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Jungvogel gefunden - was tun?

Jungvögel im Wald (Foto: Christian Henkel)
Jungvögel im Wald (Foto: Christian Henkel)

Was ist zu tun, wenn man einen Jungvogel findet? In den meisten Fällen gilt: FINGER WEG, da die Vogeleltern die Jungvögel auch am Boden weiter versorgen. Viele Vogelarten verlassen das Nest, bevor ihr Gefieder vollständig ist und wirken dadurch hilflos. Sitzt ein Vogel mitten auf dem Weg oder einer Straße, kann man ihn behutsam an eine geschützte Stelle setzen, wo die Eltern ihn wieder finden werden.


Eine Ausnahme davon bilden die Mauersegler: Wenn es ihnen an heißen Sommertagen unter dem Dach zu warm wird, versuchen sie manchmal das Nest zu verlassen und stürzen ab. Außerhalb des Nests können die Altvögel, die ihr Leben überwiegend in der Luft verbringen und vom Boden aus selbst nicht mehr losfliegen können, sie nicht mehr versorgen.
Handlung ist auch geboten, wenn ein Jungvogel in einem ausgehungerten, ausgekühlten oder durchnässten Zustand ist und selbst nach einer Stunde kein warnender Altvogel auftaucht.
 In jedem Fall ist die Aufzucht schwierig und langwierig.


 

Je nach Vogelgröße muss alle 30 bis 60 Minuten gefüttert werden, von morgens bis abends. Hierfür eignet sich für alle Vögel Eiweißbetontes Futter mit Kalk (fein gemahlene Eierschalen), beispielsweise fest ausgepresster Magerquark, gekochtes Eigelb, Hackfleisch, Insekten, im Handel erhältliches Weichvogelfutter und Wasser.


Als Nestersatz kann ein Pappkarton mit einer Nestmulde aus weichem Stoff, Heu oder Laub verwendet werden. Sauberkeit ist wichtig! Hunde- oder Katzentransportkisten sind ideal.


Mauerseglern fehlt das Schnabelsperren, durch das andere Jungvögel den Rachen aufreißen. Somit muss das Futter mit Pinzette, Zahnstocher oder mit der Hand stündlich tief in den Rachen geführt werden, die Wassergabe erfolgt mittels Pipette.


Für Amsel, Drossel und Star ist eine halbstündliche Fütterung mit zusätzlichen Mehlwürmern oder Insekten vonnöten.


Körnerfresser wie Grünfink, Dompfaff, Kernbeißer und Stieglitz bekommen am besten stündlich Aufzuchtfutter vom Zoohandel, kleine Sämereien, zerkleinerten Salat oder geriebenen Zwieback.


Vergleichbar mit der Aufzucht von Mauerseglern ist das Großziehen von Schwalben, Laubsängern, Rotschwänzen oder Meisen. Sie benötigen zusätzlich Insekten wie Spinnen, Heuschrecken oder Ameisenpuppen der Wiesenameise.


 

Wenn die Vögel gefiedert und die Schwanzfeder ausgewachsen sind, kann man sie an die Freiheit gewöhnen, indem man den offenen Käfig in den Garten stellt und weiter mit Futter bestückt. So können die Tiere die Umgebung erkunden und bei Bedarf zurückkehren.
 Für Mauersegler gilt: Sie sollten 40 g wiegen oder die innere Schwanzfeder sollte 4 cm lang sein. Werden sie unruhig, lässt man sie abends, wenn andere Segler in der Luft sind, vom Balkon oder anderen erhöhten Stellen frei.

Eine wichtige Information noch zum Schluss: Niemals zu Nestern von Bodenbrütern laufen! Man legt sonst eine Duftspur, der Füchse oder andere Feinde mühelos folgen.

Klicken Sie bitte hier und Sie kommen auf die Internetseite der "Wildvogelhilfe"!

 

Hier finden Sie Telefonnummern von möglichen Auffangstationen.

 

Verletzter Mauersegler oder junger Mauersegler gefunden? Hier gibt es Tipps und es geht es zur Mauerseglerhilfe in Frankfurt.