kästen von den Großen mittels einer Gabelstange vom Baum abgehängt und von den Kleinen inspiziert. Dann raten alle gemeinsam, um welches Nest es sich handelt. Ganz einfach ist es beim Kleiber: der kleine Vogel verklebt die Ränder und häufig auch das Einflugloch mit Lehm, sodass schon von außen erkennbar ist, wer in diesem Kasten gebrütet hat. Der Kleiber sorgt mit dieser Methode dafür, dass kein größerer Vogel mehr durch das Loch in den Kasten passt und schützt die Brut gegen Zugluft.

Doch auch anhand des Nistmaterials können die Vogelarten erkannt werden. Blau- und Kohlmeisen kleiden ihr aus Moos und kleinen Ästen bestehendes Nest gerne mit Tierhaaren und Federn aus, sodass die Jungen es schön weich haben. Emma, mit noch nicht einmal zwei Jahren die Jüngste im Betreuerteam, streichelt die flauschige Unterlage. „Das Nest ist bestimmt von einem Trauerschnäpper“, tippt die Truppe beim nächsten Kasten. Das Material aus Baststreifen und Gräsern sieht recht typisch aus. Im Lauf der nächsten Jahre werden die unterschiedlichen Familien und Gruppen sicher zu richtigen Experten heranwachsen. Dann kann ein erneutes Treffen mit einem Austausch über all die Entdeckungen stattfinden - auch Fledermäuse, Siebenschläfer oder Mäuse können in den Kästen hängen bzw. sitzen und für die ein oder andere Überraschung sorgen. Die Aschaffenburger Kreisgruppe des LBV freut sich über die rege Beteiligung und plant bereits, das Nistkastenprojekt zu verbessern und auszuweiten: in Zukunft können die Daten mit einer App erfasst werden, auch in anderen Gemeinden werden Nistkastenbetreuer gesucht und im Wald werden in Zukunft weitere Kästen für andere Vogelarten aufgehängt. Denn Leben braucht Vielfalt - und auch Eulen und andere Höhlenbrüter finden in unseren Wäldern häufig nicht mehr genügend natürliche Baumhöhlen. Deshalb sind sie auf Nisthilfen angewiesen - und die Betreuung der Kästen verbindet Kinder und Erwachsene mit der Natur.

 

Januar 2018

Bild: Steffen Pohl, Text: Judith Henkel


Mit dem neuen Jahr...

...ist auch ein neues Veranstaltungsprogramm verfügbar!

Ihr findet es hier.

Wir haben im vergangenen Jahr viel geschafft und vorbereitet und sind froh und stolz, so viele Referenten zu haben und so viele Interessierte, die sich bei uns einbringen. Hiermit ein Dank an alle, die sich so engagieren und damit auch viele andere Menschen für unsere Natur begeistern!

 

Januar 2018

Bild: Richard Kalkbrenner


Unser Fledermaus-Thomas...

Thomas Bormann, der Fledermaus-Spezialist
Thomas Bormann, der Fledermaus-Spezialist
Die Tiere sind winzig, aber sehr faszinierend
Die Tiere sind winzig, aber sehr faszinierend

...kümmert sich bereits seit vielen Jahren um verletzte oder kranke Tiere. Er setzt sich für den Schutz ihrer Quartiere ein und berät dazu Hausbesitzer und Handwerker. Nun wurde er vom Main-Echo interviewt und gefilmt. Der Artikel findet sich hier, im Kurzfilm kann Thomas Bormann hier in Aktion erlebt werden.

 

Fledermäuse sind eine schützenswerte Tierart, die häufig in Nischen und Spalten an Gebäuden leben. Im Rahmen ihres neuen Gebäudebrüter-Projektes setzt sich die LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg für die kleinen Tiere ein. Bei Fragen sind der LBV und natürlich Thomas Bormann der richtige Ansprechpartner.

 

Januar 2018

Foto und Text: Judith Henkel


Der Star ist der Vogel des Jahres 2018

Star- Vogel des Jahres 2018
Star- Vogel des Jahres 2018

 

Der Singvogel trägt den lateinischen Namen "Sturnus vulgaris". Viele Menschen kennen den Star als "Allerweltvogel", dennoch nimmt der Bestand dramatisch ab. In der aktuellen Roten Liste wird der Singvogel als "gefährdet" eingestuft. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung. Ursache dafür ist wie in vielen Fällen in der Fauna die industrielle Landwirtschaft.

 

Die Zahl der Staren-Paare ist in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten um eine Million zurückgegangen. Der Bestand in Deutschland beträgt derzeit noch bei drei bis viereinhalb Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg. Die entspricht 10% Prozent des europäischen Starenbestandes.

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