Konferenz der Tiere

 

Der Bussard hatte eingeladen und alle waren gekommen. Nun saß er auf einem alten Baum am Waldrand und schaute hinab. Unter ihm tummelte sich eine bunte Truppe, von der er nie gedacht hätte, sie in dieser Form jemals zusammenzubringen. Aber es hatte inzwischen wohl jeder erkannt, dass die Zeit reif dafür war. Die Umwelt veränderte sich rasant und damit hatte jeder der hier Anwesenden Probleme.  Alle einte heute der Wunsch, ihre Sorgen und Nöte endlich einmal los zu werden. Als der Bussard alle begrüßt und zu anständigem Benehmen aufgefordert hatte, bat er um Redebeiträge. Sofort meldete sich der Frosch und klagte sein Leid. Zu wenig Tümpel, zu viele Straßen, alles sehr unbefriedigend quakte er. Ganz meine Meinung klapperte der Storch, dabei misstrauisch vom Frosch beäugt, ob der nicht gerade ein wenig näher gerückt war. Kaum interessante Blüten um mein Volk am Leben zu erhalten, summte die Bienenkönigin. Keine Stoppelfelder mehr, trällerte die Lerche, alles ständig beackert. Wo sollen wir nisten? Der Steinkauz erzählte, dass jeder Baum der nur ein wenig schwächelte, sofort umgehauen würde.  Die Mäuse, die in einem Maisfeld hausten, klagten über ihre ständige Übelkeit. Das Essen schmeckt einfach  nicht mehr, meinten sie.  An einem Ast hing kopfüber die Fledermaus und schien zu schlafen. He Fledermaus, rief der Bussard, hast du nicht auch was zu sagen. Ja, hätte man die Konferenz nicht abends machen können, dann wäre ich nicht so müde. Aber ihr habt ja alle Recht, meinte sie dann. Es geht auch uns nicht gut. Wo gibt es denn noch Quartiere? Ich habe schon aus Verzweiflung auf dem Boden brüten müssen, klagte der Uhu, der sich mit dem wachbleiben auch ein wenig schwer tat. Der Schmetterling vermisste die blühenden Sträucher, die es einmal in großer Zahl gegeben hatte und der Biber war unendlich traurig, dass seine Kunst als Baumeister so wenig geschätzt wurde. Alles muss immer akkurat und ordentlich sein, brummte er. Die Blumen am Wegesrand nickten dazu  eifrig mit ihren Köpfen.  Entweder kam ein stinkender Wagen mit Flüssigkeit oder ein Mähapparat rasierte sie ratz fatz weg. Der alte Nussbaum fürchtete sich auch jedes Mal,  wenn er nur von weitem eine Motorsäge hörte. So klagte jeder dem Bussard sein Leid. Plötzlich hörten sie ein Flügelrauschen am Himmel und ein Rabe ließ sich mit einem lauten Krächzen auf dem Baum in ihre Mitte nieder. Ich komme ja viel herum, da sehe und höre ich eine Menge, krächzte er. Und was soll ich euch sagen, es gibt Hoffnung. Da existiert nämlich auch so eine kunterbunte Truppe wie wir.  Sie nennen sich LBV und die kümmern sich seit vielen Jahren um die Natur. Denen liegt unser Wohlergehen wirklich am Herzen. So lange die für uns kämpfen, sind wir nicht allein. Ja ich erinnere mich, rief der Uhu, die haben meinem Sohn doch im alten Steinbruch eine Ecke frei geschnitten. Stimmt, die erhalten Wiesen und Tümpel genauso wie wir sie brauchen, habe ich gehört, rief der Salamander und die Ameisen raunten, die lassen sogar alte Baumstämme für uns liegen. Plötzlich hatte jeder schon von einem Beispiel gehört oder hatte einen Verwandten, dem der LBV schon geholfen hatte. Auf die ist Verlass, meinten nun alle. Aber was können wir  tun rief die Nachtigall. Macht auf euch aufmerksam, sagte der Bussard. Zeigt den Menschen, dass es euch gibt und was sie an euch haben, dann werden sie auch mehr auf euch achten. Und die Leute vom LBV  erzählen ja überall von uns. Diese Hoffnung auf Besserung ließ nun alle zufrieden und vor allem friedlich auseinander gehen. Wenn ihr draußen seid und es gerade ganz leise ist, dann passt gut auf, dann könnt ihr sie vielleicht vom LBV erzählen hören. Das sollte uns ein Ansporn sein, nicht nachzulassen in unserem Bemühen, weiter den Kampf aufzunehmen für unsere Umwelt, in der wir nur gemeinsam überleben können. Wenn ihr wieder mal einen Raben seht, winkt ihm zu. Dann weiß er, dass ihr vom LBV seid und er sieht, dass wir immer mehr werden. Bei der nächsten Konferenz erzählt er es bestimmt weiter.

 

Text: Ellen Kalkbrenner

 

 


Morgens auf der Streuobstwiese

 

Ein alter Apfelbaum schaute morgens über die taubenetzte Streuobstwiese und lies seinen Blick über das Tal schweifen. Der Morgennebel verzog sich gerade und die Sonne schickte ihre ersten Strahlen auf die Reise. Der alte Baum genoss jeden Tag diese Zeit der Ruhe, als er plötzlich ein helles Stimmchen neben sich vernahm. Hallo, wer bist du, wie ist es hier so auf der Wiese und wie heißt das Tal hier, sprach ihn jemand an? Der alte Baum schaute sich um und sah in einiger Entfernung einen kleinen Apfelbaum, der gestern hier eingepflanzt wurde. Mit der Ruhe war es hier nun wohl vorbei, wenn der Kleine immer so viel quasselte. Nun sag schon, rief das junge Bäumchen nun noch lauter. Kannst du nicht reden, weil du schon so alt bist? Wieso stehst du dann überhaupt noch hier. Du bist ja schon ganz kahl und trocken, und Früchte trägst du wohl schon lange nicht mehr. Der alte Baum seufzte. Ja, die Jugend meinte immer, sie wären etwas Besseres. Nun hör mal zu, du schmaler Stängel, rief er ärgerlich. Ich bin ein Boskopp und so wie ich es sehe, wirst du nie so große Äpfel tragen wie ich, du Wicht. Also halt erst mal die Klappe. Diese Wiese liegt in einem besonderen Tal und du hast großes Glück, hier sein zu dürfen. Schau dich um. Hier wachsen die besten Kräuter und die ganze Wiese ist ein einziges Blütenmeer. Auch bin ich nicht der einzige alte Baum hier. Wir sind wichtig, weißt du. Wir bieten vielen Tieren eine Wohnung. Vom Untergeschoss bis ganz oben in der Krone, ist alles bei mir besetzt. Früher habe ich auch Früchte getragen, so wie du es bald tun wirst, aber nun habe ich eine andere Aufgabe.  Als ich auf einem Wagen gestern hierher transportiert wurde, habe ich  auf den anderen Wiesen aber keine alten Bäume gesehen, sagte der kleine Baum. Deshalb ist diese Wiese ja  so besonders, meinte der alte Boskopp, um diese Wiese kümmert sich der LBV. Was ist das, rief der Jungspund neugierig.  Im LBV sind  Menschen, die auf die Natur aufpassen. Auf Pflanzen und Tiere, Wälder, Wiesen und Gewässer, erklärte der Alte. Da haben die aber viel zu tun, rief das noch junge Bäumchen. Schaffen die das denn alles?  Plötzlich hörten sie das Rauschen von Flügeln in der Luft und ein Rabe landete auf dem  höchsten Ast des alten Baumes. Als hätten alle nur auf den Vogel gewartet, erwachte die Wiese zum Leben. Der Rabe ist wieder da, los erzähl, schallte es über das Tal und der ließ sich nicht lange bitten. Haarklein berichtete er alles, was er gesehen hatte. Da sind Menschen die für die Natur kämpfen, sich jeden Tag einsetzen und nicht müde werden andere von der Wichtigkeit zu überzeugen. Sind das die Leute die auch auf unsere Wiese aufpassen, fragte der junge Baum. Ganz genau, sagte der der alte Boskoop. Sei froh, dass du auf eine LBV Wiese gekommen bist. Hier darfst du alt werden und stehen bleiben, auch wenn du keine Äpfel mehr trägst. Die Menschen vom LBV erzählen anderen von sich und ihrer Arbeit und so werden es immer mehr, die sich für die Natur einsetzen. Wir sind froh, dass es sie gibt, riefen die Bäume, und alles was auf  der Wiese lebte, stimmte ihnen zu. Da habe ich es wirklich gut getroffen, dachte das kleine Bäumchen und schaute nun ehrfürchtig den alten Boskoop an. Vielleicht hat ja der eine oder andere von uns die Bäume schon mal gehört. Das sollte uns Ansporn sein, nicht nachzulassen in dem was wir tun. Erzählt allen, so wie der alte Apfelbaum von uns, denn je mehr wir sind, desto stärker sind wir. Wenn es den alten Boskoop eines Tages nicht mehr gibt, wird der junge Baum unsere Geschichte weiter tragen, so  wie es unsere Kinder und Enkel tun werden. Lasst uns deshalb miteinander weiter kämpfen, für den Erhalt unserer wunderbaren Natur.

 

Januar 2017

Ellen Kalkbrenner

 

 


Die grünen Ritter

 

Wir befinden uns im Jahre 2016 nach Christus. Ganz Bayern ist von einer winterlichen Lethargie durchsetzt. Ganz Bayern? Nein! Ein von unbeugsamen LBVlern bevölkerter Kreis hört nicht auf, der winterlichen Starre Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die unterfränkischen Einwohner, die sich mit Haut und Haar dem Naturschutz verschrieben haben, denn der gemeine Naturschädling, der in allen umliegenden Gemeinden zu finden ist, treibt gern sein Unwesen. Erbarmungslos versucht er jeden Tag aufs Neue der Natur zu schaden. Doch er hat nicht mit dem aufmerksamen LBVler gerechnet. Selbst jetzt im Winter hat der seine Augen überall und nichts entgeht seinem scharfen Blick. Er mischt er sich ein, wenn es gilt eine neue Baumaßnahme, die Natur im Übermaß vernichten würde, zu verhindern. Wenn Tiere in Not sind, eilt er herbei um zu helfen. Er pflegt sie gesund, bewacht ihre Brut, baut neue Unterkünfte und bewahrt ihre natürliche Umgebung. Wer keine Ahnung von Naturschutz hat, kommt in den Genuss von Führungen und Schulungen. Kinder lernen von ihnen schon beizeiten sorgsam mit der Natur umzugehen und keinen Abfall im Freien liegen zu lassen. LBVler sind gut vernetzt und überall dabei, wenn es um gesundes Essen, gute Luft und erneuerbare Energien geht. Grüne Ritter könnte man sie nennen, denn sie kämpfen für das Kostbarste was der Mensch besitzt, und das man durch nichts ersetzen kann, unsere Natur. Ein Ritter hatte schon immer großes Ansehen in der Bevölkerung und der Ritterschlag bedeutete eine Ehre. Deshalb gibt es das Wort Ehrenamt. Es ist eine Ehre beim LBV zu  sein und kämpfen  zu dürfen, das müssen wir allen klar machen. Ritter haben heute keine eiserne Rüstung an, aber sie kämpfen genauso unerschrocken für das Gute. Jeden Tag aufs Neue, stecken sie Rückschläge weg und stehen wieder auf. Gehen wir nach draußen und erzählen allen von uns. Machen wir den Menschen klar, dass es sich lohnt zu  streiten, für die Zukunft ihrer Kinder  in einer gesunden Natur. Wir, die grünen Ritter können stolz sein auf das, was wir schon erreicht haben. Lasst uns weiter kämpfen, denn nur gemeinsam sind wir stark.

 

Neujahr 2016

 

Text: Ellen Kalkbrenner

 

 

 

Die LBV Kreisgruppe Aschaffenburg feiert
Die LBV Kreisgruppe Aschaffenburg feiert
Ellen Kalkbrenner trägt ihre Neujahrsgeschichte vor
Ellen Kalkbrenner trägt ihre Neujahrsgeschichte vor
Richard Weibert bläst das neue Jahr an
Richard Weibert bläst das neue Jahr an
 

Die Jahre unterhalten sich

 

 

Das alte Jahr war müde geworden. Es hatte 2014 sein Bestes gegeben und nun musste 2015 sehen wie es zu Recht kam. Ihn hatte auch keiner darauf vorbereitet, was in einem einzigen Jahr so alles passieren kann. Nun war es in der Zeit der Erinnerungen angekommen, wo alle alten ausgedienten Jahre hingehen. Unglaublich was ich alles erlebt habe sagte es, und rieb sich die müden Knochen. Ach erzähle nichts, rief ein uraltes Jahr. Damals als bei mir die Pest ausbrach. Sei still riefen alle sofort im Chor, das haben wir nun schon zur Genüge gehört. Bei mir brach der erste Weltkrieg aus fing ein anderes Jahr an, und wurde ebenfalls unterbrochen. Hundertmal hast du uns das schon erzählt. Lass endlich 2014 zu Wort kommen. Ach, sagte 2014, ich glaube es war der übliche Wahnsinn in der Welt. Manches ändert sich eben nie. Aber sollte ich das 2015 erzählen? Es ist jung und tatendurstig und hat noch viele Monate vor sich. Es muss seinen eigenen Weg finden. Also war es kein schönes Jahr, riefen die alten Jahre sofort. Aber nein, meinte 2014. Für mich war es ein gutes Jahr. Man muss nicht immer nur die Dinge zählen, die ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Dort ist immer nur von den ganz spektakulären Ereignissen die Rede. Aber wenn man genau in die Welt schaut und aufpasst, da siehst du im Verborgenen so viele Dinge die Freude machen. Immer wenn ich viel Elend gesehen habe und traurig wurde, habe ich meinen Blick auf einen kleine Truppe gelenkt. Ich habe sie nur durch Zufall entdeckt und konnte erst gar nicht erkennen, was die so treiben. Ein bunt zusammen gewürfelter Haufen macht die unterschiedlichsten Sachen. Ich habe erst nach und nach erkannt, dass die kleinen Krümel, wenn man sie zusammen fügt, ein wunderbares Ganzes ergeben. Ja aber was machen die denn nun, riefen die anderen Jahre. Sie versuchen das Schöne in der Welt zu bewahren und das ist doch eine wunderbare Aufgabe, oder nicht, rief das Jahr 2014. Die Alten strahlten über das ganze Gesicht, denn wie oft konnten die neuen Jahre, das was sie ihnen so herrlich geschildert hatten, nicht mehr finden. Es war einfach weg und tauchte auch nie wieder auf. Ganze Landschaften, Pflanzen und Tiere blieben auf immer verschwunden. Seht ihr, sagte 2014, das hat mich aufgebaut und mich bis zum Schluss durchhalten lassen. Es gibt Hoffnung, und das ist doch das Wichtigste. Etwas verschämt gestand es dann, am Ende doch etwas sentimental geworden zu sein. Ich habe 2015 diese Menschen ans Herz gelegt. Es soll ihnen eine gute Zeit schenken, voller Freude und Erfolg bei allem was sie tun. Aber besonders wünsche ich allen weiterhin so ein friedvolles und respektvolles miteinander. 2015 wird mir, wenn sein Ende gekommen ist, erzählen wie es bei den Kämpfern für die Natur, so weiter gegangen ist. Auf diesen Bericht freue ich mich ganz besonders.

 

Neujahr 2015

 

Text: Ellen Kalkbrenner

 

 

Die Kreisgruppe Aschaffenburg unterhält sich angeregt
Die Kreisgruppe Aschaffenburg unterhält sich angeregt
Das Kreisgruppen Küchenteam
Das Kreisgruppen Küchenteam

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

 

In einer Zeit, in der es kalt und dunkel war und die Menschen abends lieber in den Häusern blieben und sich wärmten, machte sich ein Häuflein Unbeugsamer auf den Weg. Sie folgten einem Ruf und gingen unbeirrt ihrem Ziel durch Finsternis und Kälte entgegen. Für manche war der Weg gar weit, denn sie kamen aus den Tiefen des Spessartwaldes, wo in den Tälern kleine Dörfer lagen. Aber auch aus der Stadt strebten sie herbei und kämpften sich durch Licht und Schatten der Straßen. Die von den Marktflecken am Main Kommenden, stemmten sich gegen den kalten Wind. Unter den Reisenden waren Gelehrte, Handwerker und Kaufleute, Jüngere und Ältere, Betuchte und weniger Betuchte, sogar ein paar Frauen befanden sich darunter. Was aber trieb sie an, an diesem Abend ihr Haus zu verlassen und gemeinsam dem gleichen Weg zu folgen? An Dörfern vorbei, auf verschlungenen Pfaden durch Felder und Wiesen liefen sie, bis sie am Ende in der Dunkelheit ein Licht leuchten sahen. Abseits aller großen Straßen stand ein Haus, an dem einige Lampen einladend flackerten. Vor der Tür stand ein kräftiger Mann und rührte in einem Topf aus dem herrliche Düfte stiegen, neben ihm ein kleiner Hund. Ein Ehepaar hieß alle Besucher herzlich willkommen. Drinnen war es warm und an der herrlich geschmückten Tafel, war für jeden ein Platz vorbereitet. Einige der Besucher begrüßten sich wie alte Freunde, andere hatten sich schon länger nicht mehr gesehen und manche lernten sich gerade erst kennen. Es war ein Reden und Lachen im Raum, dass es eine Freude war. Was verband aber diese unterschiedlichen Menschen, die sich heute auf den Weg machten um sich hier zu treffen? Was hatten sie gemeinsam? Alle einte das Ziel, das Wertvollste zu schützen das der Mensch besitzt, die Natur. Sie nennen sich „Landesbund für Vogelschutz“. Leben braucht Vielfalt ist ihr Motto und sie setzen sich mit aller Kraft dafür ein. Aber eigentlich müsste es heißen, Landesbund braucht Vielfalt, denn nur die Vielfalt der Menschen, wie sie auch hier versammelt sind, mit ihren unterschiedlichen Begabungen, Charakteren, Träumen und Hoffnungen kann den LBV auf Dauer weiter bringen. Deshalb sind diese Menschen heute ihrem  eigenen Stern gefolgt. Landesbund braucht Vielfalt, braucht uns, denn wenn wir nicht an einem Strang ziehen, hat das Leben auf Dauer keine Vielfalt mehr. Wir haben die Zukunft in der Hand. Lasst es uns gemeinsam angehen. Miteinander, füreinander, aber immer für die Natur.

 

Weihnachten 2013

 

Text: Ellen Kalkbrenner

Thomas Staab beim Essen zubereiten
Thomas Staab beim Essen zubereiten
Alex Vorbeck, Hermann Bürgin und Norbert Döhner lauschen amüsiert
Alex Vorbeck, Hermann Bürgin und Norbert Döhner lauschen amüsiert

Gedicht zu 100 Jahre LBV in Aschaffenburg

 

 der LBV wird hundert Jahre

das ist eine lange Zeit

nur durch die Hilfe vieler Menschen

sind wir überhaupt soweit

in ganz Bayern ist er tätig

wo immer die Natur in Not

ohne ihn da wäre sicher

die Umwelt noch viel mehr bedroht

übers ganze Land verteilt

gibt es engagierte Leute

die dafür ihr Bestes geben

das war früher so und heute

nun will ich euch einmal erzählen

wie es in Unterfranken war

wie kamen wir zum LBV

vielleicht ist das nicht allen klar

es war einmal, so fängt es an

Grimms Märchen könnte man es nennen

denn dieser Grimm der konnt in Hessen

die Vögel ringsumher benennen

der dachte sich das könnt doch auch

etwas fürs Frankenlande  sein

Naturschutz wäre doch sehr gut

für den Spessart und den Main

gefunden wurde ein agiler

naturverbundener junger Mann

der 1965

40 Karteileichen bekam

von Mitgliedern der Vogelwarte

die 3 Mark zahlten und nicht mehr

mit so was konnt man ja schlecht  punkten

da musste gute Werbung her

zur Sitzung ging es dann nach Garmisch

Kurt Karl und Hofers fahren los

dort kriegten sie Gasmaskenkisten

die wär´n als Vogelhaus famos

da gab es aber ein Problem

in einem Käfer ist kein Platz

wie sehr ein jeder schiebt und quetscht

es war alles für die Katz

sie mussten das dann anders lösen

ja die Kisten sollten her

man war auf Spenden angewiesen

denn die Konten waren leer

Bernd war unermüdlich tätig

vier Landkreise, das war enorm

es wurden immer mehr Mitglieder

und dann kam die Gebietsreform

von da an pflegten viele Kreise

Wiesen, Wäldchen, Sumpfgelände

stellten Flächen unter Schutz

die Arbeit hier nahm nie ein Ende

Naturlehrpfade, Streuobstwiesen

und ganz seltne Orchideen

bedrohte Eulen gab´s zu schützen

wie sollte das denn alles geh´n

doch durch ABM Maßnahmen

konnten junge Leute dann

die sonst keine Chancen hatten

zeigen was man leisten kann

Geld kam herein vom Förderkreis

Bernd Hofers und Bernd Fuchs Idee

Hofer rang mit der Gemeinde

um einen alten Baggersee

den bekam er zugesprochen

das gab das erste Lehrrevier

um Besuchern zu vermitteln

den Zusammenhang Mensch, Pflanze, Tier

ein Büro wurde gebraucht

im Hause Hofer war was frei

und Traudl machte alles dann

für einen Apfel und ein Ei

 

Herrmann Bürgin, ein Biologe

nahm dort seine Arbeit auf

der erste Zivi kam dazu

und so ging alles seinen Lauf

einen Galaabend gab es auch

und eine Straußeneiaktion

die Länder tagten diesmal hier

Traudl organisierte alles schon

auch die erste Kindergruppe

das ist der Nachwuchs der Aktiven

die liefen mit durch Wald und Flur

um ihr Wissen zu vertiefen

dass das gelang sieht man daran

der Umweltpreis ging stets an sie

lernen kann auch Freude machen

der LBV, der weiß schon wie

ein Häuschen wurde dann gebaut

in der Nähe vom Revier

um das Handwerkzeug zu lagern

es halfen viele Hände hier

beim Dachdecken dann aber plötzlich

gab es riesigen Radau

und es ging in diesem Fall

um die eine Ehefrau

man musste schlichten und beruhigen

doch alles ging noch einmal glatt

wo Menschen sind da ist es so

dass man auch mal Probleme hat

der LBV hat viel zu tun

mehr Räume brauchte der Verein

und deshalb zog er öfter um

und immer ist es viel zu klein

das Revier ward umbenannt

Projektgarten so ist´s gedacht

denn für Schulen, Kindergärten

wird Umweltbildung hier gemacht

Thomas Staab und Alex Vorbeck

gehörten nun auch zu der Truppe

neue Ideen und viele Pläne

brachten sie in diese Gruppe

Apfelmarkt und Apfelpressen

für alte Menschen und die Jungen

wie wichtig ist denn für uns Wasser

und da ist es dann gelungen

Unterstützung zu bekommen

Sodenthaler ist dabei

es gibt Ferienspiele dort

und Wasserflaschen kostenfrei

Alex ruft ein Projekt ins Leben

Schlaraffenburger Apfelsaft

der wird bekannt in nah und fern

da hat was Großes er geschafft

Bernd hat den Vorsitz dreißig Jahre

und einen Orden nun im Haus

er fuhr ja auch nach der OP

gleich zum Rasenmähen raus

und nun ging es Schlag auf Schlag

Alex wird sein eigner Herr

Herrmann zog nach Hobbach raus

so viel Veränderung ist schwer

Thomas wurde nun der Boss

die Kettensäge war passé

sein Werkzeug wurde nun der Stift

das tat ihm schon ein bisschen weh

aus Schottland, Frankreich und auch Spanien

kamen Helfer zu uns her

Zivis gab es jedes Jahr

die Arbeit wurde mehr und mehr

ein eignes Haus das wär ein Traum

Bezirksstelle sind wir ja schon

ganz Bayern hat uns dann geholfen

wir bauten die Umweltstation

für Behinderte und Kinder

für Alt und Jung und jedermann

für Flora, Fauna, Habitat

gibt hier jeder was er kann

in den Ruhestand ging Traudl

Karin sitzt nun im Büro

dass stets ein Biologe da ist

macht den LBV sehr froh

Teamarbeit wird großgeschrieben

der Vorstand kniet sich richtig rein

ob Angestellter, Ehrenamt

sie sind da für den Verein

der LBV wird 100 Jahre

zum Erfolg hat jeder beigetragen

Dank an alle Leute hier

dies wollen wir euch heute sagen

der Eisvogel auf hartem Stein

das ist Kraft und Schönheit pur

zartes Gefieder harter Fels

ein Symbol für die Natur

es soll uns stets daran erinnern

Umweltschutz geht jeden an

denn was ausstirbt hier auf Erden

geht den Menschen nur voran

Text: Ellen Kalkbrenner

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