Vortrag: Dachwohnungen für Luftikusse

Handfeste Hilfe für den Mauersegler (Bild: Petra Altrichter, LBV-Bildarchiv)
Handfeste Hilfe für den Mauersegler (Bild: Petra Altrichter, LBV-Bildarchiv)
Die Künstler des Himmels (Bild: Zdenek Tunka, LBV-Bildarchiv)
Die Künstler des Himmels (Bild: Zdenek Tunka, LBV-Bildarchiv)

Im Rahmen des neuen LBV-Gebäudebrüter-Projekts schenkte der Frankfurter Mauersegler-Experte Ingolf Grabow am 20. Januar vielen Vogelfreunden zwei spannende Stunden: Er gab einen Einblick in die Welt der Mauersegler, deren Lebensweise und Besonderheiten. Darüber hinaus präsentierte er Tipps zu deren Schutz sowie praktische Hinweise zu Kartierungen und dem Vorgehen bei Baumaßnahmen. „Lebensnah geschildert und sehr beeindruckend“, beschrieb ein Teilnehmer die Schulung und zugleich auch die Lebensleistung von Ingolf Grabow. 

Die Mauersegler sind Künstler der Lüfte: Sie verbringen fast ihr gesamtes Leben im Flug, schlafen, fressen und paaren sich in luftigen Höhen und segeln jedes Jahr von ihren hiesigen Brutplätzen bis nach Afrika. Auf internationalen Konferenzen tauschen sich Mauerseglerfreunde verschiedener Kontinente über die Entwicklung der gefiederten Akrobaten aus. „Ein besonderer Brutplatz ist die Klagemauer in Israel“, erzählt Ingolf Grabow. Hier haben schon viele Völker und Kulturen ihre Spuren hinterlassen, und auch die Mauersegler sind Teil der Geschichte. „Jedes Jahr gibt es dort ein großes Fest, wenn die Mauersegler wiederkommen“, berichtet Herr Grabow weiter.

Dies ist freilich zu einer anderen Zeit als hier: In Aschaffenburg sind die Mauersegler von Anfang Mai bis Anfang August zu sehen, wenn sie mit lauten „Sriiieh“-Rufen über die Dächer und durch die Straßen zischen. Sie nisten gerne in Nischen unter dem Dach, die sie durch kleine Hohlräume erreichen. Da diese Nistmöglichkeiten durch Bau- und Sanierungsmaßnahmen jedoch immer seltener werden, helfen aktive Naturfreunde wie Ingolf Grabow ihnen mit geeigneten Nistkästen, die sie unauffällig an Gebäuden anbringen. Bis zum Jahr 2009 hatte Ingolf Grabow bereits unglaubliche 1000 Kästen an öffentlichen und privaten Gebäuden in Frankfurt installiert. Unterstützt wird er dabei von Freunden, Baugesellschaften, Stadtwerken, Kirchen, Schulen, der Feuerwehr und weiteren Ämtern und Privatpersonen. Eigentlich sind laut Bundesnaturschutzgesetz Störungen zu vermeiden und die Nistplätze der Gebäudebrüter zu erhalten - doch durch Unwissenheit gehen viele Nistplätze verloren.

In Aschaffenburg will sich der Landesbund für Vogelschutz wie Ingolf Grabow für die Gebäudebrüter einsetzen, mehr zu dem Projekt findet sich unter www.gebaeudebrueter-aschaffenburg.de.

Nach einer lebhaften Diskussion gingen die Teilnehmer beschwingt heim - in sehnlicher Erwartung der Mauersegler und der Schwalben, die den Frühling bringen.

 

Januar 2018

Bilder: LBV-Bildarchiv, Text: Judith Henkel


Familien und Kinder für Meise & Co.

Die fleißigen Familien und Gruppenleiter im Goldbacher Wald
Die fleißigen Familien und Gruppenleiter im Goldbacher Wald

Damit es im kommenden Frühjahr im Goldbacher Wald wieder zwitschert und singt, hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hunderte Nistkästen von den Vogelfreunden Goldbach übernommen. Betreut und gereinigt werden sie in Zukunft von drei Familien und zwei Goldbacher Vereinen: der Jugendgruppe der Katholischen jungen Gemeinde (KjG), den Löschzwergen und der Jugendfeuerwehr.

 

Am Sonntag, den 14. Januar, haben sich die Familien sowie die Gruppenleiter mit dem LBV zu einer Einführung in die Nistkastenpflege getroffen: Motiviert werden die Kästen von den Großen mittels einer Gabelstange vom Baum abgehängt und von den Kleinen inspiziert. Dann raten alle gemeinsam, um welches Nest es sich handelt. Ganz einfach ist es beim Kleiber: der kleine Vogel verklebt die Ränder und häufig auch das Einflugloch mit Lehm, sodass schon von außen erkennbar ist, wer in diesem Kasten gebrütet hat. Der Kleiber sorgt mit dieser Methode dafür, dass kein größerer Vogel mehr durch das Loch in den Kasten passt und schützt die Brut gegen Zugluft.

Doch auch anhand des Nistmaterials können die Vogelarten erkannt werden. Blau- und Kohlmeisen kleiden ihr aus Moos und kleinen Ästen bestehendes Nest gerne mit Tierhaaren und Federn aus, sodass die Jungen es schön weich haben. Emma, mit noch nicht einmal zwei Jahren die Jüngste im Betreuerteam, streichelt die flauschige Unterlage. „Das Nest ist bestimmt von einem Trauerschnäpper“, tippt die Truppe beim nächsten Kasten. Das Material aus Baststreifen und Gräsern sieht recht typisch aus. Im Lauf der nächsten Jahre werden die unterschiedlichen Familien und Gruppen sicher zu richtigen Experten heranwachsen. Dann kann ein erneutes Treffen mit einem Austausch über all die Entdeckungen stattfinden - auch Fledermäuse, Siebenschläfer oder Mäuse können in den Kästen hängen bzw. sitzen und für die ein oder andere Überraschung sorgen. Die Aschaffenburger Kreisgruppe des LBV freut sich über die rege Beteiligung und plant bereits, das Nistkastenprojekt zu verbessern und auszuweiten: in Zukunft können die Daten mit einer App erfasst werden, auch in anderen Gemeinden werden Nistkastenbetreuer gesucht und im Wald werden in Zukunft weitere Kästen für andere Vogelarten aufgehängt. Denn Leben braucht Vielfalt - und auch Eulen und andere Höhlenbrüter finden in unseren Wäldern häufig nicht mehr genügend natürliche Baumhöhlen. Deshalb sind sie auf Nisthilfen angewiesen - und die Betreuung der Kästen verbindet Kinder und Erwachsene mit der Natur.

 

Januar 2018

Bild: Steffen Pohl, Text: Judith Henkel


Mit dem neuen Jahr...

...ist auch ein neues Veranstaltungsprogramm verfügbar!

Ihr findet es hier.

Wir haben im vergangenen Jahr viel geschafft und vorbereitet und sind froh und stolz, so viele Referenten zu haben und so viele Interessierte, die sich bei uns einbringen. Hiermit ein Dank an alle, die sich so engagieren und damit auch viele andere Menschen für unsere Natur begeistern!

 

Januar 2018

Bild: Richard Kalkbrenner


Unser Fledermaus-Thomas...

Thomas Bormann, der Fledermaus-Spezialist
Thomas Bormann, der Fledermaus-Spezialist
Die Tiere sind winzig, aber sehr faszinierend
Die Tiere sind winzig, aber sehr faszinierend

...kümmert sich bereits seit vielen Jahren um verletzte oder kranke Tiere. Er setzt sich für den Schutz ihrer Quartiere ein und berät dazu Hausbesitzer und Handwerker. Nun wurde er vom Main-Echo interviewt und gefilmt. Der Artikel findet sich hier, im Kurzfilm kann Thomas Bormann hier in Aktion erlebt werden.

 

Fledermäuse sind eine schützenswerte Tierart, die häufig in Nischen und Spalten an Gebäuden leben. Im Rahmen ihres neuen Gebäudebrüter-Projektes setzt sich die LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg für die kleinen Tiere ein. Bei Fragen sind der LBV und natürlich Thomas Bormann der richtige Ansprechpartner.

 

Januar 2018

Foto und Text: Judith Henkel


Der Star ist der Vogel des Jahres 2018

Star- Vogel des Jahres 2018
Star- Vogel des Jahres 2018

 

Der Singvogel trägt den lateinischen Namen "Sturnus vulgaris". Viele Menschen kennen den Star als "Allerweltvogel", dennoch nimmt der Bestand dramatisch ab. In der aktuellen Roten Liste wird der Singvogel als "gefährdet" eingestuft. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung. Ursache dafür ist wie in vielen Fällen in der Fauna die industrielle Landwirtschaft.

 

Die Zahl der Staren-Paare ist in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten um eine Million zurückgegangen. Der Bestand in Deutschland beträgt derzeit noch bei drei bis viereinhalb Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg. Die entspricht 10% Prozent des europäischen Starenbestandes.

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