Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Nachrichten 2019

Libellenworkshop - schillernde Flugkünstler

Rund um Libellen, insbesondere Kleinlibellen, drehte sich ein Workshop am 11. Mai in der Kleinostheimer LBV-Umweltstation:

Der Libellenexperte Günter Farka vermittelt den Teilnehmern sehr fachkundig, anschaulich und geduldig eine wissenschaftliche Vorgehensweise zur Bestimmung der Kleinlibellen. Außerdem geht er auf die Entwicklungsgeschichte dieser "Edelsteine der Lüfte" ein und erläutert ihre zoologische Systematik - besser verständlich: die Einteilung und Benennung der verschiedenen Arten.

"Urlibellen" gab es bereits vor 300 Millionen Jahren, man könnte sie also fast als kleine Flugsaurier betrachten. „Sie gehören zu den

erdgeschichtlich ältesten geflügelten Insekten", erzählt der Fachmann.

 

Wie leben sie überhaupt? Und welche Ausrüstung brauche ich als Libellenkundler? Diese und weitere Themen werden vermittelt und diskutiert.

„Die Libellen ernähren sich räuberisch", weiß Farka. Schon die Libellenlarven fressen Larven von Artgenossen oder anderen Insekten, Wasserflöhe, oder Kaulquappen, und die erwachsenen Libellen - sogenannte Imago - fressen sämtliche Insekten wie z.B. Mücken oder Fliegen, und auch andere Libellen. 

 

Ganz schön gefährlich, solch ein Libellenleben. 

 

Nach einem Theorieteil können trotz schlechten Wetters einige Kleinlibellen auf dem LBV-Gelände entdeckt und bestimmt werden - unter anderem im fantastischen "Paarungsrad", einer fast herzförmigen Figur, die die Libellen während der Paarung einnehmen.

Die gute Laune in der Gruppe bleibt und alle freuen sich über eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Grundlagen sind nun gelegt und alle Teilnehmer haben erst einmal Zeit zum Üben. Die kommenden zwei Workshops zu Großlibellen und der Bestimmung von Exuvien (dem "Häutungshemd" der Libellen) finden am 06.07. und am 26.10. statt. Eine Anmeldung ist noch möglich!

 

Text: Judith Henkel

Bilder: Peter Baumann

Im Nassen zum Wasser...

Am Samstag, den 04.05., fand eine gewässerkundliche Exkursion an der Gersprenz bei Stockstadt statt. Leider waren an diesem Morgen die Himmelspforten mit rund 3 Litern Niederschlag pro m² weit geöffnet. Erfreulicherweise hatten sich doch ein paar wenige Interessierte eingefunden und es stand nicht zur Debatte, die Führung nicht durchzuführen - lediglich die Wegstrecke wurde etwas abgekürzt.

 

Tanja Dickel aus dem LBV-Gewässerteam informierte über Quellen als Lebensraum und die verschiedenen Stressoren, welche auf diesen sensiblen Lebensraum einwirken. Neben kompletten Quellfassungen sind die land- und forstwirtschaftliche Nutzung, wie Fichtenmonokulturen, Faktoren, die sich negativ auf die einzigartigen Quellbiozönosen auswirken können.

Maximilian Sehr, Landespfleger des WWA Aschaffenburg, referierte über den Umsetzungsstand der Wasserrahmenrichtlinie und zeigte am Beispiel der Gersprenz, welche Probleme sich in der Umsetzung stellen. Neben mangelhafter Durchgängigkeit fehlt es vielen unserer Gewässer an Strukturen, wie dem Wechsel aus flachen, schnell überstömten Bereichen und ruhigeren tiefen Gumpen. Um darzustellen, mit welchen Maßnahmen sowie mit welch hohem finanziellen und personellen Aufwand die Wasserwirtschaft versucht, den europäischen Vorgaben gerecht zu werden, stellte Sehr eine geplante Renaturierungsmaßnahme und deren erhoffte Wirkung vor.

 

Abschließend wurden einige der kleinen Bewohner der Gewässersohle kurzzeitig entnommen und von der interessierten Gruppe begutachtet.

 

Bilder und Text: Maximilian Sehr

Es piept und zwitschert in Goldbach

Am Donnerstag, den 2. Mai, fand die zweite Vogelstimmenführung mit Gerd Andres statt. Dieses Mal trafen sich ca. 20 Interessierte am Parkplatz des Goldbacher Waldfriedhofs.

Wie schon beim ersten Mal beschränkte sich Gerd Andres hauptsächlich auf 5 Vogelarten, auf welche er immer wieder hinwies, sobald sie zu hören waren. Die teilnehmenden Naturfreunde waren darüber sehr dankbar, denn wie die meisten bald feststellen mussten, ist dies gar nicht so einfach, da die anderen Vogelarten noch munter dazwischenzwitschern. Dieses Mal standen die Mönchsgrasmücke, die Singdrossel, der Gartenrotschwanz, der Buchfink und die Amsel im Fokus.

 

Die Wanderung führte durch den Unterafferbacher Forst und anschließend über Streuobstwiesen. So war auch zu erfahren, dass die Singdrossel sich eher im Wipfelbereich der Bäume aufhält und deshalb mit bloßem Auge auch selten zu erkennen ist. Vogelstimmenkundige können im Spessart durchschnittlich um die 30 unterschiedliche Vogelstimmen hören, an ausgewählten Orten und Zeiten ist durchaus mehr möglich. Dazu gehören natürlich die Wasserbereiche, Küstenregionen oder die Zeiten des Vogelzuges. 

 

Sein außerordentliches Gehör für Vogelstimmen hat Gerd Andres schon als Junge mit seinem Vater auf Spaziergängen trainiert. Für die Vogelbestimmung zieht der Kenner auch immer die Umgebung mit ein, was diesen ab und an auch verwirrt, wenn für diese Umgebung untypische Laute zu hören sind. Als zwischendurch einmal die Vogelrufe auf sich warten ließen, zeigte er seinen interessierten Zuhörern, wie der moderne Mensch per App Vogelstimmen erklingen lassen kann, um das eigene Wissen zu erweitern. Eine äußerst interessante Information war auch, dass Vögel durchaus nach Situation unterschiedliche Laute von sich geben. So sind Balzgesänge völlig unterschiedlich zu Warnrufen. Selbst diese unterscheiden unter Gefahr von unten, z.B. Katze, Mensch… zu Gefahren aus der Luft bei Raubvögeln. Diese Warnrufe, sind selbst bei unterschiedlichen Vogelarten etwas ähnlich, so dass artfremde Vögel auf diese Warnungen reagieren können.

 

Gerd Andres hat den teilnehmenden Naturfreunden ein weiteres Mal eine kurzweilige informative Wanderung geboten, bei der jeder neue Erkenntnisse mit nach Hause nehme konnte. Die Tour endete auch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit und vor Einsetzen des Regens.

 

Bild: Andrea Kammer

Text: Kerstin Maidhof

LBV auch Mitträger von "Landkreis Aschaffenburg summt!"

Im Anschluss an die erfolgreiche Vertragsunterzeichnung zu „Landkreis Aschaffenburg summt“ des Landrates Dr. Ulrich Reuter, zusammen mit dem Vorsitzenden des LBV der Kreisgruppe Aschaffenburg, Richard Kalkbrenner, dem Vorsitzenden der Imker und Vertretern aus Berlin, fand am 29.04. im Landratsamt Aschaffenburg ein Vortag über bienen- und insektenfreundliche Gartengehölze statt. Referent war Klaus Körber von der staatlichen Meister- und Technikerschule für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

 

Er stellte den ca. 30-40 Anwesenden zunächst die aktuellen Forschungsprojekte der LWG vor. Sein Rat an alle Gartenbesitzer und Städtebauplaner ist, auf möglichst viele unterschiedliche blühende Gehölze zu setzen, deren Blühphase von Januar bis September bzw. bis zur Frostperiode gleichmäßig verteilt ist. Dies ist oft auch über verschiedene Unterarten einer Baumsorte möglich. Dies stellte er anhand von einer langen Liste von Gehölzen, die nach Blühzeitpunkt sortiert waren, sowie den dazugehörenden Bildern anschaulich dar.

Darunter waren viele Pflanzen aus südlichen bzw. kargen Regionen - was im Hinblick auf den Klimawandel durchaus Sinn macht - aber auch viele zwischenzeitlich aus der Mode gekommene heimische Pflanzen, welche an Blühfreude und Schönheit den Exoten in nichts nachstehen. Oft werden Bäume fälschlicherweise als Opfer des Klimawandels bezeichnet", erzählte Herr Körber, dabei können auch zu kleine Pflanzlöcher oder mangelnde Wasserversorgung in den ersten Jahren der Grund für eine schlechte Entwicklung sein."

Dafür bietet der Handel bereits einige Innovationen an, z.B. Gießsäcke, die mit Hilfe einer Membran das Wasser langsam an die Erde abgeben, oder Pflanzringe, die größere Wassermengen an Ort und Stelle halten. Eine Möglichkeit, die heikle Anwachsphase zu erleichtern, ist ein Wildblumen-Rollrasen, welcher sich zunehmender Beliebtheit bei den Kunden erfreut.

 

Gehölze bieten auf kleinster Fläche mehr Blüten und somit mehr Futterquellen, als man mit einer Blumenwiese erreichen kann. Nicht zu vergessen sind außerdem die Kletterpflanzen, welche oft mit einem Getränkekasten-großem Pflanzloch auskommen. Es gibt demnach genug Alternativen zu den zurzeit sehr populären blütenlosen Steingestaltungen im Garten", ist das Fazit. Wichtig ist dabei, dass die Blüten sowohl Nektar als auch Pollen tragen und die Blüten nicht zu eng gefüllt sind. Die Staubgefäße sollten deutlich sichtbar sein und möglichst nicht nur während der Hauptblütezeit von April bis Juni blühen, so dass die Insekten ganzjährig versorgt werden.

 

Für den Kommunalen Landschaftsschutz waren die vorgestellten Pflanzen nicht alle uneingeschränkt geeignet, da trotz Klimaerwärmung auf die heimische Flora und Fauna mehr Rücksicht genommen werden sollte. Wenn jeder darauf achtet, ist bereits eine Menge gewonnen!

 

Text: Kerstin Maidhof

Summende Streuobstwiesen

Am Morgen des 28.04.2019 trafen sich in Aschaffenburg-Obernau, trotz frischer Temperaturen und Weißem Sonntag, 15 Naturinteressierte, um an der Führung „Die summenden Streuobstwiesen von Obernau“ teilzunehmen. Zumindest sollte es, entgegen anderslautender Prognosen, an diesem Vormittag trocken bleiben.

 

Es wurde der Lebensraum Streuobstwiese erkundet, und dabei auch einige seiner Bewohner vorgestellt. An verschiedenen Stationen wurde eine der prägenden Kulturlandschaften unserer Region vorgestellt. Dabei wurde zum Beispiel auch der gefährdete Steinkauz angesprochen, welcher am bayerischen Untermain sein wichtigstes Verbreitungsgebiet in ganz Bayern hat. Auch auf das Projekt „Schlaraffenburger“ wurde eingegangen. Durch dieses soll der Erhalt von Streuostwiesen durch eine wirtschaftliche Nutzung sichergestellt werden.

 

Dann ging es zum summenden Teil der Veranstaltung. Die auf der Streuobstwiese lebenden Honigbienen-Völker wurden präsentiert. Die Bienen waren sehr fleißig, und man konnte sie schon aus einiger Entfernung summen hören. Neben den Honigbienen wurde aber auch auf die Gefährdung unserer Wildbienen eingegangen. Es wurde dabei u. a. aufgezeigt wie wichtig die bestäubenden Insekten für unsere Lebensmittelproduktion sind. Die Initiative „Aschaffenburg summt!“ möchte daher unsere Stadt bienenfreundlicher gestalten und ruft zum Mitsummen auf. Zum Abschluss konnten die Teilnehmer noch Informationsmaterialien oder ein Glas Honig mitnehmen. Und dann kam sogar auch noch die Sonne heraus…

 

Text und Bilder: Daniel Feldmann

FakS fackelt nicht lange: Beherztes Engagement für Amphibien in der Erzieher/innen-Ausbildung

Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik konnten am Sonntagmorgen, den 14.04.  um sieben in der Frühe den orangenen Sonnenball auf dem Weg zum Zeughausparkplatz bestaunen, weil sie zur Krötenwanderung mit ihrer Umweltpädagogik-Dozentin starteten.

 

Zusammen mit den Kindern der Schulgarten-AG von der Hefner-Alteneck-Schule kontrollierten sie Eimer für Eimer entlang des Krötenzauns hinter dem Klinikum. Dabei deckten sie ganz vorsichtig Blätter zum Schutz der Tiere ab und entdeckten unter dem Laub Kröten oder Bergmolche. In einem Eimer schaute ihnen sogar eine Blindschleiche entgegen, die wieder im Wald ausgesetzt wurde. Die insgesamt in allen Eimern gesammelten 103 Kröten und 3 Molche wurden zum neuen Teich hinter dem Klinikum getragen und mit viel Freude bei ihren ersten Schwimmzügen beobachtet. Auch ein Krötenkampf zweier Männchen um ein Weibchen wurde fasziniert beobachtet. Die Leiterin der Schulgarten-AG und Lehrerin der Hefner-Alteneck-Schule zeigte den Kindern die Laichschnüre, die Erdkröten um die Wasserpflanzen geschlungen hatten. Dabei wurde auch Froschlaich an der Wasseroberfläche des Sees entdeckt.

 

"Weil die Amphibien unter Naturschutz stehen, ist die Entfernung von Froschlaich aus der Natur ein schwerer Gesetzesverstoß", wie die Lehrerin sehr eindrücklich betonte. Die Krötensammlung werde auch wissenschaftlich begleitet – erklärte die FakS-Dozentin. So meldet sie die Anzahl gesammelter Amphibien an den verschiedenen Zaunabschnitten an die Koordinatorin vom Landesbund für Vogelschutz. Spaziergänger, die an anderen Zaunabschnitten mit ihren Eltern Kröten für ihr Terrarium daheim sammelten, wurden zum Verbot der Entnahme aus der Natur ebenso aufgeklärt. Die Garten-Kinder der Hefner-Alteneck-Schule hatten ganz nebenbei viel über die Biologie der Kröten gelernt. Mühelos konnten sie am Ende der Wanderung Männchen und Weibchen der Erdkröten voneinander unterscheiden und schauten ganz gewissenshaft ob der Ruf des Männchens ertönte oder schwarze Daumenschwielen sichtbar waren. Aber auch die Krötenspiele einer Studierenden zeigten, dass die Kinder mit viel Freude die verschiedenen Kaulquappen-Stadien trotz dreistündiger Wanderung noch zeitlich sortieren und spannende Rätselfragen beantworten konnten.

 

Es war eine interessante Erfahrung für die Beteiligten, die Kröten sicher zum neu angelegten Teich zu bringen und ihr Verhalten dort zu beobachten. Die Studierenden möchten dieses Erlebnis noch mit vielen Kindern teilen und werden dazu gerne auch nach ihrer Ausbildung im nächsten Jahr Kontakt mit den örtlichen Naturschutzverbänden aufnehmen, um mit den Kindern ihrer Einrichtung die Krötenzaunexperten des LBV beim Sammeln zu begleiten.

 

Bilder und Text: Birgit Kähler

Ungewöhnliche Gartenvögel

Unser Mitglied Manfred Eich hat uns einige Fotos von seiner Vogel-Futterstelle zukommen lassen. Nicht nur viele verschiedene Singvögel besuchen seinen Garten regelmäßig - nun lassen sich sogar Fasane blicken!

 

Was tut sich in eurem Garten so? Meldet eure Gartenvögel vom 10. - 12.05.19 bei der Stunde der Gartenvögel (alles hierzu hier: https://stunde-der-gartenvoegel.lbv.de)!

Früh blüht, was sich sputen will

Die Winter sind hierzulande zwar bei weitem nicht mehr so kalt wie einst, doch es gibt immer wieder frostige Nächte, die vielen Pflanzen zu schaffen machen. Aus diesem Grund ziehen sich die meisten von ihnen in der dunkleren Jahreszeit zurück. Einige von ihnen schaffen es jedoch, zeitig mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen ihre Blüten zu öffnen. Wie machen sie das? Was ist ihre Strategie?

 

Diesem Geheimnis gingen am Sonntag, den 31. März, fünfundzwanzig Pflanzenfreunde im Park Schönbusch auf die Spur. Judith Henkel vom Landesbund für Vogelschutz erklärt die Überlebensstrategie vieler Frühblüher: „Diese sogenannten Geophyten speichern ihre Energie in Überdauerungsorganen unter der Erde - z.B. in Wurzeln oder Zwiebeln“. Viele Bilder machen deutlich, wie dick oder lang diese Organe werden können: So wie bei der Roten Pestwurz, die am Seeufer blüht. Auf einem Rundgang erfahren die Teilnehmer Staunenswertes über viele weitere Frühblüher wie das Scharbockskraut, den Huflattich und den Gefingerten Lerchensporn.

 

„In den heimischen Laubwäldern ist die günstige Zeit für krautige Pflanzen recht kurz, da ihnen im belaubten Zustand zu viel Licht genommen wird. Die meisten der in Deutschland heimischen Frühblüher stammen somit aus Waldgesellschaften“, erfahren die interessierten Zuhörer. Auch die Insekten, die auf das frühe Nektar- und Pollenangebot angewiesen sind, werden näher besprochen. Spannend ist dabei beispielsweise der Violette Ölkäfer, dessen Larven in die Blüten des Buschwindröschens krabbeln, um von dort aus mit etwas Glück eine Wildbiene als Reittier für den Flug in deren Erdbau zu erwischen, wo sie sich weiter entwickeln. 

 

Viele Frühblüher nutzen auch die Beweglichkeit der Insekten, um ihre Samen zu verbreiten: So tragen die Samen des Lerchensporns ein Anhängsel, das Ameisen als Nahrung dient. Die Ameisen tragen es in ihr Nest und verbreiten dadurch "nebenbei" die Samen der Pflanze. Auch das Wohlriechende Veilchen nutzt diese Strategie - in Versuchen wurde gezeigt, dass eine Substanz in dem Samenanhängsel des Veilchens bei Ameisen-Arbeiterinnen einen wahren Sammeltrieb auslöst.

 

Dieses und weitere Wunder erfreuten die Gruppe an dem Frühlingstag - es lohnt sich, hinauszugehen, denn die kleinen Wunder sind zahllos und warten nur darauf, entdeckt zu werden.

 

April 2019

Bilder: Christian Henkel und Andrea Kammer

Text: Judith Henkel

Insektenhotelbau begeistert Jung und Alt

Wildbienen sind sein Hobby! Die Liebe zu dieser Insektengruppe bekam Dietmar Kampfmann von seinem Vater mit, der Imker war.  Im Laufe viele Jahr hat sich der Mömbriser eine Menge Wissen angeeignet. Dieses gab er, gespickt mit Informationen aus eigenen Erfahrungen, an zehn Teilnehmer beim „Bau von Wildbienenhotels“ weiter. Im Werkraum der Hefner-Alteneck-Schule in Aschaffenburg entstanden so zehn Holzkästen für diese Insekten. Gefüllt wurden sie Stapelboxen mit einem gebohrten Eichenklotz und hohlen Pflanzenstängel aus Staudenknöterich und Schilf. Dass sich das Wildbienenhotel auch gleich mit Leben füllt, wird allerdings nicht garantiert! Kampfmann weiß, dass es nicht nur an der Wohnung hängt, sondern auch der Lebensraum passen muss. Vielfältige Gärten mit bunten Blüten und Kräutern helfen dann nicht nur den bedrohten Insektenarten. Neben Frauen vom Arbeitskreis Natur aus Heimbuchenthal, nahmen mehrere begeisterte Kinder an dem Bastelkurs des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) teil.

 

April 2019

Text und Bilder: Thomas Staab

 

Der Wolf in Deutschland: Daten und Fakten – Irrtümer und Märchen

In Deutschland leben wieder wilde Wölfe. 1995 sind sie nach ihrer Ausrottung auf eigenen Pfoten in die Lausitz (Sachsen) zurückgekehrt. Derzeit leben wieder 73 Rudel, 30 Paare und 3 Einzeltiere (DBBW) in Deutschland, dies sind ca. 700 Tiere.

 

Günter Trapp, Mitglied des Arbeitskreises Wolf beim LBV sowie in der hessischen Landesarbeitsgemeinschaft Wolf und Herdenschutz beim NABU Hessen, berichtete vor etwa 20 Zuhörern, überwiegend Nutztierhaltern und Jägern, über die Lebensweise des großen Beutegreifers.

 

Der Wolf meidet den Menschen und sieht ihn nicht als mögliche Beute. Wanderer, Radfahrer, Reiter und natürlich alle Spaziergänger können weiterhin ohne Angst die Freizeit in der Natur verbringen. Allerdings muss ein gegen Menschen verhaltensauffälliger Wolf entnommen werden. Wölfe dürfen niemals gefüttert werden, es wäre ihr Todesurteil!

 

 Der Wolf ernährt sich überwiegend von Rehen, Wildschweinen- Rot- und Damwild (Hirsche), welche es in unserer Kulturlandschaft reichlich gibt .Aber wo er die Möglichkeit hat, vergreift er sich auch an schlecht geschützten Nutztieren. Hier sind die Landwirte und Schäfer gefordert. Der Wolf darf nicht lernen, dass es einfacher ist, Ziegen, Schafe und Kälber zu erbeuten. Die Landwirte und Schäfer brauchen aber ausreichende finanzielle Unterstützung für die zusätzliche Arbeit.

 

Die Arbeit der Schäfer und Landwirte ist für den Erhalt unserer Kulturlandschaft unabdingbar und muss unterstützt werden, betonte Günter Trapp

 

Günter Trapp konnte auch die Jäger beruhigen. Der Wolf frisst nicht die Reviere leer. Trotz Anwesenheit des Wolfes in einigen Gebieten Deutschlands haben Jagdstrecken bisher nicht abgenommen. Aber die Jagd wird sicher mit Wolfen im Revier anspruchsvoller.

 

Der Wolf ist in seine alte Heimat zurückgekehrt, es ist eine Erfolgsgeschichte, er ist eine Bereicherung unserer Natur. Wenn wir es wollen, können wir mit ihm zusammenleben.

 

April 2019

Text: Günther Trapp; Bild: Andrea Kammer

 

Bienenfreundliche Gärten: Ein Vortrag von Bernd Bergmann

Der Saal im  Mehrgenerationenhaus in Goldbach war  mit 60 Leuten vollbesetzt. Seit dem Volksbegehren ist das Interesse an diesem wichtigen Thema noch gestiegen. Bernd Bergmann weiß wovon er redet, hat er doch einen eigenen Gartenbaubetrieb. Deshalb konnte er aus seinen reichen Schatz an Erfahrungen berichten. Anhand einer Präsentation mit vielen beispielhaften Bildern, nahm er die Zuschauer mit auf eine Reise durch die unterschiedlichsten Gartenformen. Herrliche Naturgärten bei denen die Insekten sich des Lebens freuen, tote Steinwüsten wo kein Grün zu finden ist, bepflanzte Balkone und Kübel auf Terrassen. Bernd Bergmann klärte die Gäste auf was jeder  gegen das Insektensterben tun kann. Er hatte eine Liste von bienenfreundlichen Blumen, Stauden und Gewächsen mitgebracht die reißenden Absatz fand.  Zu beachten ist beim Pflanzen die Art des Bodens, Der Sonnenstand und wieviel Platz habe ich zur Verfügung meinte er.  Auch wie man eine größere Fläche in eine Blühwiese verwandelt, wusste er genau.  Man kann viel falsch machen beim Bearbeiten und beim Kauf des Samens. Bernd Bergmann hatte auch eine Tüte Blühmischung mitgebracht, die er herum gehen ließ. Als Leiter des LBV Arbeitskreises Schmetterlinge, konnte er genau benennen welche Blüten besonders gerne von ihnen angeflogen werden.  Vor sich auf dem Tisch hatte er eine Pflanze stehen die er besonders anpries. Nach einigem Überlegen kamen die Gäste drauf, um was sich dabei handelt. Die bei Menschen unbeliebte, aber für einige Schmetterlingsarten, zur Eiablage immens wichtige Brennesel. Gerne beantwortete der Referent alle Fragen und der Abend dauerte länger als geplant was aber niemanden störte. Hatten doch alle Anwesenden eine Menge gelernt. Wenn nur jeder einen Teil davon umsetzt, ist schon eine Menge gewonnen.

 

April 2019

Text: Ellen Kalkbrenner; Bild

 

Gemeinsam für die NATUR - Infoabend bienenfreundliches Gärtnern

Eine Veranstaltung der Obst-und Gartenbauvereine Aschaffenburg Damm und Schweinheim, dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, der Gärtnerei Löwer, dem Landesbund für Vogelschutz und Frankonia Samen:

 

Das Volksbegehren hat es gezeigt - nur gemeinsam sind wir stark. Am Freitag, den 5. April, hat Gustav Löwer in seine Gärtnerei eingeladen, um für einen insektenfreundlichen Garten zu werben. Werner Oberle begrüßte die Gäste aufs Herzlichste und freute sich über die volle Halle. Viele Dokumente zu dem Thema und kleine Samentütchen lagen zum Mitnehmen bereit. Lebendig erzählte im Anschluss Gustav Löwer von seinen Anfängen, als er die Firma von seinem Vater übernahm. Schnell wurde ihm klar, dass er neue Wege gehen muss, um seine Gesundheit zu erhalten und die Umwelt zu schonen. "Damals wurde man dafür noch ausgelacht", meinte er. Er verwies auch auf die vielen bienenfreundlichen Pflanzen, die ringsumher in der Halle aufgebaut waren. Es muss ein Umdenken stattfinden, da waren sich alle einig. "Die modernen Gärten aus Stein, die schönen gefüllten Blüten, der gepflegte Rasen, davon sollte man sich in Zukunft verabschieden", sagte Werner Oberle. Herr Hessel von Frankonia Samen erläuterte anschaulich, welche Samen für welche Böden geeignet sind und was es alles zu beachten gilt,  wenn man eine Blühfläche anlegen möchte. Nach der Pause, in der vom Süßen Löwer Getränke und Nussecken spendiert wurden, stellte Richard Kalkbrenner vom Landesbund für Vogelschutz das Projekt „Aschaffenburg summt“ vor, ein Gemeinschaftsprojekt des LBV, der Stadt Aschaffenburg und der Dämmer Imker zum Erhalt der Natur vor unserer Haustür. "Der LBV wird mit seinem Blühflächenteam auch bei dem Projekt „Der Landkreis Aschaffenburg summt“  aktiv mit dabei sein", meinte er. Eine flammende Abschlussrede wurde von Otmar Seidel gehalten. Jeder ist gefordert, alle können was tun. Wir haben nur diese eine Welt. Geben wir unser Bestes, um sie für nachkommende Generationen zu erhalten.

 

2019 April

Text und Bild: Ellen Kalkbrenner

LBV Flächenpflege in Kleinkahl

Alle Jahre wieder zieht es die ehrenamtlichen Helfer zum Frühjahrsputz in den Kahlgrund.

 

Ende März, bei strahlendem Sonnenschein, in Gummistiefeln und mit allerlei Gerätschaften bewaffnet, geht es in die wertvollen Feuchtwiesen, von denen es immer weniger gibt. Wenn Brombeeren und Erlenaustriebe nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden, drohen sie alles zu überwuchern. Mit großem Eifer werden abgeschnittene Äste und Zweige weggeschleppt und auf Haufen geschichtet, die dann anderen Wiesenbewohnern als Unterschlupf dienen. Patrick unser Jüngster, ist seit Jahren mit Feuereifer dabei und weiß genau was zu tun ist.  In den kleinen Tümpeln mitten in der Wiese, die freigeschnitten werden,  herrscht schon reges Leben.  Unmengen von Kaulquappen tummeln sich zur Freude aller im Wasser. Schmetterlinge sind unterwegs und die Vögel geben ein Konzert. Die Wasserfeder, eine Pflanze, die auf  der roten Liste der bedrohten Arten steht, gibt es hier noch. Judith, als Fachfrau ist begeistert. Gelbe Himmelsschlüssel, die auch immer seltener zu sehen sind, recken sich aus dem hohen Gras. Die Helfer achten genau wo sie ihre Füße hinsetzen. Die ganze Truppe freut sich an den Märzenbechern und Sumpfdotterblumen, die sich dort ausbreiten. Günter lässt es sich nicht nehmen jedes Jahr dabei zu sein und kennt daher das Gelände genau. Tradition ist die gemeinsame Vesper, die Ellen und Richard immer dabei haben und alle langen kräftig zu. Danach geht es zu einem kleinen Tümpel im Wald, der von Christoph und seinem Sohn Patrick professionell freigeschnitten wird. Kerstin, dieses Jahr das erste Mal dabei, turnt gewandt am Wasserrand entlang um Zweige zu entfernen. Eine Wiese wird zum Schluss noch von einer Schicht Laub frei gerecht, um den seltenen Orchideen, die es da noch gibt, das austreiben zu erleichtern. Die Erdbienen, die sich dort tummeln, lassen sich an den Hängen auch wunderbar im Sonnenschein beobachten. Beim nächsten Arbeitseinsatz sind sicher alle wieder gern dabei. Alt und Jung Hand in Hand im Einsatz für unsere  Natur.

 

März 2019

Bilder: Ellen Kalkbrenner, Text: Ellen Kalkbrenner

 

LBV Vogelstimmenwanderung für Einsteiger

Wenn der Abend dämmert im Schönbusch ist er wieder unterwegs. Gerd Andres, der die Vögel an ihrem Gesang genau bestimmen kann, und viele Geschichten zu erzählen weiß. Am 27. März 2019 sind 25 Leute zusammen gekommen um sich erklären zu lassen, wie man die einzelnen Töne der gefiederten Gesellen voneinander unterscheiden kann. Weil das gar nicht so einfach ist, gibt es die Vogelstimmenwanderung für Einsteiger. Es werden nur  maximal fünf Laute herausgefiltert. Einige der Interessenten waren schön öfter dabei und freuen sich, jedes Jahr was dazu zu lernen. Diesmal war der Kleiber gut zu hören  und seine Besonderheit, den Stamm kopfüber runter zu laufen ist natürlich immer ein Thema. Das Rotkehlchen, mit seinem roten Brustlatz, wurde belauscht und die Amsel mit ihrem wunderbaren Gesang gehört. Das freute alle, denn durch einen Virus, gab es in den letzten Jahren ein großes Amselsterben und die Population erholt sich erst langsam wieder. Auch die Laute der Stare, die selten alleine anzutreffen sind, wurden gehört.  Alle Fragen beantwortete Gerd Andres geduldig und es entspann sich eine lebhafte Diskussion. Von der Singdrossel, die es in Park gibt, war erst gar nichts zu hören. Doch die Ausdauer wurde belohnt. Auf dem Hügel, am Turme, erklang plötzlich ihr Lied. Gerd Andres lauschte ergriffen und meinte, das werden wir  sicher nie mehr vergessen. Die nächste Vogelstimmenwanderung mit Gerd Andres ist am 2. Mai um 19:30  in Goldbach. Treffpunkt ist der Parkplatz am Waldfriedhof am Steinertsweg.

 

März 2019

Bild: LBV Archiv, Text: Ellen Kalkbrenner 

Führung zum Gersprenz-Biber

Sein Name entspricht zwar einer anderen Tierart, doch die Haarfarbe passt: Thomas Wolf und der Biber gehören zusammen. Auch in diesem Jahr führte der Naturschutzwächter im Rahmen einer LBV-Veranstaltung eine große Gruppe Interessierte in das Biberrevier an der Gesprenz. Dass die großen Nager hier zu Hause sind, verrät inzwischen sogar ein Schild: da der Biber nicht selten einen Wohnbau in das Ufer gräbt, besteht hier nämlich Einsturzgefahr.

Auch viele weitere Spuren deuten auf den Biber hin - bei einem Spaziergang erkundete die Gruppe Nagespuren an Baumstämmen und Biberrutschen ins Gewässer. Obwohl diese Spuren so offensichtlich sind, lässt sich der Biber selbst selten bis nie blicken. Doch auch hier kann Thomas Wolf die Neugier der Teilnehmer befriedigen, indem er einen ausgewachsenen Biber auf den Boden setzt. Dieses ausgestopfte Exemplar fiel einst dem Autoverkehr zum Opfer, hat seitdem jedoch schon hunderte Menschen begeistert. „Ich hätte nie gedacht, dass Biber wirklich SO groß sind“, sagen einige. Auch das dichte Fell, die immer wieder nachwachsenden Zähne und der Schwanz, die sogenannte Biberkelle, werden bestaunt.

 

Während der Führung geht der Experte, der auch als Biberberater im Landkreis Aschaffenburg eingesetzt ist, jedoch nicht nur auf die faszinierende Lebensweise und die erfreuliche Entwicklung der Biber ein, sondern auch auf Konflikte. So machen durch den Biber verursachte Überschwemmungen oder Schäden immer wieder Absprachen und Kompromisse nötig. Hier helfen allerdings auch Entschädigungszahlungen aus einem Ausgleichsfonds. Insgesamt führt der Biber jedoch nachweislich zu einem höheren Artenreichtum an Gewässern - und, wie kürzlich ein Biberberater im Landkreis Kitzingen sagte: „Der Biber hätte das Volksbegehren Artenvielfalt auch unterschrieben“ - in dem dortigen Gesetzesentwurf sind Gewässerschutzstreifen nämlich vorgeschrieben. 

 

Februar 2019

Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel

Die Nistpaten grillen - aber keine Vögel

Seit einem Jahr sind in Goldbach mehrere Familien und zwei Vereine (KjG und Löschzwerge) als Nistkasten im Wald aktiv: Sie haben über 300 Nistkästen von den Vogelfreunden Goldbach übernommen, die diese jahrelang betreut haben und schließlich aus Altersgründen Nachfolger suchten. Die Aschaffenburger Kreisgruppe des Landeskunde für Vogelschutz hat die neuen Nistpaten gefunden und eingewiesen. Nun waren die fleißigen Vogelfreunde bereits zum zweiten Mal auf verschiedenen Routen unterwegs, um die Kästen zu untersuchen und zu reinigen. Dabei gibt es immer wieder einige interessante Entdeckungen, wie zurückgelassene Eier oder ein großes Hornissennest. Kartiert wird mit einer App, was auch die jungen Helfer durchaus begeistert.

Als Dankeschön veranstaltete der LBV am 16. Februar ein Grillen, das im „Hoim“ der KjG stattfand: Hier gibt es alles, was das Herz begehrt, sodass nach kurzer Zeit ein kleines Trüppchen in fröhlicher Runde beisammenstand. Sogar ein Sofa wurde nach kurzer Zeit aus dem Heim gezaubert und ans Feuer gestellt - zusammen mit Marshmallows, Grillgut und Co. fehlte es somit an nichts. Vögel wurden freilich nicht gebraten, denn bei der „Jagd“ nach den Bewohnern der Goldbaches Nistkästen lassen sich doch nur ein paar Federn oder kleine Nester erbeuten. Das macht die Betreuung der Niststätten jedoch nicht weniger spannend - alle sind weiterhin sehr gerne dabei. „Wir möchten gerne noch ein paar weitere Kästen betreuen“, lässt eine Familie verkünden. So ist die Zukunft wohl erst einmal gesichert - für die Vogelfamilien und ihre Verbündeten.

 

Februar 2019

Bilder und Text: Judith Henkel

Leise wie der Flug der Eule...

Auf komische Käuze und Nachteulen trifft wohl jeder einmal. Doch gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Eulen und Käuzen? Welche Arten leben hier bei uns überhaupt, und wie verbringen sie ihren Tag (oder auch ihre Nacht)? Diesen Fragen ging Gerd Andres am Mittwoch, den 13. Februar bei einem Vortrag in der LBV-Umweltstation auf den Grund. Die 20 Zuhörer lauschten nicht nur Andres´ Erläuterungen gespannt, sondern auch den Rufen der heimischen Eulenspezies, die immer wieder schaurig-schön durch den Raum hallten. So einige Anekdoten gab der Vogelkenner von sich - gemeinsam erkundeten die Anwesenden eine Schleiereule im Kirchturm und begleiteten die Beringung von jungen Steinkäuzen auf der Streuobstwiese. 

 

„Zehn Eulenarten kommen in Bayern vor, sieben davon hier am Untermain“, stellte Andres anhand von Bildern und Verbreitungskarten dar. Die Teilnehmer erfuhren viel über die erstaunlichen Eigenschaften der Eulen - beispielsweise ihre außerordentlich gutes Gehör, für das sie ihr gesamtes Gesichtsfeld nutzen und mit dem sie ihre Beute auch aus weiter Entfernung oder unter Schnee genau orten können. Der Flug der Eule ist nahezu geräuschlos, da ihre Federn kammförmige Fortsätze besitzen und damit die Luft verwirbeln.

Anhand einiger Präparate konnten die Anwesenden einige Eulenarten auch in Lebensgröße betrachten sowie ein Gewölle studieren - die unverdaulichen Reste der Beutetiere, die so einiges über die Nahrung der Eulen verraten.

 

Erfüllt von vielen Eindrücken in die Welt der geheimnisvollen Greifvögel verließen die Zuhörer schließlich das Bernd Hofer-Haus und gingen hinaus in die Nacht - mit gespitzten Ohren, um ja nicht den Ruf eines Waldkauzes zu verpassen, der in den Wäldern der Umgebung zurzeit durchaus zu hören ist.

 

Februar 2019

Bild: Christian Henkel, Text: Judith Henkel

Quellkartierungen in Stadt und Landkreis Aschaffenburg

Eine fernöstliche Weisheit besagt: „Gedenke der Quelle, wenn Du trinkst.“.

Leider gedenkt kaum noch jemand der Quellen, die in den Wäldern und Wiesen entspringen und geeignete Bedingungen für ganz besondere Lebewesen bieten. Das Gewässerteam des LBVs im Landkreis Aschaffenburg möchte dies nun ändern und Quellen im Spessart untersuchen. Dabei soll der Zustand, die Art der Quelle und ihre „Ausstattung“, also die Lebewesen in der Quelle und in ihrem Umkreis, mithilfe einer App kartiert werden.

 

Eva Schubert, die Quellexpertin von der LBV-Zentrale in Hilpoltstein, hat das Gewässerteam Ende Januar zunächst im Rahmen einer Schulung in die Kartierungsmethodik eingewiesen. „Häufig werden Quellen von Grundstückseigentümern oder Waldarbeitern gar nicht erkannt, oder sie erkennen deren Schutzwürdigkeit nicht“, erklärt die Fachfrau. So werden Quellen, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind, häufig (verbotenerweise) zugeschüttet, verrohrt oder verbaut. Die kleinen, unscheinbaren Lebewesen, die auf das klare Wasser mit der ganzjährig gleichbleibenden Temperatur angewiesen sind, haben so keine Chance, sich zu entwickeln - etwa 450 Tierarten sind auf Quellen spezialisiert! Zu ihnen zählen die Quellschnecke und der Höhlenflohkrebs. Bei der ersten Kartierung einer Quelle findet die Gruppe eine Köcherfliegenlarve. Diese faszinierenden Lebewesen bauen sich aus Sand, Steinchen oder Pflanzenstückchen einen Köcher, ihre Wohnröhre. Die Larven leben mehrere Jahre in der Quelle, bis sie sich verpuppen und als Köcherfliegen schlüpfen. Vergleichbar ist auch die Entwicklung vieler anderer Lebewesen, die viele Jahre in der Quelle leben und sehr empfindlich auch Störungen und Veränderungen reagieren. Die tierischen Organismen, die so groß sind, dass sie mit dem bloßen Auge erkannt werden können, nennt man "Makrozoobenthos". Zusammen mit vielen weiteren Angaben wie der Wasserqualität und dem Substrat, wird die Quelle beschrieben und erfasst.

 

„Bis zu 90 % der Offenlandquellen in Bayern sind zerstört oder stark beeinträchtigt, in den Wäldern ist der Zustand etwas besser“, verdeutlicht Eva Schubert die Situation, die dringend ein Handeln erfordert. Zurzeit sind noch viele Quellen trocken, doch ab April wird das Gewässerteam im Landkreis aktiv nach Quellen suchen, die Thematik bekannter machen und versuchen, einige Quellen wieder in einen guten Zustand zu versetzen - zusammen mit allen Beteiligten. Damit wieder mehr Menschen der Quellen gedenken…

 

Februar 2019

Bild und Text: Judith Henkel

Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

Feldlerche (Bild: Marcus Bosch, LBV-Bilddatenbank)
Feldlerche (Bild: Marcus Bosch, LBV-Bilddatenbank)

Auf den Star, den Vogel des Jahres 2018, folgt ein weiterer Vogel der Agrarlandschaft. Damit küren NABU und LBV die Feldlerche zum zweiten Mal zum „Vogel des Jahres“ nach 1998. Auf der Roten Liste der Brutvögel Bayerns  wird sie als gefährdet eingestuft.

 

„Nur noch wenige kennen und hören den Gesang der Feldlerche am Himmel. Intensivkulturen mit Wintergetreide, Mais und Raps, fehlende Brachflächen und der Rückgang der Insekten verringern ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage“, sagt Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender.

 

„Diese Ehre wurde bisher nur wenigen Vögeln zuteil. Trotz aller Anstrengungen war die erste Wahl zum Vogel des Jahres leider nicht genug, um die Art zu retten. Denn der alarmierende Rückgang bei den Beständen dieses ehemaligen Allerweltsvogelssetzte sich fort“, sagt Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied.

 

Die Feldlerche steht als Jahresvogel auch stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht. Die immer intensivere Landwirtschaft ist zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden.

Wir fordern deshalb für die derzeit laufenden Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern. Derzeit fließen jährlich 58 Milliarden Euro Agrarsubventionen überwiegend als pauschale Flächenprämien an Landwirte. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger. Diese Gelder müssen künftig statt in Massenproduktion gezielt für eine naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden, um Arten wie die Feldlerche zu retten.

Bisher haben sich jedoch weder die Bundeskanzlerin noch ihre Agrarministerin Julia Klöckner am Verhandlungstisch in Brüssel klar dazu bekannt. Die Feldlerche – und mit ihr unsere ländlichen Lebensräume mit ihrer ganzen Artenvielfalt – haben jedoch nur eine Chance, wenn die Bundesregierung auf EU-Ebene die Weichen der Agrarpolitik richtigstellt.

 

Wir rufen bei der Mitmach-Aktion „Meine 114 Euro“ Bürgerinnen und Bürgern auf, ihre Wünsche an eine Agrarreform EU-Parlamentariern aus ihrem Wahlkreis zu übermitteln und so zur Rettung der Feldlerche und anderer Feldvögel beizutragen.

Der Saal im  Mehrgenerationenhaus in Goldbach war  mit 60 Leuten vollbesetzt. Seit dem Volksbegehren ist das Interesse an diesem wichtigen Thema noch gestiegen. Bernd Bergmann weiß wovon er redet, hat er doch einen eigenen Gartenbaubetrieb. Deshalb konnte er aus seinen reichen Schatz an Erfahrungen berichten. Anhand einer Präsentation mit vielen beispielhaften Bildern, nahm er die Zuschauer mit auf eine Reise durch die unterschiedlichsten Gartenformen. Herrliche Naturgärten bei denen die Insekten sich des Lebens freuen, tote Steinwüsten wo kein Grün zu finden ist, bepflanzte Balkone und Kübel auf Terrassen. Bernd Bergmann klärte die Gäste auf was jeder  gegen das Insektensterben tun kann. Er hatte eine Liste von bienenfreundlichen Blumen, Stauden und Gewächsen mitgebracht die reißenden Absatz fand.  Zu beachten ist beim Pflanzen die Art des Bodens, Der Sonnenstand und wieviel Platz habe ich zur Verfügung meinte er.  Auch wie man eine größere Fläche in eine Blühwiese verwandelt, wusste er genau.  Man kann viel falsch machen beim Bearbeiten und beim Kauf des Samens. Bernd Bergmann hatte auch eine Tüte Blühmischung mitgebracht, die er herum gehen ließ. Als Leiter des LBV Arbeitskreises Schmetterlinge, konnte er genau benennen welche Blüten besonders gerne von ihnen angeflogen werden.  Vor sich auf dem Tisch hatte er eine Pflanze stehen die er besonders anpries. Nach einigem Überlegen kamen die Gäste drauf, um was sich dabei handelt. Die bei Menschen unbeliebte, aber für einige Schmetterlingsarten, zur Eiablage immens wichtige Brennesel. Gerne beantwortete der Referent alle Fragen und der Abend dauerte länger als geplant was aber niemanden störte. Hatten doch alle Anwesenden eine Menge gelernt. Wenn nur jeder einen Teil davon umsetzt, ist schon eine Menge gewonnen.

 

April 2019

Text: Ellen Kalkbrenner; Bild