Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Biber

Biber an der Kahl
Biber an der Kahl

Durch einige Ansiedlungsprojekte, auch im Sinntal, wurde der Biber auch am Untermain wieder heimisch - am Main, an der Aschaff, an der Kahl und an der Gersprenz fühlt er sich bereits sehr wohl. Der LBVler Thomas Wolf ist Biberberater im Landkreis Aschaffenburg (E-Mail: tanjauthomas@t-online.de). Er kontrolliert die Biberbestände, kartiert neue Biberreviere und ist auch Ansprechpartner in Konfliktsituationen, wenn es beispielsweise durch Biberaktivitäten zu ungewollten Überschwemmungen kommt oder gefällte Bäume ein Verkehrsrisiko darstellen. Mehr zu seinem Einsatz im Landkreis finden Sie hier.

Wasserliebende Vegetarier

Mit einem Gewicht von bis zu 30 kg und einer Kopf-Rumpf-Länge von maximal 100 cm ist der Biber das größte Nagetier Europas. Der Schwanz misst 30 bis 35 cm. Der Körper ist von plumper Gestalt. Besonders charakteristisch ist der dicke, abgeplattete, abgerundete Schwanz. Der Körper ist von ausgesprochen dichtem Fell aus groben Grannen- und darunterliegenden kurzen Wollhaaren bedeckt. Zwischen den fünf Fingern der Hinterfüße sind Schwimmhäute ausgebildet, an den Vorderfüßen nicht. Die kurzen Ohren sind wie die Nase beim Tauchen verschließbar.

 

Ideale Lebensräume für den Biber sind langsam fließende, gehölzumsäumte Bäche und Flüsse, größere Weiher, Altarme und Seen, die bei einer Wassertiefe von 1,5 bis 2 m im Winter nicht bis zum Grund gefrieren und im Sommer nicht austrocknen.

 

Biber leben in kleinen Familienverbänden, die sich aus den beiden Elterntieren und den ein- und zweijährigen Jungtieren zusammensetzen. Die Nahrung des Bibers ist rein vegetarisch und besteht sowohl aus krautigen Pflanzen als auch aus Laub und Rinde von Gehölzen. Um an dünne Äste und Zweige in ausreichender Menge heranzukommen, fällen die Tiere bevorzugt Sträucher und junge Bäume, die möglichst nahe am Ufer stehen. Biber legen in der Uferböschung Wohnkessel an, die nur vom Wasser aus zugänglich sind.

 

Um den Wasserspiegel des bewohnten Gewässerabschnitts auf die gewünschte Höhe anzuheben, errichten Biber Dämme aus Stämmen, Ästen, Zweigen und Schlamm. Dadurch ist der Biber in der Lage, seine Umwelt aktiv zu gestalten, und gilt daher als Landschaftsarchitekt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Biber infolge der immer stärker werdenden Nachstellungen durch den Menschen in ganz Deutschland völlig ausgerottet. Ab den 1980er Jahren konnte die Art von Süd- Bayern kommend die Donau mit ihren rechten und linken Nebenflüssen wieder besiedeln.

 

Text: St. Naturschutzverwaltung BW und Richard Kalkbrenner