Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Nachrichten 2018

Baumpflanzaktion in Kleinkahl - 20 neue Obstbäume wurden an den Kahlwiesen gesetzt

An einem kalten Dezembermorgen traf  sich eine Gruppe Ehrenamtlicher  um auf den LBV Flächen 20 Bäume zu setzen.  Alex Wack hatte die Obstbäume bestellt und zusammen mit Richard Kalkbrenner abgeholt. Nun warteten Apfel- Zwetschgen- und Kirschenstämmchen im  Anhänger auf ihre neue Heimat. Mit allerlei Gerätschaften bewaffnet machten sich die sechs, unter sachkundiger Anleitung von Alex Wack, an die Arbeit. Patrick Mischke, der jüngste von allen,  schnitt den Hasendraht fachkundig zurecht, und half wie alle anderen beim Schaufeln. Im Winter macht das Pflanzen mehr Sinn. Die Bäume sind ohne Laub besser zu transportieren und müssen wegen des kühlen Wetters  nicht gegossen werden. Wenn der Boden nicht gefroren ist klappt das prima, stellten alle fest. Markus Dümig, Richard Kalkbrenner und Alex Wack buddelten fleißig, schlugen Eichenpfähle ein und Christoph Mischke, unterstützt von Ellen Kalkbrenner, fixierte daran den Hasendraht um die Rehe von den jungen Bäumen fernzuhalten. Bei einer Vesper mit heißen Getränken wurde die Kälte aus den Gliedern vertrieben. Den Helfern hat die Aktion großen Spaß gemacht und bei der jährlichen Flächenpflege werden sie das wachsen der Obstbäume miterleben. Wenn aus den kleinen Stämmen einmal große Bäume geworden sind, kann Patrick sie irgendwann seinen Kindern zeigen und stolz auf seine Leistung sein.

Text und Bilder: Ellen Kalkbrenner, 15.12.2018

Nikolaussitzung am 6. Dezember

Herzliche Grüße vom Nikolaus
Herzliche Grüße vom Nikolaus

Beim Naturschutz geht es lustig zu. Auch wenn die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen nicht immer einfach ist, so soll der Spaß nicht zu kurz kommen. Zur letzten Sitzung in diesem Jahr haben die Vorsitzenden Ellen und Richard Kalkbrenner nicht nur ihre Nikolausmützen dabei, sondern auch eine Rute. Aber weil  alle sich im Laufe des Jahres so sehr engagiert haben, kam sie wenig zum Einsatz sondern es gab für jeden Lebkuchen und einen Schokoweihnachtsmann. Unter großem Gelächter nötigte Ellen Kalkbrenner die Anwesenden ihr nachzusprechen, wie gut es doch allen beim LBV  geht. Die Antwort kam aus vollem Herzen, denn der Spaß kam hier nie zu kurz. Später zeigte Richard Kalkbrenner anhand  einer Präsentation was  im Jahr 2018 alles für den Naturschutz erreicht wurde und welche Themen für 2019 anstehen. Mit vereinten Kräften setzen sich die Aktiven beim LBV jedes Jahr auf vielfältige Weise für den Erhalt der Natur ein. Zum Dank gibt es im Januar die beliebte Neujahrsfeier, bei der alle eingeladen sind. Dass sich ehrenamtliche Arbeit und Spaß nicht ausschließen beweist der LBV ständig aufs Neue.

 

Text: Ellen Kalkbrenner Bild: Markus Dümig, 6.12.2018

Würdigung Ehrenamtsengagement von Ellen und Richard Kalkbrenner

Ellen und Richard Kalkbrenner umgeben von Anke Brüchert, Kerstin Schryer und Norbert Schäffer
Ellen und Richard Kalkbrenner umgeben von Anke Brüchert, Kerstin Schryer und Norbert Schäffer

Ellen und Richard Kalkbrenner wurden im Sozialministerium in München von der neuen Ministerin für Familien, Arbeit und Soziales Kerstin Schreyer für ihre ehrenamtliche Arbeit im Naturschutz ausgezeichnet. Der  LBV Vorsitzende Norbert Schäffer und die Ehrenamtsmanagerin Anke Brüchert hatten die Kalkbrenners vorgeschlagen. Seit etlichen Jahren setzen sich die beiden mit großem Erfolg im Raum Aschaffenburg für den Naturschutz ein.  Kalkbrenner Ellen und Richard sind seit 2012 Vorsitzende der Kreisgruppe Aschaffenburg des LBV.  Inzwischen ist die Kreisgruppe auf 3300 Mitglieder angewachsen und damit mehr als doppelt so groß als zu Beginn ihrer Vorstandschaft. Zudem hat die Kreisgruppe vier Ortsgruppen. Die Kalkbrenners haben mehr als 10 Arbeitskreise ins Leben gerufen, eine Vielzahl von  Projekten und Veranstaltungen initiiert und tatkräftig mit Rat und Tat begleitet. Dies alles ist nur möglich durch viele engagierte Ehrenamtler. Die Ministerin hob auch besonders das vorbildliche Ehrenamtsmanagement der Kalkbrenners hervor. Die vielen Aktiven in der Kreisgruppe werden in ihrer Arbeit durch die sehr persönliche Betreuung gewürdigt. Durch ihre offenherzige Art haben sich auch viele junge Leute dem Team mit großer Begeisterung angeschlossen.

Unzählige Termine im Naturschutz sorgen für die Bekanntheit des LBV vor Ort und eine hervorragende Präsens in der Presse heißt es in der Laudatio.

Neben den vielen organisatorischen Arbeiten  kommt auch der praktische Arten- und Biotopschutz nicht zu kurz. Auch hier setzen sich die Kalkbrenners laut der Ministerin aktiv mit vielen Gleichgesinnten in freier Natur für das Fortbestehen von den heimischen Tier- und Pflanzenarten ein.

Die Ministerin und auch der LBV Vorsitzende wünschten den Kalkbrenners weiterhin so viel Engagement und Freude am Naturschutz.

 

Text und Bild: Ellen Kalkbrenner, 15.11.2018

Bayern summt. Aktion gegen das Insektensterben

Das Team von Bayern summt
Das Team von Bayern summt

An einem Wochenende fand in Ingolstadt das bayrische Vernetzungstreffen statt. Es hatten sich auch Gäste aus Nordrhein Westfalen angemeldet die sich über die Aktionen in Bayern informieren wollten. Jeder hatte an dem Wochenende Zeit, sich und seine Arbeit vorzustellen und neue Ideen mitzunehmen. Ellen Kalkbrenner, die Daniel Feldmann vertreten hat,  konnte berichten, dass in Aschaffenburg in diesem Jahr,  die unterschiedlichsten Aktionen zu diesem Thema stattgefunden haben.  Sie meinte, man solle quer denken und alle Möglichkeiten der Aufmerksamkeit nutzen. Ihr Beispiel mit einem Faschingswagen am Karnevalsumzug teilzunehmen, fand großen Anklang. Wir waren alle als Bienen verkleidet, haben Honigbonbons und Samentütchen ausgeteilt, erzählte sie. Mehr Zuschauer kann man auf einmal nicht bekommen, da waren sich die anderen Teilnehmer einig, und fanden neue Wege zu gehen wäre genau das richtige. Viele Themen konnten an den zwei Tagen besprochen werden doch die Zeit reichte kaum.  Deshalb wird es im März das nächste Treffen in Würzburg geben.  

 

Text und Bild: Ellen Kalkbrenner 10.11.2018

Für die Artenvielfalt in Feuchtflächen

Amphibien, Reptilien, Heuschrecken, Tagfalter, Schnecken…wo auch immer Flächen natürlich oder künstlich, dauernd oder zeitweise mit Wasser in Kontakt kommen, findet sich eine reiche Tierwelt ein. Dieses „Angebot“ wird wiederum von anderen Tierarten wie Vögeln als Nahrung genutzt. Als am 10. November ein Pflegetrupp des Landesbunds für Vogelschutz und des Landschaftspflegeverbands nach Kleinkahl auszog, hatten die Naturschützer genau dies vor Augen: „Ich sehe hier nicht nur Altgras und Gehölzschösslinge, sondern die Fütterung der jungen Neuntöter, die ich im Frühjahr auf dieser Fläche beobachten durfte“, erzählt eine Freiwillige.

 

Dies ist der Grund, warum es noch immer aktive Menschen jeden Alters mit Astschere und Säge bei kaltem, feuchten Wetter in sumpfige Gebiete zieht: die Freude daran, dass so eine hohe Artenvielfalt erhalten und gefördert werden kann, in diesem Fall auf den Flächen des LBVs. Der Neuntöter ist eine Vogelart, die vor einigen Jahren noch recht häufig anzutreffen war. Durch die Beseitigung von sogenannten „Strukturelementen“ in der Landschaft wie Hecken und Gebüschen, in denen dieser Vogel brütet und auf deren Dornen er zur Vorratshaltung seine Beute aufspießt, sowie durch den dramatischen Rückgang der Insektenzahlen, die ihm unter anderem als Nahrung dienen, sind es mittlerweile viel weniger Brutpaare geworden.

 

Doch in Kleinkahl findet er noch genügend Jagd- und Nistmöglichkeiten. In der „Offenlandschaft“ fängt er Mäuse, Eidechsen und Insekten - und wie das Wort schon sagt, muss dazu die Landschaft offen gehalten werden: Wiesen und Weiden brauchen eine Mahd oder Beweidung, und in Feuchtflächen mit Seggenrieden, also Herden von Sauergräsern, und Röhrichten wie Schilf und Rohrkolben, müssen Gehölze regelmäßig zurückgeschnitten werden. Und so kommt es dazu, dass an besagtem Samstag viele junge Schwarzerlen gefällt wurden, damit sie sich nicht weiter ausbreiten. Andernfalls würden diese Gehölze durch ihre höhere Verdunstungsrate die Austrocknung begünstigen und einige lichthungrige Arten verdrängen.

 

Wenn mehr Menschen wissen, dass Feuchtgebiete 40 % aller Pflanzen- und Tierarten beherbergen, ein wichtiger Wasser- und Kohlenstoffspeicher sind und natürliche Filter für Gewässer darstellen, dann sehen auch immer mehr Menschen nicht nur verrückte Ökos, die mit Gummistiefeln im Nebel stehen, sondern singende Vögel, bunte Schmetterlinge, und den Erhalt eines bedrohten Lebensraums.

 

November 2018, Bilder: Richard Kalkbrenner und Herbert Henderkes (LBV-Bildarchiv); Text: Judith Henkel


Hoch hinaus...

...bis in den Himmel ging es für drei LBVler am Freitag, den 2. November: Der Vorsitzende Richard Kalkbrenner sowie die beiden Aktiven Klaus Heller und Manfred Fischer nahmen an einer Schulung zur Bedienung von Hebebühnen teil.

 

Was sie dort oben wohl verloren haben? Suchen sie nach Vögeln?

Obwohl man von einer Höhe von 32 m sicher eine blendende Aussicht hat, steht die Beobachtung hier nicht im Vordergrund, auch wenn es tatsächlich um Vögel geht - und um Fledermäuse. Denn im Rahmen des LBV-Gebäudebrüterprojekts wird es immer wieder nötig, mit einem Hubsteiger an Dächer und Hauswände zu gelangen. Dort werden dann beispielsweise Nistkästen montiert, Kotbretter gereinigt oder Gebäude untersucht. 

 

Leider werden Brutplätze für gebäudebewohnende Vögel und Fledermäuse immer seltener: Durch Sanierungen, Abrisse und Neubauten werden Spalten, Löcher und Ritzen entfernt oder verschlossen, die zuvor für verschiedene Arten eine Nistmöglichkeit boten. An glatten Fassaden und energieoptimierten Gebäuden finden sie kaum noch einen Unterschlupf, obwohl sich entsprechende Nisthilfen recht einfach in Gebäude integrieren lassen.

 

Klaus Heller, Biologe und Leiter des Gebäudebrüterprojekts, hat in diesem Jahr bereits mehrfach in luftiger Höhe Nisthilfen für Schwalben, Mauersegler und Stare angebracht. Nach bestandener Prüfung können er und seine Teamkollegen nun auch selbst eine Hebebühne bedienen und so weiteren Anfragen nachkommen, die den LBV aus dem ganzen Landkreis erreichen. Bis zum Ende des Jahres wird das Gebäudebrüterprojekt vom Bayerischen Naturschutzfonds als Glücksspiralenprojekt gefördert. Viele Nistplätze wurden bereits kartiert, es fanden Beratungen und Veranstaltungen zu dem Thema statt. Hier können Vogelfreunde auch selbst Nistplätze melden.

 

Auch in den folgenden Jahren werden die LBV-Aktiven Nistplätze kartieren und neue Nistmöglichkeiten schaffen - damit Mauersegler, Schwalbe, Spatz und Co. auch in Zukunft noch mit uns unter einem Dach wohnen.

 

November 2018, Bilder: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Eine Unterkunft für wilde Bienen

Herr Kampfmann zeigt den Aufbau der Niströhren
Herr Kampfmann zeigt den Aufbau der Niströhren

Es wimmelt nur so von wilden Bienen, die Luft vibriert und es fällt schwer, nicht in den Bann dieses Treibens gezogen zu werden…wer kennt dieses Gefühl beim Anblick eines Insektenhotels? Fast niemand. Doch es ist möglich - und mit diesem Ziel fand am Freitag, den 26. Oktober ein Workshop zum Bau von Wildbienenhotels statt. 

„Insektenhotels, wie sie häufig im Handel zu kaufen sind, ergeben meist keinen Sinn“, erklärt der Experte Dietmar Kampfmann zu Beginn. „Dort werden beispielsweise Löwen und Zebras zusammen in eine Unterkunft einquartiert“, beschreibt er weiter. Die Teilnehmer, von den Grundschulkindern bis zu älteren Semestern, hören interessiert zu und stellen immer wieder Fragen. Zunächst wird der Aufbau der Wildbienennisthilfe gezeigt: „Wichtig ist ein Draht zum Schutz vor den LBV-Freunden“, erzählt der humorvolle Wildbienenkenner, „denn sonst bauen wir hier eine Snackbar für Spechte und andere Vögel“. Der LBV, der diesen Workshop ausrichtet, setzt sich freilich nicht nur für die Vogelwelt ein, und möchte mit Kursen wie diesen die Insekten und das Bewusstsein für sie fördern. So wurde im Voraus ausreichend Draht gekauft, und das Werkeln kann beginnen. 

Jede Nisthilfe wird ganz individuell, Kinder und Erwachsene bohren, hämmern und schrauben. Bei Fragen ist Dietmar Kampfmann sofort zur Stelle, unterstützt von Christine Stark, die in der Hefner-Alteneck-Schule unterrichtet und immer wieder Themen aus Natur und Umwelt in den Fokus nimmt. Dabei wird unter anderem der Schulgarten naturnah gestaltet - als einer der Orte, an dem Wildbienen und andere Insekten Nahrung und Unterschlupf finden.

Nach und nach entstehen die ersten schönen Hotels - voller Eifer werden Stängelteile aus Bambus, Schilf oder Knöterich verbaut, unterbrochen von kurzen Infos zu den Zusammenhängen, einem Lachen von links oder einem Ruf nach mehr Schrauben.

Ein Highlight kommt zum Schluss: Herr Kampfmann hat zwei Schilfröhrchen mitgebracht, die aus einem seiner Wildbienenhotels gefallen sind. Gemeinsam mit der staunenden Gruppe öffnet er sie vorsichtig am Rand und zeigt, wie die Wildbienen in solch einem Röhrchen mehrere Kammern hintereinander anlegen, jeweils ein Ei sowie Pollen für den Nachwuchs dort ablegen und mit Zwischenwänden aus Lehm verschließen. Faszinierend! Voller Tatendrang und sicher mit einer veränderten Wahrnehmung gehen die Teilnehmer am Abend nach Hause - alle mit einer Nisthilfe unter dem Arm, die im kommenden Jahr besiedelt werden kann.

 

Text: Judith Henkel

weitere Bilder:

Es geht nicht nur um den Apfel

Freude am Streuobstquiz mit dem Glücksrad
Freude am Streuobstquiz mit dem Glücksrad

In diesem Jahr, in 2018, ist uns eine besonders reiche Apfelernte beschert. Passend dazu fand am 10. Oktober in Waldaschaff der Apfelmarkt statt, bei dem auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit einem Stand vertreten war. Neben der Schlaraffenburger Streuobstagentur, einer LBV-Initiative, die sich für die heimischen Streuobstwiesen und deren Vermarktung stark macht, fanden die Besucher unter dem Pavillon mit dem Eisvogel-Logo Informationen und Mitmachaktionen rund um das Thema Apfel und was so dazugehört.

 

Denn es geht um viel mehr als „nur“ um den Apfel: was unsere Region prägt und auch eine besondere Verantwortung bedeutet, sind größere Themen, die aber doch alle miteinander verbunden sind:

Es geht auch um die Wiesen. Um den Lebensraum. Um das Kulturgut. Um die vielen besonderen Arten, die hier beheimatet sind. Den Genpool, die unterschiedlichen, teils sehr alten Sorten. Und darum, das zu kennen und zu schätzen. Bei einem Streuobstquiz konnten die Besucher am LBV-Stand so einiges über Streuobstwiesen und ihre Bewohner lernen: nicht alle wussten, dass bei uns zwar kein Steinadler sein Zuhause hat, der Steinkauz sich in alten Obstbäumen jedoch sehr wohl fühlt und hier sogar einen Verbreitungsschwerpunkt besitzt.

Viel Spaß hatten die Kinder auch beim Wiegen eines Apfels - ganz schön knifflig, das Gewicht richtig zu schätzen!

 

Auf einer Streuobstwiese gibt es viele Nützlinge, doch auch Schädlinge. Zumindest aus Sicht der Bewirtschafter. Auch dazu erfuhren die Standbesucher eine Menge - sowie über die Gesamtheit der Insekten, deren Bestäubungsleistung uns zu dem vielen leckeren Obst verhalfen. Mit dem Projekt „Aschaffenburg summt“ setzen sich neben dem LBV viele weitere Naturschutzgruppen, Imkervereine und Privatpersonen für den Schutz und die Erhaltung der Bestäuberinsekten im Landkreis Aschaffenburg ein.

 

Die Streuobstwiesen, auf denen längst nicht nur der Apfel, sondern auch Birnen, Zwetschgen, Kirsche und Nüsse zu finden sind, bedeuten auch Arbeit. Viele LBVler setzen sich bei der Flächenpflege für Streuobstwiesen ein, die der LBV gepachtet oder gekauft hat und damit erhalten möchte. Doch auch für Familien und als Ausgleich vom Büroalltag ist die Arbeit in der Natur ein erfrischender und erfreulicher Ausgleich. Auch im kommenden Jahr wird es dazu, nicht nur vom LBV, viele Veranstaltungen geben. Es geht nicht nur um den Apfel. Aber über den Apfel und den Apfelmarkt haben viele Menschen etwas vom dem „Mehr“ bewusst erfahren - und vielleicht ein Stückchen mehr erkannt, welch ein Schatz direkt vor unserer Haustür liegt. Und jeder kann dazu beitragen, diesen Schatz zu erhalten.

 

Oktober 2018, Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel

Der LBV beim Ökomarkt

Glücksrad und Wildbienen-Nisthilfen am LBV-Stand
Glücksrad und Wildbienen-Nisthilfen am LBV-Stand

Wärmender Sonnenschein, der Duft nach Äpfeln vom benachbarten Schlaraffenburger-Stand und das laute Rattern des Glücksrads - so fühlte sich der Ökomarkt am Stand des Landesbunds für Vogelschutz an, der am Sonntag, den 30. September in Aschaffenburg stattfand. Die Besucher erwartete wieder ein buntes Allerlei zu den Themen Ökologie und Naturschutz. Ganze Schlangen an Kindern wollten am Streuobstquiz des LBVs teilnehmen - zu jeder Zahl gab es eine andere Frage, bei der so ganz nebenbei etwas über das Leben auf den heimischen Streuobstwiesen erlernt werden konnte. Der Steinkauz und der Grünspecht, die auf den Streuobstwiesen beheimatet sind, konnten als Exponate direkt vor Ort bestaunt werden.

Auch zu der Initiative „Aschaffenburg summt!“ - einem Zusammenschluss der Stadt Aschaffenburg, der Imker aus Damm sowie des LBVs - stellten die Besucher viele Fragen. So manch einer nahm ein Glas Honig mit und informierte sich über die Wildbienen-Nisthilfen. „Es gibt so viele verschiedene Bauweisen, und viele davon sind völlig sinnlos“, wussten die LBVler am Stand und erklärten, wie solch eine Nisthilfe für die Insekten von Nutzen sein kann. 

Buntes Treiben und ein guter Austausch prägten den Tag - nun kann der Apfelmarkt kommen, bei dem der LBV am 14. Oktober ebenfalls mit einem Stand vertreten sein wird. 

 

Oktober 2018, Bilder: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel

Im Spessart...

1. Vorsitzender des LBVs Richard Kalkbrenner im Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen Ludwig Hartmann
1. Vorsitzender des LBVs Richard Kalkbrenner im Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen Ludwig Hartmann

...ist ein "Eichenzentrum" geplant, das 26,5 Millionen Euro kosten soll. Der LBV und viele weitere Verbände und Personen haben sich bereits kritisch zu diesen Planungen im naturnahen Hafenlohrtal zu Wort gemeldet.

Am Samstag, den 29. September, besuchte der Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion und Spitzenkandidat von Bündnis 90 / Die Grünen Ludwig Hartmann auf Einladung des Landtagsdirektkandidaten Volker Goll (Stimmkreis Aschaffenburg-Ost) das Hofgut Erlenfurt im Hafenlohrtal. 

Der LBV war ebenfalls dort Ort, um sich mit anderen Umweltschutzverbänden auszutauschen und zu beraten, wie es mit dem Naturschutz im Spessart nach der Landtagswahl ganz konkret weitergehen kann, denn das „Peter-Winter-Gedächtniszentrum“ bringt den Naturschutz keinen Zentimeter weiter. 

 

Die Herausnahme des Spessarts aus der Liste der Kandidaten für einen 3. Nationalpark in Bayern im Juli 2017 aus rein politischen Gründen war für den LBV schwer hinzunehmen. Die Region war unter den verbliebenen Gebieten für einen neuen Nationalpark naturschutzfachlich am besten geeignet. Für den Spessart fordern wir deshalb nun dringend die im Bericht zur damaligen Kabinettssitzung erwähnten zusätzlichen "substanziellen Maßnahmen zur Förderung des Natur- und Artenschutzes".

 

Hier findet ihr mehr zum Thema Waldnaturschutz.

"Alte Laubwälder im Spessart - Schatztruhen der Artenvielfalt"
LBV_Spessart-Broschuere_A4_Einzelseiten-
Adobe Acrobat Dokument 12.9 MB

Aschaffenburg im Apfelglück - Streuobstfest am Godelsberg

Rund um Streuobst und Äpfel drehte sich das Streuobstfest „Aschaffenburg summt am Godelsberg“ am Sonntag, den 09. September. Die Veranstaltung beginnt mit einer besonderen Preisverleihung: Groß und Klein sind anwesend, als das Schlaraffenburger Streuobstprojekt – ursprünglich ein Projekt des Landesbunds für Vogelschutz - zum dritten Mal die Auszeichnung der »UN-Dekade Biologische Vielfalt« erhält, die Bürgermeister Jürgen Herzing (SPD) überreicht. Mit dem Schlaraffenburger Streuobstprojekt setzen sich Alexander Vorbeck und sein Team in besonderem Maße für den Erhalt, eine nachhaltige Nutzung und die Vermittlung der biologischen Vielfalt ein, indem sie regionales Streuobst erhalten und vermarkten und sich mit Bildungsarbeit und vielfältigen Aktivitäten für den Schutz der heimischen Streuobstwiesen engagieren.

 

Ohne Bienen keine Äpfel – Schlaraffenburger, die Imker aus Damm sowie der Landesbund für Vogelschutz sind mit mehreren Ständen vertreten, die Initiative „Aschaffenburg summt!“, ein Zusammenschluss der Stadt Aschaffenburg, der Dämmer Imker und des LBVs, wird von dem Projektleiter Daniel Feldmann vorgestellt. Unter den imposanten Speierlings-Bäumen lehnen sich die Besucher zurück, genießen die Schlaraffenburger-Getränke und kleine Speisen, unterstützt vom Verein der Spessartfreunde und von der Urbani-Häcke von Katrin Orth. Bei einer Streuobstführung und einer Kräuterführung erfahren die Anwesenden eine Menge darüber, was den Lebensraum Streuobst so wertvoll für Tiere und Pflanzen macht, was am Untermain so wächst und wie es zubereitet werden kann. Im Lauf des Nachmittags mit Eseln und Ponies vom Pensionsstall Winkler werden manche Kinderträume wahr – eine Erfrischung erhalten die Kleinen unter den Apfelbäumen, wo sie mit Helfern des Landesbunds für Vogelschutz Apfelsaft pressen. Auch die Insekten werden gewürdigt – nachdem sich die Besucher am „Aschaffenburg summt“-Stand über bestäubende Insekten informiert haben, können sie mit ihren Kindern am LBV-Mitmachstand Bienenhotels bauen oder das Hornissennest bewundern, das kunstvoll in einen Speierlingsbaum gebaut wurde.

Ein apfelsüßer Tag neigt sich dem Ende zu und konnte Alt und Jung begeistern – für die Streuobstwiesen am Untermain, die den Obstfreunden in diesem Jahr eine besonders große Ernte bescheren.

 

September 2018, Bilder: Thomas Staab, Text: Judith Henkel


Naturfotoworkshop im August

Der Spätsommer hat begonnen und noch immer gibt es unendlich viele Motive, die eingefangen werden möchten.

Dies haben 16 Fotobegeisterte genutzt, die am 18. August am Fotoworkshop von Björn Reibert teilnahmen. Begonnen wurde im Bernd-Hofer-Haus in Kleinostheim, wo Björn die verschiedenen Kameratypen, sowie die Grundeinstellungen (Kamera Modi, ISO, Verschlusszeit, Blende) der Kamera näherbrachte, um sie später in der Praxis umzusetzen. Viele der Teilnehmer waren etwa auf gleichem Wissensstand. "Neben dem richtigen Umgang mit der Kamera zählt der richtige Umgang mit dem Motiv, z.b. bei Tieren", erklärte Björn. Voller Interesse lauschten die lernhungrigen Fotografieschüler auch den Tipps bzgl. Bildbearbeitung, Zubehör und Ausdrucken. Zum Abschluss der Theorie berichtete er noch etwas über seine weitreichenden Erfahrungen als Fotograf und Naturliebhaber. 

 

Nach der Theorie ging es dann raus an die frische Luft: Im Naturerlebnisgarten erkundete eine Gruppe zusammen mit Andrea Kammer die Umgebung und setzten verschiedene Tiere und Pflanzen in Szene, während Björn einer zweiten Gruppe die praktische Umsetzung und die Möglichkeiten des Spiels zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO zeigte.

Viel zu schnell war der Workshop vorbei - da waren sich die Teilnehmer einig. Und weil der Referent das genauso sah, wird es wohl bald eine weitere Fotosafari geben.

 

August 2018, Bilder: Andrea Kammer, Text: Björn Reibert

Insekten: Eine eigene Welt auf einem Stückchen Erde

Überall ist die Rede von Insektensterben, von Bienen, von Blühflächen. Die Initiative „Aschaffenburg summt“ wurde eigens dazu ins Leben gerufen. Doch welche Insekten kommen hier bei uns überhaupt vor? Wie leben sie und wie sehen sie aus?

Nur wenige kennen sich mit dieser sechsbeinigen Tiergruppe wirklich aus. Einer von ihnen ist Steffen Scharrer, der sich schon im Studium mit Wildbienen beschäftigte. Und er gibt sein Wissen weiter - so wie am Samstag, den 11. August, als er rund 30 Interessierten bei einer Führung des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) im Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz“ in Aschaffenburg zeigte, was im Magerrasen, an Steilwänden, im Wald oder am Teich so kreucht und fleucht.

 

Eine neue Erkenntnis für die Teilnehmer ist beispielsweise der Unterschied zwischen Bienen und Wespen, die beide zu den Hautflüglern zählen: „Sie haben eine unterschiedliche Ernährungsweise“, erklärt Steffen Scharrer. „Während die Bienen als Vegetarier auf den Blütennektar angewiesen sind, versorgen die Wespen ihre Larven mit Fleisch von toten oder gefangenen Tieren“.

Außerdem sehen die wenigsten Bienen und Wespen wirklich so aus, wie die meisten sich Bienen oder Wespen vorstellen: gelb-schwarz, vergleichsweise groß…denn es gibt sehr viele Arten mit unterschiedlichem Erscheinungsbild und Verhalten. Viele von ihnen sind hochspezialisiert und sehr selten. Einige Wespen, wie die Schlupfwespen, haben keinen Wehrstachel, können also auch nicht stechen. Stattdessen haben sie einen Legestachel, mit dem sie ihre Eier in andere Wirtsorganismen legen, aus denen die Larven dann schlüpfen. Dies ist nicht unbedingt sympathischer, aber doch faszinierend. „Ganz allgemein haben nur die Weibchen einen Stachel, ob nun bei den Hummeln, bei den Bienen oder einigen Wespen“, weiß der Experte. Bei den Bienen, von denen es über 500 Arten gibt, unterscheidet man u.a. nach Mund-, Bein- und Bauchsammlern. An diesen Stellen nehmen die Bienen den Pollen auf und transportieren ihn zur nächsten Pflanze - so findet die Bestäubung statt.

 

Ob Blutbiene, blauflügelige Ödlandschrecke oder Russischer Bär - die Exkursion hat allen Insektenfreunden sehr gefallen. Mit einem veränderten Blick betrachten die Teilnehmer nun angestochene Blätter, die auf Gallwespen oder Gallfliegen hinweisen, oder kleine Löcher im Sand, wo Laufkäfer und Sandbienen wohnen. Eine Teilnehmerin sagt: „Man kann jahrelang von der Natur lernen, auch wenn man sich dabei nur 2-3 m bewegt“.

 

August 2018, Bilder: Ellen Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Auf Fotosafarie am Aschaffenburger Exe

Begonnen hatte der Fotoworkshop in der neuen Umweltbildungsstation der Stadt Aschaffenburg, wo der Referent Björn Reibert den Teilnehmern über die Grundeinstellungen der Kamera näherbrachte, um sie später in der Praxis umzusetzen. Viele der Teilnehmer/innen hatten schon ein Basiswissen auf dem Björn dann aufbauen konnte. Neben dem richtigen Umgang mit der Kamera, ist auch der richtige Umgang mit dem Motiv wichtig. Das ist bei beweglichen Tieren natürlich um so wichiger. Wie viel Tierfotografen haben haben schon mächtig in sich rein geknurrt, wenn der Schmetterling mal wieder davongeflattert ist. Danach gab es noch Tipps bzgl. Bildbearbeitung, Zubehör, Ausdrucke uvm.

Nach der Theorie ging es dann raus zur praktischen Umsetzung, wir zogen an den Wildpferden vorbei zum Aussichtspunkt, wo dann verschiedene Gruppen gebildet wurden. Während die einen die Umgebung erkundeten und die Wildpferde in Szene setzen, zeigte Björn Reibert die praktische Umsetzung und die Möglichkeiten des Spiels zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO. Ein Regenschauer zeigte allen Teilnehmern, dass sich die Natur nicht immer zähmen läßt. Die Truppe kehrte zurück zur Umweltbildungsstation, dort angekommen ging es nun um spezielle Wünsche der Fotografie, wie das bewältigen von Problemen bei der Makrofotografie.

Zu schnell ging der Vormittag vorbei, da waren sich die Teilnehmer/innen des Fotoworkshops einig. Und weil der Referent das genauso sah, wird es wohl bald eine weitere Fotosafari geben.

 

Juli 2018, Text: Björn Reibert u. Richard Kalkbrenner  Bild: Andrea Kammer


Mit dem LBV bei den Fliegern der Nacht

Wasserfledermaus Thomas Stephan
Wasserfledermaus Thomas Stephan

Fledermäuse, ihre Faszination ist ungebrochen. 85 Personen, davon viele Kinder, trafen sich Freitagabend um 21 Uhr in der Dämmerung am Fasaneriesee in Aschaffenburg, um  mehr über diese nachtaktiven Säugetiere zu erfahren. Thomas Bormann und Erich Sauer klärten die  Anwesenden  über das Leben dieser Tiere auf. Sie sind neben den Vögeln die einzigen Wirbeltiere, die fliegen können. In Bayern wurden bisher 25 Fledermausarten nachgewiesen – davon stehen 14 Arten auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Alle heimischen Arten ernähren sich ausschließlich von Insekten und Spinnen.  Ohne den Appetit dieser Tiere würden wir uns der Mücken kaum erwehren können. Weltweit gibt es rund 900 Arten. Schreiend fliegen die Flugkünstler durch die Nacht, um sich zu orientieren. Wir können diese Rufe nicht hören, da sie im Ultraschallbereich ertönen. Die Wasserfledermaus  konnte anhand von Taschenlampen über dem See bemerkt werden. Kleiner Abendsegler, Nordfledermaus , Zwergfledermaus und Mückenfledermaus waren unterwegs.

 Die beiden führten die Gruppe zu den Sommer -und Winterquartieren, die an den Bäumen von der angebracht wurden,  falls die hohlen Baumstämme in der Umgebung nicht ausreichen. Im Spätsommer, etwa ab Ende August, treffen sich männliche und weibliche Tiere in sogenannten Paarungsquartieren. Sie erkunden mögliche Winterquartiere und legen sich Fettreserven an.  Daher kann man die Tiere während dieser Zeit an bestimmten Stellen besonders gut beobachten. Mit Beginn der Nachtfröste ziehen sich die Fledermäuse in ihre vor Frost geschützten Winterquartiere zurück. Den Nahrungsengpass im Winter überbrücken Fledermäuse durch einen Winterschlaf. Während dieser Winterruhe dürfen sie keinesfalls gestört werden. Fledermäuse gehören zu den so genannten Kulturfolgern. Sie haben es sich z.B. in Scheunen, Kellern oder Kirchtürmen wohnlich eingerichtet. Aber in Neubauten oder sanierten Häusern ist kein Platz mehr für diese Untermieter. Unterschlüpfe und versteckte Eingänge werden verfüllt und abgedichtet. Daher finden einige Fledermausarten nicht genug Raum, um ihre Jungen aufzuziehen.

 Wir wollen das ändern. Der Arbeitskreis „Fledermausschutz“ in der Kreisgruppe engagiert sich für den Schutz dieser Säugetiere sowie für den Ausbau und Erhalt von Sommer- und Winterquartieren. Auch widmen sich einige Mitglieder dieses Arbeitskreises ehrenamtlich der Pflege verletzter und kranker Tiere. Thomas Bormann und Erich Sauer haben sich über so viele Interessenten gefreut. Das Staunen der Kinder, die mit großen Augen den Fledermäusen am Nachthimmel und am See folgten war allen Naturschützern Belohnung genug.  Das gibt uns Hoffnung, dass auch in Zukunft die Jäger der Nacht bei uns ein Zuhause haben werden.

 

Juli 2018, Text: Ellen Kalkbrenner Bild: LBV Archiv

LBV-Ausflug in die Rhön

Tour durch das Schwarze Moor
Tour durch das Schwarze Moor

Der diesjährige LBV-Wochenendausflug führte die ehrenamtlich Aktiven in die Rhön. Nachdem wir unter der Leitung von Joachim Schneider die Umweltbildungsstätte in Oberelsbach besucht hatten, ging es auf den benachbarten Gangolfsberg. In dem Wald leben Wildkatzen und die Basaltformationen sind dort auch sehr sehenswert.

Die wunderschöne Rhön zeigte sich von einer ganz besonderen Seite: viele Wiesen waren bereits mosaikartig gemäht und boten dadurch unterschiedliche Grüntöne. Die blühenden Weideröschen waren willkommen Farbtupfer in der abwechslungsreichen Landschaft.

Am Nachmittag ging es dann unter fachkundiger Leitung von Josef Wehner durch das Naturschutzgebiet „Schwarze Moor“. Der ehemalige Ranger brachte uns diesen besonderen Lebensraum mit seiner eigenartigen Tier- und Pflanzenwelt sehr lebendig näher. Wir erfuhren, wie ein Moor entsteht, dass es unterschiedliche Moorarten gibt und konnten eine fleischfressende Pflanze, den Rundblättrigen Sonnentau beobachten.

Am Sonntag vereinbarten wir uns mit Herrn Türbl von der BN Kreisgruppe Bad Kissingen. Er führte uns entlang des Biberlehrpfades beim Staatsbad Bad Brückenau und gab viele Hinweise zu dem nachtaktiven Tier und der Zusammenarbeit mit Behörden und Landwirten.

 

Juli 2018, Text: Thomas Staab, Fotos: Richard Kalkbrenner

Die Truppe hat eine Menge Spaß!
Die Truppe hat eine Menge Spaß!
Joachim Schneider zeigt die Unterschiede zwischen Wildkatze und Hauskatze
Joachim Schneider zeigt die Unterschiede zwischen Wildkatze und Hauskatze

Flügel, Beine, Augen, Fühler…eine Entdeckungstour zu Spinnen und Schmetterlingen

Das Aschaffenburger Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz“ ist für viele Menschen auf den ersten Blick ansprechend und schön. Doch neben den Pferden und Rindern gibt es viele kleine Wesen, die genauso faszinierend und bewundernswert sind.

Auf einer Führung zeigte Michael Hermann vom Landesbund für Vogelschutz am 29. Juni den Teilnehmern die Welt der Spinnen und Schmetterlinge. Dass man vor den Insekten und Spinnentieren keine Angst haben muss, bewiesen die drei anwesenden Kinder, die neugierig und offen auf die Krabbler und Flattermänner reagierten. Beim Anblick von Dickkopffalter, Pfauenauge und Schwalbenschwanz lernen sie Empathie und entwickeln ein Bewusstsein für ihre Umgebung - bis ins kleinste Detail.

 

In der heutigen Zeit des Insektensterbens ist es umso wichtiger, sich mit diesen Tieren auseinanderzusetzen. Was brauchen sie und wie leben sie? Dabei können tataktive Nachtfalter und auf Blüten ruhende Tagfalter beobachtet und näher kennen gelernt werden - wer wollte nicht schon einmal Bekanntschaft mit einem Dukatenfalter oder einem Landkärtchen machen? Michael Hermann erklärt auch, wie sehr wir Menschen auf die Spinnen und Schmetterlinge angewiesen sind. Da ist es doch das Mindeste, an einigen Ecken die Pflanzen einfach mal stehen zu lassen - Nektarpflanzen für die Schmetterlinge und Futterpflanzen für ihre Raupen. Die Raupen werden nämlich viel zu häufig vergessen. Dabei könnte das Herz beim Anblick eines fliegenden Bläulings nicht schneller schlagen, wenn sich die Raupe zuvor nicht ordentlich satt fressen und verpuppen kann, weil ihr die Nahrung fehlt. Die Verwandlung der nimmersatten Raupen zu den Gauklern der Lüfte ist dabei genauso spektakulär wie die Häutung der Spinnen, die so immer wieder ein neues und größeres Gewand erhalten.

 

Aufgrund des heißen, trockenen Wetters können nur wenige Spinnennester bestaunt werden. Die meist achtäugigen und immer achtbeinigen Gesellen sind sehr nützlich und bei genauerem Betrachten auch recht hübsch - unterschiedlichste Muster lassen sich erkennen. Mit der Bewunderung wächst das Interesse - und durch das Expertenwissen, dass Michael Hermann humorvoll und praxisnah vermittelt, gehen nun ein paar mehr Menschen durch die Welt, die einen wachen Blick für Kleinigkeiten haben-denn es gibt nichts Größeres als die kleinsten Dinge, die die Basis für alles Weitere bilden.

 

Juli 2018, Bilder: Andrea Kammer, Text: Judith Henkel

Wunderschöner Zitronenfalter
Wunderschöner Zitronenfalter
Schachbrett- und Dickkopffalter auf Ackerkratzdistel
Schachbrett- und Dickkopffalter auf Ackerkratzdistel

Zu Ameisenlöwen und Sandlaufkäfern in den Alzenauer Sanden

Für die Landwirtschaft eher nutzlos - als Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen unersetzlich: die Flugsande um Alzenau gehören zu den am stärksten bedrohten Biotopen in Bayern. 

Bei einem Rundgang des Landesbunds für Vogelschutz durch das Naturschutzgebiet erläuterte Michael Neumann am Sonntag, den 24. Juni die Entstehung der Sanddünen. Gegen Ende der letzten Eiszeit  transportierte der Wind Massen an Flugsand von den Mainufern in die Landschaft - unter anderem in das heutige Alzenau. Ein großer Teil dieser Flächen ist heute bewaldet. An die extremen Bedingungen dieser sehr trockenen und mageren Sandböden haben sich besondere Tiere und Pflanzen angepasst.

Unter ihnen zum Beispiel der Ameisenlöwe: „Sie bauen im Sandboden Falltrichter“, erklärt Herr Neumann. In diese stürzt ihre Beute herab. Die Teilnehmer der Führung können viele dieser Trichter sehen. Daneben finden sich viele Löcher und Höhlen, so wie die der Grabwespen, die Löcher mit ihrem Kiefer in die Erde graben. Die Eingänge von Kaninchenbauten bieten teils kleine Steilwände, die ebenfalls von Insekten genutzt werden. Es sind eine Art natürlicher Insektenhotels, in denen Sandbienen und andere Spezialisten leben. Fasziniert sind die Naturfreunde auch von der Blauflügeligen Ödlandschrecke - wenn sie auffliegt, blitzen ihre Flügel blau auf.

Auch die Pflanzen hier sind speziell. Die seltene Sandstrohblume schützt sich beispielsweise mit ihrer weißwolligen Behaarung vor der Sonnenstrahlung und damit vor Austrocknung. Das Silbergras leuchtet bläulich-silbern in der Sonne.

„Darf man denn die Flächen betreten?“, fragen sich einige. Die Antwort ist für viele überraschend: es ist sogar erwünscht! Dies erzeugt offene Bodenstellen, an denen sich sogenannte Pionierarten ansiedeln können, die genau darauf angewiesen sind. Das ist auch ein positiver Nebeneffekt der Schafbeweidung - "Vertritt" wird das dann genannt, wenn sie über die mageren Flächen laufen.

Sandmagerrasen sind nicht nur wertloses Ödland. Die Teilnehmer nehmen nach einer abschließenden, spannenden Diskussion viele Erkenntnisse mit nach Hause - und die Überzeugung, dass diese Flächen erhalten bleiben müssen. Der Experte Herr Neumann hat den Anwesenden diesen Biotop umfangreich, lebendig und für alle verständlich nähergebracht. An die vielen bewundernswerten Details wird man sich noch lange erinnern.

 

Juni 2018, Bilder: Andrea Kammer, Text: Judith Henkel

Im Naturschutzgebiet wird alles genau unter die Lupe genommen
Im Naturschutzgebiet wird alles genau unter die Lupe genommen
Die Blauflügelige Ödlandschrecke
Die Blauflügelige Ödlandschrecke
Sand-Strohblume
Sand-Strohblume

Boden - unsere Lebensgrundlage

Boden - das ist nicht nur Dreck, sondern Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Auf unterhaltsame und verständliche Art und Weise vermittelte Rainer Dambeck vom Institut für Physische Geographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 10. Juni viele Informationen über das Medium, auf dem wir leben. Einen Einstieg bildete dabei eine Packung Heilerde aus Herrn Dambecks Küche: „das ist reiner Löss“, erklärt er, „ein gelbbraunes Sediment, das über die Luft während der letzten Eiszeit verbreitet wurde und heute die Grundlage einiger fruchtbarer Böden bildet“.

 

In seinem Vortrag in der neuen Umweltstation am Exe Aschaffenburg lernen die Zuhörer u.a. über die Bedeutung der letzten Eiszeit vor 11.000 Jahren, in der sich viele unserer heutigen Böden entwickelt haben. „In vielen Jahrtausenden sind die Böden auf natürliche Art gewachsen, doch wir zerstören sie durch Versiegelung, Verdichtung mit schweren Maschinen und Gifte“, erläutert der Referent. Herr Dambeck verdeutlicht die Rolle des Bodens als Umweltfaktor und damit die Notwendigkeit zum Bodenschutz. Im Anschluss geht die Truppe nach draußen, um den Boden in der nahen Umgebung zu untersuchen. Mittels eines sogenannten Pürckhauer-Bohrstocks wird ein schmales Bodenprofil aus der Erde gedreht. Die Anwesenden sehen die unterschiedlichen Bodenschichten, Horizonte genannt, und lernen etwas über deren Geschichte. Der Boden ist auch eine Art Museum: „wir können an ihm vergangene Prozesse ablesen und frühere Ablagerungen oder Gegenstände finden“, weiß Herr Dambeck. Die Exkursionsteilnehmer sind überrascht, wie gering die fruchtbare Humusschicht ist - einige Fragen drehen sich auch um Gartenboden und wie man dessen Fruchtbarkeit verbessern kann.

 

Zum Abschluss werden die ökologischen Eigenschaften und die Ursachen der unterschiedlichen Nutzbarkeit von Böden anhand einiger Experimente verdeutlicht. Mit einem erweiterten (Boden-)Horizont betrachten die Zuhörer den Boden in Zukunft vermutlich etwas genauer - in den Fingerrillen sitzt noch der braune Schluff (eine weitere Bodenart neben Sand und Ton), den sie kurz zuvor untersucht haben. Wir treten ihn mit Füßen, doch wir sollten darauf achten, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.

 

Juni 2018, Bilder: Yvonne Hartmann

Bodenuntersuchungen mit dem Pürckhauer-Bohrer
Bodenuntersuchungen mit dem Pürckhauer-Bohrer
Ein Bodenprofil aus einer Wiese
Ein Bodenprofil aus einer Wiese

Allzeit a guade Schneid!

Früh morgens raus ins Grüne, Vogelgesängen lauschen und dabei einer sinnvollen und entspannenden Tätigkeit nachgehen: das war der Einstieg in den Sensenkurs am 9. Juni beim Landesbund für Vogelschutz.

 

„Am besten lässt sich das Gras schneiden, wenn es noch nass vom Tau ist“, erklärt der Sensenlehrer Christof Lorenz. Aus diesem Grund beginnt der Kurs schon morgens um 7 Uhr. „Mähen und Dengeln für den Hausgebrauch“ ist das, was die einzelnen Teilnehmer lernen möchten. „Ohne Gehörschutz in der Wiese stehen, weil die Motorsense so laut ist“, „auf eine naturverträgliche Weise Heu machen“ oder „die Streuobstbäume freihalten“ - das sind einige Ziele der Anwesenden. Und obwohl die gleichmäßigen Bewegungen geradezu wohltuend für Körper und Geist sind, ist das Sensen gar nicht langsam. Mit jedem Quadratmeter, den die neuen „Mohder“, wie Senser genannt werden, mähen, werden sie sicherer und schneller - ohne jegliche Hektik. „Sensen ist nicht anstrengend“, betont Christof Lorenz, „mit der richtigen Technik braucht man dazu keine Kraft“.

 

Jede Sense wird auf die richtige Größe der Mohder eingestellt. Nach kurzer Übungszeit wird klar, dass das Sensen schnell zu einer Leidenschaft werden kann. Die Kursteilnehmer möchten gar nicht mehr aufhören, probieren unterschiedliche Sensen für Gras- bis Gehölzschnitt aus und stellen viele Fragen. Mit einem Wetzstein werden die Sensen immer wieder geschärft.

Am Nachmittag zeigt der Sensenexperte das Dengeln: hier wird die Schneidekante mit einem Hammer „ausgezogen“, also platt geklopft, um sie zu schärfen. Dies benötigt einige Erfahrung. Die Teilnehmer lernen unterschiedliche Dengelmethoden kennen, bei denen man auf einer kleinen Bank oder einem Baumstück sitzt und mit verschiedenen Werkzeugen arbeitet. Am beliebtesten ist der „Dengel-Bengel“, der die Arbeit durch einen Führungsstift erleichtert.

 

Mit dem beruhigenden, gleichmäßig schwingenden „Wusch“-Geräusch der Sense im Ohr gehen die Seminarteilnehmer schließlich nach Hause - mit dem Plan, gleich am nächsten Morgen mit der Sense in der taufrischen Wiese zu stehen. Christof Lorenz verabschiedet die Anwesenden mit dem Sensengruß: „Allzeit a guade Schneid!" 

Wer in den nächsten Wochen durch die Wiesen im Landkreis Aschaffenburg spaziert, wird sicher den ein oder anderen Mohder entdecken. Doch Vorsicht: bei genauem Hinschauen ist das Sensen ansteckend und lässt einen nicht mehr los. Mehr Informationen zu den Sensenkursen von Herrn Lorenz unter www.kahlgrundapfel.de

 

Juni 2018, Bilder und Text: Judith Henkel


Weite Fahrt zu einem Würger

Neuntöter-Männchen auf Ansitzwarte
Neuntöter-Männchen auf Ansitzwarte

Regen, ein abgelegener kleiner Ort und eine Führung zu einem 20 cm großen Vogel: klingt nicht sehr erfolgsvorsprechend!? Und doch kamen am Dienstag, den 29. Mai, über 10 Vogelinteressierte mit teils weiten Anfahrten, um den Neuntöter in Kleinkahl zu sehen.

Gerd Andres vom Landesbund für Vogelschutz kennt die Vogelart, die zu den Würgern zählt, schon seit seiner Kindheit. „Damals war der Neuntöter recht häufig“, erzählt er, „doch mittlerweile ist er schon eine Besonderheit“. Die offenen Landschaften mit Heckenzügen oder Streuobstbäumen, die der hübsche Vogel als Lebensraum benötigt, nehmen immer mehr ab - so wie die Großinsekten, die er als Nahrung benötigt. Er spießt sie an Dornensträuchern auf und legt sich so einen Vorrat für schlechte Zeiten an - „und für das Weibchen, das er in der Brutzeit füttert“, erklärt Herr Andres.

 

Alles läuft wie geplant - als die Gruppe im Feld ankommt, scheint die Sonne durch die Wolken, und in gerade einmal 10 m Entfernung lässt sich der erste Neuntöter bestaunen. „Davon hab ich schon lange geträumt“, freuen sich einige, und „den habe ich noch nie gesehen!“. Mehrere Männchen, die wie Zorro eine schwarze Maske tragen, lassen sich in der nächsten Stunde beobachten. Der Vogelexperte erklärt viel über die Lebensweise des Vogels, der auch Rotrückenwürger genannt wird. „Er entfernt sich nur um die 150 m von seinem Nest“, beschreibt er beispielsweise, „und man hört ihn nur sehr selten. Dafür kann man ihn umso besser sehen“, weist er mit einem Fingerzeig auf das Männchen, das auf einem Totholz-Ast thront. Lange besteht diese Möglichkeit nicht - der Neuntöter kommt erst im Mai in Deutschland an und fliegt bereits im August wieder ins tropische Afrika. Umso schöner, gleich mehrere Individuen zu sehen - zusammen mit den Goldammern, die immer wieder im Hintergrund singen.

 

Bis zum Ende der spannenden Führung passt alles - als die Gruppe aufbricht, lässt sich kein Neuntöter mehr blicken. „Das hab ich mit den Vögeln so abgesprochen“, witzelt Gerd Andres amüsiert. Die Teilnehmer sind begeistert - sie wollen in Zukunft das Fernglas viel häufiger mitnehmen. Und sie wünschen sich den Erhalt der strukturreichen Landschaft, die außer dem Neuntöter ja auch viele weitere Tiere benötigen. Hierzu kann jeder einen Beitrag leisten - mit der Pflege einiger Streuobstbäume, der Anlage von blühenden Bereichen mit heimischem Saatgut im eigenen Garten, oder auch erst einmal nur dem Blick auf die Schönheit, die uns (noch) umgibt.

 

Mai 2018, Bild: Andrea Kammer, Text: Judith Henkel

Grüne Inseln - Vögel in Kleingärten

Eine Amsel im Garten (Bild: Dr. Christoph Moning, LBV-Bilddatenbank)
Eine Amsel im Garten (Bild: Dr. Christoph Moning, LBV-Bilddatenbank)

Ein perfekter Tag ist, wenn die Sonne scheint, ein leichtes Lüftchen bläst, die Vögel singen und der Rasenmäher kaputt ist. 

 - James Dent -

 

Die Sonne schien am Mittwoch, den 23. Mai zunächst zwar nicht, aber ausgerüstet mit Regenschirm und guter Laune traf sich eine kleine Gruppe Vogelbegeisterter, um die gefiederten Bewohner der Kleingartenanlage Mörswiese näher kennen zu lernen. Dank des Regens war auch kein Rasenmäher zu hören, und so konnte die Truppe die Vogelstimmen umso deutlicher hören - zusammen mit den Erläuterungen interessanter Zusammenhänge von Gerd Andres vom Landesbund für Vogelschutz.

 

Im Rahmen der diesjährigen Reihe „Vögel in Stadt und Siedlung“ stellt Gerd Andres Vogelarten vor, die es gut in der Nähe des Menschen aushalten - wie die Amsel, die ungeachtet der stetigen Tropfen und der Menschengruppe ununterbrochen ihr wunderschönes Abendlied singt. Ähnlich, wenn auch kürzer und lauter tönt das Lied der Mönchsgrasmücke über die Gärten. Der Vogelexperte ist überrascht von der Vielfalt der Vogelarten, die zugleich sehr gut zur Vielfalt der ausgesprochen schön gestalteten Kleingärten passt. Auf einem Apfelbaum in der Mitte der Gartenanlage singt ein Gartenrotschwanz - eine Vogelart, die gar nicht so häufig vorkommt- „das ist gerade im Kleingartengebiet schon eine Besonderheit“, freut sich Gerd Andres.

 

Die Teilnehmer können sich durch die vielen Wiederholungen der Gesänge einige Arten gut einprägen - und lernen „im Vorbeigehen“ noch einiges dazu: 

„Vögel, die in Kolonien leben, wie der Spatz oder die Krähe, müssen nicht gut singen können“, erklärt der Vogelkenner beispielsweise, „die schönen Gesänge kommen von Männchen, die ein Weibchen anlocken wollen und ihr Revier verteidigen“. Im Laufe des Rundgangs gibt es noch viel zu sehen, vor allem aber zu hören. Schließlich endet die Führung mit einem Austausch über Vögel, die an Gebäuden nisten, und dabei manchmal mehr oder weniger beliebt sind. In den kommenden Führungen wird Gerd Andres näher darauf eingehen - die Themen „Vögel im Park“ und „Gebäudebrüter“ führen dann noch viele weitere Naturfreunde in die Stadt.

 

Die Vögel sind uns in die Siedlungen gefolgt, oft, weil sie aus der Agrarlandschaft vertrieben wurden. Nun ist es unsere Aufgabe, ihre Lebensstätten in und neben unseren Häusern zu schützen. Damit noch viele Amsellieder und Spatzengequatsche von den Dächern schallen.

 

Mai 2018, Text: Judith Henkel

Aktionstag an der Umweltbildungsstation

Am 05. Mai 2018 fand in Aschaffenburg-Schweinheim die feierliche Eröffnung der neuen Umweltbildungsstation der Stadt Aschaffenburg statt. Auf dem Gelände wurde zudem der große "Aschaffenburg-summt!"-Aktionstag ausgerichtet. Den ganzen Tag wurde ein buntes Programm zum Anschauen, Zuhören und Mitmachen für die ganze Familie geboten.

Nach der Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Klaus Herzog, sprach Cornelis Hemmer von der Stiftung Mensch und Umwelt zur Initiative "Deutschland summt!" und zur Zusammenarbeit mit dem lokalen Bündnis "Aschaffenburg summt!". Zum Abschluss des offiziellen Teils gab es noch einen launigen Dialog zwischen Hannah Diehl (Stadt AB), Walther Peeters (Imker Damm) und Daniel Feldmann (LBV), den Ansprechpartnern vom Aktionsbündnis "Aschaffenburg summt!".

Nun konnte die neue Umweltbildungsstation besichtigt werden. Es waren viele verschiedene Stände aufgebaut, so dass es allerhand zu erfahren und zu entdecken gab. Am AB-summt!-Aktionsstand konnten Kinder etwas zum Thema Bienen malen oder am Glücksrad mit Bienen-Quiz ein Honigbonbon gewinnen. Zudem gab es AB-summt!-Honig der Dämmer Imker zu kaufen. Die Stadt Aschaffenburg verteilte Samentütchen mit einer Mischung heimischer Blühpflanzen, am Stand des Bund Naturschutz wurden eifrig Insektenhotels gebastelt und auch die Privatschule Krauß versorgte die Gäste mit Informationen und neuen Gartenpflanzen. Zu einem erfrischenden Getränk aus naturverträglichem Anbau kam man an diesem warmen Maitag am Stand des LBV-Streuobstprojektes "Schlafraffenburger". Darüber hinaus gab es noch viele weitere Stände und Möglichkeiten auf dem Gelände.

Im weiteren Programm drehte sich alles um die Biene. Ellen Kalkbrenner, 2. Vorsitzende des LBV, trug ein amüsantes - aber auch zum Nachdenken anregendes - Bienengedicht vor. Lisa Fleckenstein spielt auf ihrer Gitarre und sang dazu zwei Bienenlieder, was im Publikum große Begeisterung hervorrief. Zudem spielte Birgit Merget vom Bienenzuchtverein AB-Damm ein kleines Theaterstück mit Bienen-Fingerpuppen, was die kleinen Gäste der Veranstaltung in ihren Bann zog. Des Weiteren war die Wanderausstellung "Bayern summt!" zu Gast. Die Ausstellung bietet interessante Informationen über Wildbienen, andere Bestäuberinsekten und biologische Vielfalt. 

 

Sie können die Ausstellung auch noch den kommenden Wochenenden besuchen (12./13.05. + 19./20.05. jeweils von 11.00 - 17.00 Uhr)! Wir bedanken uns bei allen Helfern für die erfolgreiche Durchführung und bei allen Gästen fürs Kommen!

 

Das Bienengedicht und den Eröffnungsdialog können Sie als Download noch einmal nachlesen.

Bienengedicht
Bienengedicht.pdf
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Eröffnungsdialog
Dialog AB-summt - Eroeffnung Umweltstati
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Auf Schwarzkehlchen-Suche am Exe

Schwarzkehlchen-Männchen (Foto: Rosl Rössner, LBV-Bildarchiv)
Schwarzkehlchen-Männchen (Foto: Rosl Rössner, LBV-Bildarchiv)

Das Rotkehlchen ist wohlbekannt, doch in Deutschland leben auch noch weitere Vögel, die nach der Färbung ihrer Kehle benannt sind, wie das Blau- und das Braunkehlchen. Und das Schwarzkehlchen, das am Donnerstag, den 03. Mai, eine Gruppe von Vogelfreunden nach draußen zu einer Führung des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) lockte. Ausgestattet mit Ferngläsern und Fotoapparaten folgt die Truppe dem LBVler Roland Mayer ins Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Aschaffenburg“ in Schweinheim.  Das Schwarzkehlchen, ein kleiner Singvogel aus der Familie der Drosseln, wurde schon öfters am Exe beobachtet. Durch die Zerstörung seines Lebensraums steht das es auf der Roten Liste, doch die offenen Flächen am Exe mit Büschen und Gräsern bieten dem schönen Vogel eine Brutmöglichkeit. 

Der Experte erzählt einiges über das Schwarzkehlchen: Zuerst kehren die Männchen aus dem Winterquartier zurück, später auch die Weibchen. Den Nachwuchs ziehen sie gemeinsam auf - „also moderne Aufgabenteilung in der Familie“, merkt ein Teilnehmer grinsend an. Um das Schwarzkehlchen zu entdecken, sollte sich der Beobachter möglichst auf den Boden konzentrieren: „hier jagt und brütet es“, erklärt Roland Mayer. 

Zwei Teilnehmer sind recht sicher, den kleinen Vogel gesehen zu haben, doch die freudige Überraschung hat ein schnelles Ende: um eine vorübergehende Tagesweide für Heckrinder abzustecken, befinden sich mehrere Zuständige der Bundesforsten auf der Weide, wodurch weitere Beobachtungen an dieser Stelle erschwert werden.

Die Truppe wandert kurzerhand ein Stück hangaufwärts und entdeckt neben Rohrammer und vielen Turmfalken mehrere Neuntöter. Diese Vögel sind ebenfalls selten geworden und auf offene Landschaften mit Dornensträuchern angewiesen, auf denen sie ihre Beute - meist Insekten - zur Vorratshaltung aufspießen. Der Vogelkenner Roland Mayer ist ganz flexibel und weiß auch zu anderen Vogelarten eine Menge zu berichten.

Abschließend sind die Naturfreunde Zeugen der Ankunft der Heckrinder im Naturschutzgebiet und erleben somit eine andere Besonderheit. Die großen Weidetiere, die dem ausgestorbenen Auerochsen ähneln, werden den Przewalski-Pferden in Zukunft Gesellschaft leisten.

Weitere Vogelführungen in der Stadt folgen in den nächsten Wochen - mehr dazu hier!

Hier seht ihr ein Schwarzkehlchen im Video.

 

Mai 2018, Text: Judith Henkel 

Führung zu den summenden Streuobstwiesen

Am vergangenen Sonntagmorgen (22.04.18) trafen sich in Aschaffenburg-Obernau rund 50 Naturinteressierte, um an der Führung „Die summenden Streuobstwiesen von Obernau“ teilzunehmen. Bei herrlichem Wetter wurde der Lebensraum Streuobstwiese erkundet, und  es wurden einige seiner Bewohner vorgestellt. Die Apfelbäume standen wunderbar in Blüte und gaben  so eine schöne Kulisse ab. An verschiedenen Stationen wurde eine  der prägenden Kulturlandschaften unserer Region vorgestellt. Dabei wurde u. a. auch der gefährdete Steinkauz angesprochen, welcher am bayerischen Untermain sein wichtigstes Verbreitungsgebiet in Bayern hat. Auch auf das Projekt „Schlaraffenburger“  wurde eingegangen. Durch dieses soll der Erhalt von Streuostwiesen durch eine wirtschaftliche Nutzung sichergestellt werden. Dann ging es zum summenden Teil der Veranstaltung. Die auf der Streuobstwiese lebenden Honigbienen-Völker wurden präsentiert. Die Bienen waren sehr fleißig, und man konnte sie schon aus einiger Entfernung summen hören. Neben den Honigbienen wurde aber auch auf die Gefährdung unserer Wildbienen eingegangen. Es wurde dabei u. a. aufgezeigt wie wichtig die bestäubenden Insekten für unsere Lebensmittelproduktion sind. Die Initiative „Aschaffenburg summt!“ möchte daher unsere Stadt bienenfreundlicher gestalten und ruft zum Mitsummen auf. Zum Abschluss gab es dann noch Honigbrote und Schlaraffenburger  Apfelschorle für alle Teilnehmer, um die leckeren Erzeugnisse von der Streuobstwiese gleich vor Ort zu probieren.

 

April 2018, Text und Bilder: Daniel Feldmann


Einen besonderen Feuersalamander...

...fand Alexandra Richter vergangene Woche. Die Amphibienwanderung zu kleinen Stillgewässern, an denen die Tiere ablaichen, ist nun vorüber, und damit auch der tatkräftige Einsatz vieler Ehrenamtler, die die Kröten, Frösche und Molche jeden Tag sicher über die Straßen in Stadt und Landkreis Aschaffenburg trugen.

 

Vor einigen Tagen wurden allerdings noch richtig viele Feuersalamander gesichtet, die in Richtung Bach unterwegs waren. Frau Richter entdeckte dabei ein seltenes orangegeflecktes Tier. Donnerwetter - das möchten wir weiteren Naturfreunden zeigen! Man wird eben immer wieder überrascht, wenn man draußen unterwegs ist...

 

Vielen Dank an Alexandra Richter für die Bilder und den Film!

Wilde Schönheit - gut gepflegt

61 ha hat der Landesbund für Vogelschutz im Landkreis Aschaffenburg an Eigentums- und Pachtflächen. Die Daten über diese Schutzgebiete waren jedoch teils veraltet. Um zu erfahren, welche Arten zurzeit auf den Flächen vorkommen, waren im Jahr 2017 drei Kartierer unterwegs und erfassten Vogel-, Libellen-, Amphibien- und Pflanzenarten im Landkreis. Am 05. April wurden die Ergebnisse dieses Kartierungsprojekts vorgestellt, das von der Glücksspirale und dem Bayerischen Naturschutzfonds gefördert wurde.

 

Was die Flächen so wertvoll macht, ist ihre sogenannte Ausstattung - so wie viele Menschen sich erst mit einem Sofa und einer schönen Küche richtig daheim fühlen, brauchen auch Tiere und Pflanzen eine bestimmte „Einrichtung“, um sich wohl fühlen oder auch nur überleben zu können. Die seltene und gefährdete Gestreifte Quelljungfer, eine Großlibelle, benötigt beispielsweise einen naturnahen Quellbach, der das ganze Jahr über frisches, kühles Wasser führt und so nur noch selten zu finden ist - viele Quellen werden gefasst, verbaut oder verschüttet. In nur 300 m Umkreis jagt und lebt sie - am besten im Wald oder am Waldrand. Sie fliegt nur 4 bis 6 Wochen lang und kommt nur an wenigen Orten vor - unter anderem auf LBV-Flächen, wo Günter Farka sie nachweisen konnte. 

Viele weitere Tier- und Pflanzenarten konnten erfasst werden - seltene Wasserpflanzen genauso wie Arten, die magere, also nährstoffarme Böden benötigen. Bedrohte Vogelarten wie der Wendehals fühlen sich ebenfalls in Schutzgebieten des LBVs wohl, wie Gerd Andres feststellte. Der Wendehals, ein Höhlenbrüter, braucht Spechtlöcher oder ähnliche Möglichkeiten zum Nisten und frisst am liebsten Wiesenameisen, weshalb er auf offene, freie Flächen wie Wiesen oder Magerrasen angewiesen ist.

 

Auf Grundlage der Kartierungsergebnisse kann nun die Pflege der Flächen optimiert und an die Ansprüche der seltenen Arten angepasst werden. Denn auch wenn die Biotope wild und ursprünglich wirken, bedürfen sie regelmäßigen Eingriffen, damit sie nicht zuwachsen und zu Wald werden. Im Anschluss an den Vortrag wächst das Team der Flächenpfleger - mehrere Zuhörer sind von den LBV-Flächen und natürlich den besonderen Lebewesen dort so begeistert, dass sie sich für sie einsetzen und selbst Hand anlegen möchten. So werden sich die Lebensräume weiterhin gut entwickeln - als Kleinode der Natur.

 

April 2018, Text: Judith Henkel


Über und unter den Dächern Aschaffenburgs (Kopie 1)

Die Bestände vieler Vogelarten gehen seit Jahren zurück – meist unbemerkt. Einige dieser Vogelarten leben eng mit den Menschen zusammen – sogar unter einem Dach. Zu diesen sogenannten Gebäudebrütern zählen unter anderem Mauersegler, Schwalben und Spatzen. Die Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) möchte ihnen helfen und hat dazu in der Stadt Aschaffenburg ein neues Projekt ins Leben gerufen.

Am Freitag, den 13. April fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt im JUKUZ statt, wo die Besucher erfuhren, warum den Gebäudebrütern geholfen werden muss und was der LBV so vorhat. „Der LBV kümmert sich bei weitem nicht nur um die Vogelwelt“, stellt der erste Vorsitzende Richard Kalkbrenner den Arten- und Biotopschutzverband zunächst vor. Doch diesmal geht es tatsächlich in erster Linie um die Vögel. Und um die Fledermäuse, schon in kleinsten Gebäuderitzen den Tag verbringen. 

 

Der Veranstaltungssaal verwandelt sich plötzlich in ein Stück Natur: Schwalben sausen über den Bildschirm, Falken rufen laut und begeistern die Zuhörer. „Durch Sanierungen, Abrisse und Neubauten finden die Tiere immer weniger Brutmöglichkeiten“, erklärt der Biologe und Projektleiter Klaus Heller. Dass das Entfernen von Nestern und Hohlräumen, in den sich die Gebäudebewohner aufhalten, außerdem verboten ist, erfahren die Anwesenden von Maria Quittek von der Aschaffenburger Naturschutzbehörde. Die Tiere kehren immer an denselben Brutplatz zurück.

Mit Filmszenen wird das Thema lebendig - ein Filmbeitrag zeigt Herrn Unsöld aus Ellzee, der an seinem Haus über 50 Schwalbennisthilfen angebracht hat, die alle angenommen wurden. „Faszinierend und ansteckend!“, sagt eine Zuschauerin. Das ehrenamtliche LBV-Team wird in der kommenden Brutsaison zunächst in den Aschaffenburger Straßen nach Brutplätzen von Gebäudebrütern Ausschau halten - nur bekannte Nistplätze können auch geschützt werden. Außerdem will der LBV zum Thema Gebäudebrüter beraten sowie weitere Brutplätze schaffen.

 

Im Anschluss bringen zwei Falkner einen Turmfalken, einen Wanderfalken und eine Schleiereule namens Wesley herein. Diese Vogelarten brüten natürlicherweise an Gebäuden. Insbesondere Wesley zaubert vielen der Naturfreunden ein Strahlen aufs Gesicht. Mit vielen Gesprächen geht die Auftaktveranstaltung zu Ende. Für die Gebäudebrüter in Aschaffenburg ist dies jedoch erst der Anfang. 

 

April 2018, Bilder. Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Vogel-Glückseligkeit in Kleinkahl

Viele Kernbeißer!
Viele Kernbeißer!

Heute erreichte uns eine schöne Meldung aus Kleinkahl (Oberer Kahlgrund):

Der Garten von Herrn Eich ist für viele Vogelarten eine Oase - und dadurch wird dieser schöne Ort auch für den Beobachter zu einem kleinen Paradies. Hier tummeln sich bis zu 20 Kernbeißer, verschiedene Tauben, Dompfaffe, Buntspechte und viele weitere Vögel. Alles nur, weil der Naturfreund ihnen etwas Futter und Wasser anbietet - sie nehmen sein Willkommensgeschenk sehr gerne an!

Vielen Dank für die Fotos und weiterhin viel Freude mit den Vögeln!

 

April 2018, Bilder: Manfred Eich, Text: Judith Henkel

Mit dem Wolf in Bayern leben

Er ist zurück - wir dürfen lernen, damit umzugehen
Er ist zurück - wir dürfen lernen, damit umzugehen

Der Wolf ist faszinierend und zugleich für verschiedene Interessengruppen eine Herausforderung. Wie können wir mit seiner Rückkehr umgehen?

LBV-Wolfsbotschafter Günter Trapp beleuchtete in seiner Präsentation am 27. März den großen Beutegreifer von allen Seiten - und wurde dabei von begeisterten Teilnehmern ganz besonders für seine Sachlichkeit gelobt.

Die hohe Anzahl gespannter Teilnehmer zeigt, wie groß das Interesse an dem hochaktuellen Thema ist, das Herr Trapp so ausführlich präsentiert. Der Wolf wurde vor über 150 Jahren in Deutschland ausgerottet. Er ist nicht wie andere Wildtiere vom Menschen wiederangesiedelt worden, sondern kam von allein zurück. Nun gibt es hier bereits über 70 Rudel, mehrere Paare und Einzelwölfe. "Damit müssen wir nun umgehen", stellt der Wolfskenner fest.

Günter Trapp erklärt, woran ein Wolf zu erkennen ist, und nimmt den Zuhörern die Angst - auch Schafhalter sitzen im Publikum. Der Wolf ist sicher nicht ungefährlich, doch selbst in Ländern mit hohem Wolfsbesatz gibt es kaum Übergriffe auf den Menschen - im Gegensatz zu Angriffen durch Hunde, die weit häufiger vorkommen.

Der Experte ist selbst auch Jäger. „Das Schwarzwild nimmt immer mehr zu“, beklagen sich einige Zuschauer. Der Wolf kann hier ein Stück weit Abhilfe schaffen: „Er geht den Weg des geringsten Widerstands und jagt alte, schwache, aber auch junge Tiere“, erklärt Herr Trapp. Dadurch dezimiert er nach und nach auch deren Bestand. Natürlich reißt der Wolf auch Nutztiere, wenn diese für ihn leicht zu erreichen sind - „hier fehlt in Bayern noch ein geeignetes Gesetz für eine entsprechende Entschädigung“, betont der Fachmann.

An diesem Abend bringt er einer großen Gruppe an Interessierten nahe, was den Wolf eigentlich ausmacht, und dass ein Miteinander möglich ist. Der Wolf ist ein Wildtier, doch gemeinsam können Lösungen gefunden werden. Der Landesbund für Vogelschutz setzt sich sehr für einen sachlichen Umgang mit dem Thema ein und baut auf die Zusammenarbeit von Naturnutzern und Naturschützern - Konflikte können so weitgehend vermieden werden. Ein finanzieller Ausgleich für Verluste von Nutztierhaltern wird in Bayern bisher von der Trägergemeinschaft „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“ beglichen, der der LBV angehört.

Vorsorge, Aufklärung und Gespräche mit allen Beteiligten - so können wir lernen, in Zukunft mit dem Wolf in Bayern zu leben. Hier findet ihr weitere Infos!

 

April 2018, Bild: Andra Kammer, Text: Judith Henkel

Fünf Eigentumswohnungen für Star und Co.

Früh übt sich
Früh übt sich

Nach den langen und kalten Wintertagen haben unsere gefiederten Freunde beim ersten Sonnenstrahl angefangen Nistmöglichkeiten zu suchen. Nicht allen gelingt es, eine schöne Eigentumswohnung auf Zeit zu finden, denn der Konkurrenzkampf ist groß und die besten Plätze schnell besetzt. Da freut sich der LBV, wenn sich Aschaffenburger Bürger bei uns melden, um in ihrem Garten in der Innenstadt neue Mitbewohner aufzunehmen.

Fünf Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten wurden nach einer Besichtigung des Gartens vom LBV besorgt und an einem Sonntagnachmittag von ehrenamtlichen Helfern installiert. Mit Begeisterung war auch der LBV-Nachwuchs dabei und half kräftig mit, die neuen Häuschen anzubringen. Es wurde geschraubt,  auf die Leiter gestiegen und später das Ergebnis mit Stolz betrachtet. Nun müssen die zukünftigen Mieter nur noch einziehen. Bei so einem Engagement schon unserer Kleinsten müssen wir uns um den Nachwuchs im Naturschutz wohl keine Sorgen machen.

Viele Angebote für Kinder gibt es auch in der LBV-Umweltstation Kleinostheim und bei der NAJU!

 

April 2018, Bilder und Text: Ellen Kalkbrenner

Island - Impressionen einer Reise rund um die Insel

Geysire, Vulkane, Gletscher und unzählige Wasserfälle - das wirkt auf viele Menschen sehr anziehend. Doch es ist so weit weg!

Trotzdem konnte die Insel aus Feuer und Eis hautnah erlebt werden - beim Landesbund für Vogelschutz: Klaus Heller führte die Zuhörer mit seiner wunderbaren Bilderreihe einmal rund um Island. Einzigartige Naturschauplätze, mit passender Musik untermalt, begeisterte die Besucher am 21. März in der LBV-Umweltstation.

 

„Wohl in keinem anderen Land kann die "Natur Erde" so hautnah erlebt werden“, erzählt Herr Heller. Dabei bringt der Biologe den unverwechselbaren Charakter des Landes auch durch Aufnahmen der Tier- und Pflanzenwelt näher: etliche Vögel wie Papageientaucher, Lummen, Rotschenkel, Austernfischer und Brachvögel gibt es zu bestaunen. Im Juni blüht ein Lupinen-Meer. Auch das „richtige“ Meer lässt sich spürbar erleben - Robben und Wale in greifbarer Nähe, im Hintergrund sehr schöne Küsten- und Gesteinsformationen.

 

Bei der Rundfahrt um die Insel betrachten die Mitreisenden eine blaue Lagune, Vulkane, die Abbruchkante zwischen amerikanischer und eurasischer Platte, heiße Schlammlöcher und Geysire. Auch auf einem Gletschersee fährt die Gruppe und erlebt an diesem Abend intensive Farben und Stimmungen. Es ist gar nicht so leicht, zurückzukehren aus dem zauberhaften Land, in dem es auch Trolle und Elfen gibt…doch jede Reise ist eines Tages zu Ende. 

Vielleicht hat die Magie dieses Ortes bei manchen eine so starke Sehnsucht ausgelöst, dass sie selbst einmal losziehen - nach Island, in die Ferne.

Für den Rest gibt es auch hier am Untermain viel zu erleben - die Schönheit der Natur kennt keine Grenzen.

 

März 2018

Ein Ruf nach dem Frühling

Groß und Klein bastelt den Frühling herbei
Groß und Klein bastelt den Frühling herbei

Auch wenn es bei der momentanen Wetterlage viel eher nach Winter als nach Frühling ausschaut, haben erneut sechs Kinder an der Hefner-Alteneck-Schule dafür gesorgt, dass unsere Singvögel im Frühling genügend Brutmöglichkeiten haben: am Freitag, den 16. März wurde noch einmal geschraubt und gebastelt. So entstanden wunderschöne Vogelkästen, die für Meisen und andere Vogelarten geeignet sind.

 

Mit viel Elan und mit Unterstützung der Eltern haben die Kinder unter der Anleitung des LBV-Vorsitzenden Richard Kalkbrenner gewerkelt. Nun müssen bei ihren gefiederten Freunden nur noch die Frühlingsgefühle einsetzen - vielleicht am kommenden Wochenende, an dem es wieder wärmer werden soll! 

 

März 2018, Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel

Gemeinsam stark für die Natur

An einem Strang ziehen - Vogel- und Naturschutzvereine aus dem Landkreis Aschaffenburg
An einem Strang ziehen - Vogel- und Naturschutzvereine aus dem Landkreis Aschaffenburg

In einer Zeit, in der sich unsere Umwelt rasant verändert und die Meldungen über Flächenfraß, Artensterben und intensive Landwirtschaft immer mehr werden, ist es sinnvoll seine Kräfte zu bündeln um gemeinsam für den Erhalt einer intakten Natur zu kämpfen. Deshalb hat der Vorstand der LBV‑Kreisgruppe Aschaffenburg Natur-und Vogelschutzvereine des Landkreises zu einem Runden Tisch nach Kleinostheim in die LBV-Umweltstation eingeladen. Der BUND Naturschutz/ Kreisgruppe AB sowie Vogelschutzvereine aus Großostheim, Pflaumheim, Wenigumstadt, Glattbach und Alzenau waren gekommen, um sich auszutauschen.

Richard Kalkbrenner, der erste Kreisvorsitzende des LBV, stellte anhand einer Präsentation die vielseitige Arbeit des LBV im Raum Aschaffenburg vor. „Wir alle haben doch das gleiche Ziel“, meinte er, „und zusammen ist man stärker und profitiert vom gemeinsamen Wissen“. Alle waren sich schnell über die im  Moment brennenden Themen einig und so kam bald eine rege Diskussion in Gang. Jeder der anwesenden Vereine hatte auf unterschiedlichen Gebieten Erfahrungen gesammelt und Kontakte geknüpft, was allen zugute kommen soll. Als gemeinsames Schwerpunktthema ergab sich die intensive Landwirtschaft mit dem damit verbundenen Artenrückgang. Außerdem wurde die oft übertriebene Pflege der kommunalen Straßen- und Wegränder angesprochen. Der BUND Naturschutz/ Kreisgruppe AB hat hier bereits Vorarbeit geleistet. Nun wollen alle Vereine den Gemeinden einen abgestimmten Vorschlag unterbreiten, wie man die Straßenränder ökologischer gestalten und gleichzeitig Geld sparen kann. Der „Blühende Bachgau“ ist dabei ein wichtiges Vorreitermodell. Auch bei dem Projekt „Aschaffenburg summt!“ können sich alle mit ihren Erfahrungen und Projekten beteiligen.

Naturschutz ist heute wichtiger denn je, darüber waren sich alle einig. Deshalb soll dieses Treffen keine Eintagsfliege bleiben. Wenn die Naturschutzvereine und -verbände an einem Strang ziehen, kann viel bewirkt werden, für die Natur und damit auch für den Menschen. Denn ohne eine intakte Umwelt hat die Menschheit auf Dauer keine Zukunft.

 

März 2018, Bild: Thomas Staab, Text. Ellen Kalkbrenner

Die Amphibienwanderung hat begonnen!

Nun herrschen frühlingshafte Temperaturen und die ersten Kröten, Frösche und Molche haben sich bereits auf Wanderschaft zu den Gewässern begeben, in denen sie geboren wurden. Im Main-Echo erschien heute, am 13. März, ein Bericht über die Wanderung und das Engagement des LBVs.

Am Aschaffenburger Klinikum sammeln auch in diesem Jahr wieder viele LBVler täglich die Tiere ein, die entlang der Amphibienzäune gefunden werden.

Dazu sind mehrere Eimer in den Boden eingegraben. Die Amphibien fallen dort hinein und werden von den Helfern sicher über die Straße bis zum nächsten Tümpel getragen. Eine von ihnen ist Frau Kaiser, die bereits seit Jahren aktiv bei der Krötensammlung mitwirkt. Schon seit ihrer Kindheit ist sie ein Naturmensch und hat auch damals Kaulquappen und Amphibien gerettet. 

An diesem feuchten Morgen des 12. März ist sie wieder unterwegs: Ihre Eimer sind voller Kröten und Frösche, die unglaubliche Laute von sich geben. Wer einen Blick in ihre Eimer wirft, erkennt sofort, woher „Erd“-Kröten ihren Namen haben. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie ein Haufen Erde, erst auf den zweiten Blick lassen sich die einzelnen Tiere erkennen. Doch auch die Grasfrösche, die Berg- und Teichmolche sind sehr gut getarnt und nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen. Gut, dass die Eimer eine weiße Farbe haben! Der LBV dankt allen Tierfreunden, die sich zurzeit für die Tiere einsetzen, und hofft auf ein gutes Amphibienjahr! 

 

März 2018, Bilder: Ellen Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Am Sonntag will mein Süßer mit mir summen gehen…

Der Kinosaal ist voll, die Tickets sind ausverkauft - doch hier geht es nicht um einen Hollywoodfilm am Samstagabend, sondern um einen Dokumentarfilm am Sonntagvormittag! Ins Aschaffenburger Casino-Kino kommen am 11. März rund 80 Leute zu einer Sonntags-Matinee. Warum? Um mehr über das Insektensterben zu erfahren, über das Projekt „Aschaffenburg summt!“ - und um den Film „More than Honey“ zu sehen.

Wer möchte, genießt ein Frühstück. Im Anschluss stellt der Projektleiter Daniel Feldmann von der LBV-Kreisgruppe Aschaffenburg die Initiative „Aschaffenburg summt!“ vor, die von LBV, den Imkern aus Damm sowie der Stadt Aschaffenburg ins Leben gerufen wurde. Wie können wir Aschaffenburg zum Summen bringen? Dazu möchte die Initiative viele Aktionen durchführen, informieren und inspirieren. Nach der entspannten Präsentation stellt Walther Peeters den Bienenzuchtverein AB-Damm vor, der in diesem Jahr als ältester Imkerverein Aschaffenburgs seinen 175-jährigen Geburtstag feiert. Viele Interessierte haben sich bereits dazu entschieden, mitzusummen, wodurch 60 neue Imker nun Teil des Vereins sind. Als Dritte im Bunde erzählt Ellen Kalkbrenner etwas über die Rolle des Landesbunds für Vogelschutz, der in diesem Jahr viele Veranstaltungen zum Mitsummen anbietet - wie z.B. eine Streuobst- und eine Weinbergsführung. Dabei hofft die Initiative natürlich weiterhin auf viele Mitstreiter. Für die Stadt Aschaffenburg ist Marc Busse, der Leiter des Amts für Umwelt- und Verbraucherschutz, mit von der Partie.

 

Es folgt der Dokumentarfilm „More than Honey“, der dem weltweiten Bienensterben nachgeht und bereits viele Preise gewonnen hat. Er legt dar, dass viele unserer Nahrungsmittel ohne das Zutun der Bienen, also ohne Bestäubung, nicht gedeihen würden. Der Film macht alle sehr betroffen. Mit guten Gesprächen und einem regen Austausch endet die Sonntags-Matinee. An einem Stand nehmen sich viele Besucher noch Broschüren und Samentütchen mit. So kann es doch in die neue Blühsaison gehen! Auf dass noch häufig gesagt wird: „Am Sonntag will mein Süßer mit mir summen gehen…“! Mehr über die Initiative unter www.aschaffenburg-summt.de

 

März 2018, Bilder: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel


Jahreshauptversammlung 2018: bunt und lebendig

LBV-Jubilare: wichtige Unterstützer des Naturschutzes vor Ort
LBV-Jubilare: wichtige Unterstützer des Naturschutzes vor Ort

„Jahreshauptversammlung“ - das klingt in den Köpfen vieler Menschen zunächst nach Langeweile, drögen Tagesordnungspunkten und Abstimmungen. Doch dies ist bei der Jahreshauptversammlung der Aschaffenburger LBV-Kreisgruppe am 1. März überhaupt nicht der Fall: Es gibt viele kurze Vorträge über neue und laufende Projekte, die jeweils von den Projektleitern vorgestellt werden.

Mit bunten Bildern und lebendigen Erzählungen erfahren so die Mitglieder des Landesbunds für Vogelschutz, was schon alles bei der Initiative „Aschaffenburg summt“ passiert ist, dass das Gebäudebrüter-Projekt stetig wächst und nun schon erste Beratungen bei der Bevölkerung in Stadt und Land unternommen wurden. Interessant ist für den ein oder anderen auch das Goldbacher Nistkastenprojekt, wodurch nun verschiedene Vereine und Familien im Goldbacher Wald Nistkästen betreuen - oder die Kinderaktionen der Naturschutzjugend (NAJU), die „Aschaffenburg summt!“ auch an die Schulen bringen und immer mehr Kinder für die Natur begeistern. In Kahl entsteht zurzeit eine neue LBV-Kindergruppe - einer der Gruppengründer ist ebenfalls anwesend und nicht das einzige neue Gesicht.

Natürlich werden auch einige Mitglieder für ihre langjährige Unterstützung des Naturschutzes geehrt - und bekommen als Dankeschön kleine Präsente von Schlaraffenburger, der lokalen Streuobstinitiative, die ebenfalls aus einem LBV-Projekt entstanden ist. Ein Jubilar, der bereits seit 20 Jahren Mitglied ist, sorgt kurz für Verwunderung - er ist doch noch so jung! Ganz recht, er war eben bereits als Kind LBV-Mitglied - und bis heute schätzt er die Natur und hält sich gerne draußen auf, so wie auch die anderen Ehrungsteilnehmer. Eine Jubilarin ist Erika Seidl, die sich jahrzehntelang für den Biotop- und Artenschutz in Kahl eingesetzt hat und dort nun auch an der Gründung der neuen Kindergruppe beteiligt ist. Und last but not least die zweite Vorsitzende Ellen Kalkbrenner, die einst bei einer Werbeaktion vom LBV erfahren hat. „Ich bin das lebende Beispiel - auch normale Menschen, die einmal auf der Straße angesprochen wurden, können eines Tages Vorsitzende werden“, berichtet sie lachend.

Schließlich endet der offizielle Teil, auch wenn er alles andere als einschläfernd war, und die Veranstaltung löst sich in viele kleine Gespräche auf - sicher nicht minder interessant, auch für diejenigen, die heute zum ersten Mal dabei sind.

 

März 2018, Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel

Herrscher der Urzeit - Artensterben damals und heute

David präsentiert besondere Vorfahren unserer heutigen Tierwelt
David präsentiert besondere Vorfahren unserer heutigen Tierwelt

Das Artensterben verlief nie so rasant wie zurzeit. Doch welche Arten haben unsere Erde besiedelt, bevor die Menschen ihre Lebensräume zerstörten? Am 28. Februar berichtete der siebzehnjährige David Wolf bei seinem Vortrag mehr darüber.

Er präsentiert mehrere Vorgänger heutiger Tierarten auf der Erde mit so spannenden und wohlklingenden Namen wie „Pliosaurus funkei“. Hierbei handelt es sich um ein ausgestorbenes Meeresreptil. Viele weitere Beispiele von Tieren über die Jahrmillionen sorgen bei den Zuhörern für eine neue und erweiterte Sicht auf unsere Natur, deren Entwicklung so weit zurück reicht und sie so noch wertvoller erscheinen lässt.

 

Riesen-Saurier besiedelten einst den blauen Planeten, die meisten davon Fleischfresser, die für ihre Größe und Lebensweise den zu diesen Zeiten deutlich höheren Sauerstoffgehalt der Atmosphäre benötigten. Viele der damaligen Lebensformen waren in Wasser beheimatet. Es gab Riesenwale, die ein Vielfaches der heutigen Größe von Walen hatten. Riesen-Kalamare bevölkerten die Meere und - große Überraschung: Es gibt mindestens einen Kalamar mit 32 Meter langen Armen, der wohl noch heute existiert. Krokodile sind auch heute noch in mehr oder weniger unveränderter Form zu sehen, nur ihre Größe hat sich zum Teil verändert.

Lebensechte Zeichnungen verdeutlichten die Darstellung der Tiere. Abschließend zeigt David einen Animationsfilm, der die Zuschauer das Gruseln lehrt. Da sind die Teilnehmer doch froh, im Hier und Jetzt zu leben. Spontaner Applaus des Publikums dankt David für die Mühe und alle gehen beeindruckt nach Hause. David Wolf hat ihnen die vergangenen Zeiten nahe gebracht. Ein Vortrag zu einem besonderen Thema, das für die meisten so weit weg scheint, obwohl es ein Wegbereiter war für die Erde, wie wir sie heute kennen. Vielleicht kann das ein Beispiel dafür sein, die heute vorkommenden Tier- und Pflanzenarten zu schätzen und vor dem Aussterben zu bewahren.

 

Februar 2018, Bild: Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel

Nistkastenbau: Werkeln für die Vogelwelt

Drei fleißige Handwerkerinnen
Drei fleißige Handwerkerinnen

Vielstimmiges Hämmern, dann das Sirren eines Akku-Schraubers: In der Hefner-Alteneck-Schule wurde es laut am Freitag, den 23. Februar. Sechs Kinder waren am Werkeln und und mit tatkräftiger Unterstützung von Oma oder Eltern wurden ganz ansehnliche Häuser gezimmert. Und zwar für Vögel - noch ist es bitterkalt, aber schon bald beginnen die ersten Singvögel mit dem Nestbau. Diejenigen, die natürlicherweise in Baum- oder Felsenhöhlen nisten, sind dankbar für eine "Nisthilfe" in Form eines Kastens: Spatzen, Stare, Meisen und einige andere Vogelarten sind auf solche Angebote angewiesen, da sie nur noch selten natürliche Baumhöhlen finden.

Unter der Anleitung von Richard und Nico Kalkbrenner von der Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz und der Mithilfe des Jugendlichen Mohammed gab es viel zu tun: die vielen notwendigen Werkzeuge wie Akkuschrauber, Bohrer, Bits, Bleistifte, Hämmer, Scheren, Schraubzwingen und Maßbänder wurden auf jedem Arbeitsplatz im gepflegten Werkraum der Hefner-Alteneck Schule bereitgestellt. Danach bekam jede junge Naturfreundin auch den Bausatz mit vielen Holzteilen, Schrauben, Nägeln und Dachpappe auf den Tisch.

Die Kinder waren sehr motiviert und es war ganz schön was los. Da den Überblick zu behalten war nicht einfach. Richard und Nico Kalkbrenner erklären den begeisterten - aber auch ein bisschen überwältigten - Kindern die einzelnen Arbeitsschritte. Nach ca. 1,5 Stunden waren die ersten fertig und bald danach auch der Rest. Mohammed hatte in der Zwischenzeit auch die Beratung an einzelnen Tischen übernommen. 

Kurz vor Ende der 2,5 Stunden dauernden Veranstaltung kam Christine Stark, die verantwortliche Lehrerin der Schule und aktives LBV-Mitglied, um nachzuschauen, was denn die Gäste in ihrem Haus so alles anstellten.

Richard Kalkbrenner bedankte sich bei ihr nochmals für die großzügige Aufnahme. Alle trennten sich dann glücklich und zufrieden.

Die Vögel werden es den kleinen Handwerkerinnen sicher danken und die Kinder können im Garten oder am Balkon genau beobachten, wer denn in ihrem Kasten brütet. So warten noch viele spannende Natur-Beobachtungen auf sie, auch mitten in der Stadt. Das Thema Stadtnatur bildet einen der Schwerpunkte der Aschaffenburger LBV-Kreisgruppe und auch zum Thema Nistkastenbau wird es einen weiteren Termin an der Hefner-Alteneck-Schule geben. Große und kleine Handwerker sind dabei jederzeit gesucht und willkommen.

 

Februar 2018, Bild und Text: Richard Kalkbrenner

Summsumm, helau!

LBVler und Dammer Imker mit "AB summt"-Wagen
LBVler und Dammer Imker mit "AB summt"-Wagen

Trotz der kalten Temperaturen waren am Faschingssonntag außergewöhnlich viele Bienen unterwegs: Beim Aschaffenburger Fastnachtszug marschierten viele LBVler unter dem Motto „Aschaffenburg summt“ brummend durch die Straßen, angeführt von einer Riesenbiene auf dem eigenen Faschingswagen. Selbst der Oberbürgermeister Klaus Herzog schloss sich thematisch an und ging als Imker, gemeinsam mit dem Bürgermeister Jürgen Herzing und mehreren „Stadtbienen“. Neben dem LBV und der Stadt Aschaffenburg waren freilich auch die „richtigen“ Imker aus Damm dabei, die die dritte Partie der „AB summt“-Initiative bilden.

 

Aufgeschreckt wurden die Bienen dabei von Zeit zu Zeit durch eine Glyphosat-Flasche, verkörpert durch den LBV-Kreisvorsitzenden Richard Kalkbrenner. Ziel des großen Aufmarsches war es, auf das Insektensterben aufmerksam zu machen - und natürlich, mehr Menschen für das Aktionsbündnis „AB summt“ zu begeistern, sodass möglichst viele sich für unsere Bienen, Hummeln und Co. einsetzen.

Es flogen Honigbonbons in die Menge, es wurde viel gelacht - und so hat auch keine der Bienen gefroren. Das lenkt den Blick auf die derzeitige Lage im Bienenstock: Die Arbeiterinnen rücken eng zusammen, die Königin befindet sich in ihrer Mitte. Bei kalten Temperaturen zittern sie den Stock warm und bringen es dabei auf bis zu über 30 Grad Celsius. 

Eine Bienenkönigin hatte der LBV beim Fastnachtszug nicht dabei - wohl aber einen König! Der Leiter der „AB summt“-Initiative Daniel Feldmann dirigierte die restlichen Bienen mit Zepter in der Hand durch Aschaffenburgs Innenstadt. Unterstützt wurde die ganze Truppe durch Schlaraffenburger, die regionale Streuobstinitiative, die sich ebenfalls für unsere Insekten einsetzt. In den kommenden Monaten wird es viele weitere Termine und Aktionen für unsere Bienen geben - mehr erfahrt ihr unter www.aschaffenburg-summt.de! In diesem Sinne: Summsumm, helau!

 

Februar 2018, Bilder: Christoph Mischke, Harald Merget und Alex Vorbeck, Text: Judith Henkel

Kennenlernworkshop von "Aschaffenburg summt!"

Große Versammlung an Interessierten
Große Versammlung an Interessierten

Bei einem ersten Vernetzungstreffen fand auf Einladung des Aktionsbündnisses „Aschaffenburg summt!“ ein engagierter Ideenaustausch zwischen Aschaffenburger Organisationen und Vereinen zum Schutz von Wild- und Honigbienen statt. Das Aktionsbündnis, bestehend aus dem Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz der Stadt Aschaffenburg, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bienenzuchtverein Aschaffenburg-Damm, hat das Ziel, vielfältige Lebensräume für bestäubende Insekten bereitzustellen. Hierzu sollen möglichst viele Aschaffenburger Bürgerinnen und Bürger für das Projekt begeistert und zum Mitmachen animiert werden.

 

Rund 30 Interessierte aus Wirtschaft und Verwaltung, Kirche, Obst- und Gartenbauverein, Imkervereinen und Bildungseinrichtungen der Stadt waren zu dem Treffen gekommen. Sie alle eint ein Ziel: Sie wollen sich für eine insektenfreundliche Stadt einsetzen. 

Aus Berlin war dazu der Begründer der Initiative „Deutschland summt!“, Cornelis Hemmer, angereist. Er stellte die Initiative vor und berichtete, wie andere Städte das Thema angehen und welche Aktionen dort durchgeführt werden. 

 

Die Ansprechpartner des Aschaffenburger Aktionsbündnisses Daniel Feldmann (Landesbund für Vogelschutz), Hannah Diehl (Stadt Aschaffenburg) und Walther Peeters (Bienenzuchtverein Aschaffenburg-Damm) stellten bereits angelaufene Projekte vor: zwei Projekte haben auch schon außerhalb Aschaffenburgs Beachtung gefunden:

  • Auf dem Dach des Martinushauses wurden Honigbienenvölker angesiedelt. Das „Stadtbienenprojekt des Martinushauses“ hat beim Wettbewerb „Gutes Leben. Für alle!“ des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg hierfür einen Sonderpreis erhalten.
  • Die private Wirtschaftsschule Krauß hat an der Aschaff mit Unterstützung des städtischen Garten- und Friedhofsamtes einen Blühstreifen mit Insektennisthilfe angelegt. Mit diesem Projekt haben sie beim bayernweiten Wettbewerb „Wir tun was für Bienen" der Stiftung für Mensch und Umwelt den 2. Preis in der Kategorie „Kommunale Flächen“ gewonnen.

Im Jahr 2018 sind weitere Aktionen und Workshops geplant, darunter die Eröffnungsfeier der Umweltstation am 5. Mai auf dem Standortübungsgelände, die den Startschuss für die neue Saison „Aschaffenburg summt!“ gibt. Alle Veranstaltungen und weitere Informationen sind auf der Internetseite www.aschaffenburg-summt.de zu finden.

 

Februar 2018, Bilder: Richard Kalkbrenner, Text: Hannah Diehl

Biberführung im Schnee

Er friert sicher nicht bei den kalten Temperaturen, die am Sonntag, den 04. Februar in Stockstadt herrschen: der Biber, über den rund 35 Interessierte bei einer Führung der Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) mehr erfahren wollen. Dabei lassen sie sich auch vom Schneeregen nicht abhalten, der die Sicht etwas erschwert. Der Biber selbst lässt sich freilich nicht blicken, wohl aber seine Spuren. Bei einem Spaziergang an der Gersprenz entlang bis zum Freibad bestaunen die Anwesenden dort die Fraßspuren, die gefällten Bäume und die Biberburg. Viele von ihnen wissen noch nicht, dass der Biber wieder da ist. Der große Baumfäller war immerhin auch über 400 Jahre verschwunden. Nun breitet er sich jedoch bereits seit 18 Jahren am Untermain aus.

Der Biberbeauftragte Thomas Wolf erzählt vieles über die Lebensweise des Bibers. Schnell wird klar, dass der Biber ein echter Sympathieträger ist; die meisten empfinden ihn als „knuffiges Stofftier“. Dabei zeigen sich einige Teilnehmer sehr überrascht, als der Biberexperte ein echtes Tier zeigt: Bernd, ein ausgestopftes Männchen, das einst auf einer Straße überfahren wurde. Dass Biber solch eine Größe erreichen, hätten sie nicht erwartet - bis zu 30 kg können sie schwer werden. Hier kann er sogar angefasst werden: seine langen Zähne, die lebenslang nachwachsen, der platte Schwanz, Kelle genannt, und der dichte Pelz, der kein Wasser an die Haut lässt.

Allerdings kann der Pflanzenfresser auch Probleme verursachen und wird mancherorts nicht gern gesehen. An der Gersprenz gibt es zum Glück noch keine Stimmen, die den Biber „eliminieren“ wollen, wie es in Heigenbrücken der Fall ist. Regelmäßige Kontrollen durch das Wasserwirtschaftsamt und durch Biberbeauftragte wie Thomas Wolf helfen, Konflikten und daraus hervorgehendem Hass gegenüber Wildtieren vorzubeugen. Für die interessierte Truppe ist die Führung in jedem Fall spannend und bereichernd. Wo es möglich ist, verwandeln die Biber einheimische Fluss- und Bachabschnitte in wunderschöne Auen, ein stabiles Ökosystem mit einem hohen Artenreichtum. Die Führungsteilnehmer werden zukünftig sicher einen besonderen Blick auf die Fließgewässer in ihrer Umgebung werfen: vielleicht entdecken sie ja eine Biberrutsche, Biberspäne von angenagten Bäumen oder einen Staudamm, den der Bau- und Staumeister in stundenlanger Arbeit angelegt hat. Auch wenn dieser vielleicht nicht von Dauer ist.

Wer mehr vom Biber sehen möchte, findet hier einen Biber-Kurzfilm mit Jan Haft.

 

Februar 2018, Bilder: Andrea Kammer, Text: Judith Henkel

LBV-Neujahrsfeier

Gute Unterhaltung beim Neujahrsfest
Gute Unterhaltung beim Neujahrsfest

Am 18. Januar fand die Neujahrsfeier der Aschaffenburger Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz statt und viele aktive Mitglieder trafen sich bei einem leckeren Grünkohl-Buffet in Kempfs Partyküche in Kleinostheim.

 

Es ist beim LBV eher selten, dass die Naturfreunde tatsächlich einmal gemeinsam an einem Tisch sitzen. Meist sind die Biotop- und Artenschützer irgendwo in der Walachei unterwegs, oder bauen oder planen…

Deshalb ist die Neujahrsfeier ein ganz besonderer Abend, an dem sich die Aktiven austauschen oder einfach mal über etwas ganz anderes sprechen. Bei Schlaraffenburger-Getränken wird viel gelacht, doch auch Nachdenkliches und Erschütterndes berichtet - schließlich sind die Themen „Artenschwund“ und „Insektensterben“ im vergangenen Jahr sogar bis in die Tagesschau vorgedrungen.

Neben guten Gesprächen, einem kurzen Rückblick auf 2017 und einem Ausblick auf 2018 darf vor allem die selbstgeschriebene Neujahrsgeschichte nicht fehlen, die die zweite Vorsitzende Ellen Kalkbrenner unterhaltsam und kreativ erdacht hat und nun auch vorträgt. Diesmal geht es um eine Konferenz: Viele Tiere und selbst die Pflanzen treffen sich und klagen über all die Umweltprobleme und die Menschen, die ihnen das Leben schwer machen. Doch es gibt Hoffnung. Es gibt eine kunterbunte Truppe namens LBV, die sich für die Natur einsetzt. Nach und nach fällt allen ein, dass sie oder ihre Bekannten bereits einmal von einem LBVler Hilfe empfangen haben. 

Die schöne Geschichte kann allen Anwesenden ein Anreiz sein, sich weiterhin mit viel Freude für den Naturschutz einzusetzen, denn jede Population und jeder Lebensraum, die geschützt und erhalten werden können, sind ein Erfolg und von großer Bedeutung. 

Einige neue Gesichter sind ebenfalls dabei, denn in der wachsenden LBV-Gemeinschaft treffen viele Interessen, Altersgruppen und Hintergründe aufeinander. Die Stimmung ist gut und das Miteinander bereitet Freude. So kann es auch in diesem Jahr wieder tatkräftig weitergehen mit neuen Projekten, vielen Aktionen, vor allem aber vielen Menschen, die etwas bewegen möchten - für die Natur.

Hier könnt ihr Ellen Neujahrsgeschichte auch einmal hören.

 

Januar 2018, Bilder. Richard Kalkbrenner, Text: Judith Henkel

Vortrag: Dachwohnungen für Luftikusse

Im Rahmen des neuen LBV-Gebäudebrüter-Projekts schenkte der Frankfurter Mauersegler-Experte Ingolf Grabow am 20. Januar vielen Vogelfreunden zwei spannende Stunden: Er gab einen Einblick in die Welt der Mauersegler, deren Lebensweise und Besonderheiten. Darüber hinaus präsentierte er Tipps zu deren Schutz sowie praktische Hinweise zu Kartierungen und dem Vorgehen bei Baumaßnahmen. „Lebensnah geschildert und sehr beeindruckend“, beschrieb ein Teilnehmer die Schulung und zugleich auch die Lebensleistung von Ingolf Grabow. 

Die Mauersegler sind Künstler der Lüfte: Sie verbringen fast ihr gesamtes Leben im Flug, schlafen, fressen und paaren sich in luftigen Höhen und segeln jedes Jahr von ihren hiesigen Brutplätzen bis nach Afrika. Auf internationalen Konferenzen tauschen sich Mauerseglerfreunde verschiedener Kontinente über die Entwicklung der gefiederten Akrobaten aus. „Ein besonderer Brutplatz ist die Klagemauer in Israel“, erzählt Ingolf Grabow. Hier haben schon viele Völker und Kulturen ihre Spuren hinterlassen, und auch die Mauersegler sind Teil der Geschichte. „Jedes Jahr gibt es dort ein großes Fest, wenn die Mauersegler wiederkommen“, berichtet Herr Grabow weiter.

Dies ist freilich zu einer anderen Zeit als hier: In Aschaffenburg sind die Mauersegler von Anfang Mai bis Anfang August zu sehen, wenn sie mit lauten „Sriiieh“-Rufen über die Dächer und durch die Straßen zischen. Sie nisten gerne in Nischen unter dem Dach, die sie durch kleine Hohlräume erreichen. Da diese Nistmöglichkeiten durch Bau- und Sanierungsmaßnahmen jedoch immer seltener werden, helfen aktive Naturfreunde wie Ingolf Grabow ihnen mit geeigneten Nistkästen, die sie unauffällig an Gebäuden anbringen. Bis zum Jahr 2009 hatte Ingolf Grabow bereits unglaubliche 1000 Kästen an öffentlichen und privaten Gebäuden in Frankfurt installiert. Unterstützt wird er dabei von Freunden, Baugesellschaften, Stadtwerken, Kirchen, Schulen, der Feuerwehr und weiteren Ämtern und Privatpersonen. Eigentlich sind laut Bundesnaturschutzgesetz Störungen zu vermeiden und die Nistplätze der Gebäudebrüter zu erhalten - doch durch Unwissenheit gehen viele Nistplätze verloren.

In Aschaffenburg will sich der Landesbund für Vogelschutz wie Ingolf Grabow für die Gebäudebrüter einsetzen, mehr zu dem Projekt findet sich unter www.gebaeudebrueter-aschaffenburg.de.

Nach einer lebhaften Diskussion gingen die Teilnehmer beschwingt heim - in sehnlicher Erwartung der Mauersegler und der Schwalben, die den Frühling bringen.

 

Januar 2018, Bilder: LBV-Bildarchiv, Text: Judith Henkel


Familien und Kinder für Meise & Co.

Die fleißigen Familien und Gruppenleiter im Goldbacher Wald
Die fleißigen Familien und Gruppenleiter im Goldbacher Wald

Damit es im kommenden Frühjahr im Goldbacher Wald wieder zwitschert und singt, hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hunderte Nistkästen von den Vogelfreunden Goldbach übernommen. Betreut und gereinigt werden sie in Zukunft von drei Familien und zwei Goldbacher Vereinen: der Jugendgruppe der Katholischen jungen Gemeinde (KjG), den Löschzwergen und der Jugendfeuerwehr.

 

Am Sonntag, den 14. Januar, haben sich die Familien sowie die Gruppenleiter mit dem LBV zu einer Einführung in die Nistkastenpflege getroffen: Motiviert werden die Kästen von den Großen mittels einer Gabelstange vom Baum abgehängt und von den Kleinen inspiziert. Dann raten alle gemeinsam, um welches Nest es sich handelt. Ganz einfach ist es beim Kleiber: der kleine Vogel verklebt die Ränder und häufig auch das Einflugloch mit Lehm, sodass schon von außen erkennbar ist, wer in diesem Kasten gebrütet hat. Der Kleiber sorgt mit dieser Methode dafür, dass kein größerer Vogel mehr durch das Loch in den Kasten passt und schützt die Brut gegen Zugluft.

Doch auch anhand des Nistmaterials können die Vogelarten erkannt werden. Blau- und Kohlmeisen kleiden ihr aus Moos und kleinen Ästen bestehendes Nest gerne mit Tierhaaren und Federn aus, sodass die Jungen es schön weich haben. Emma, mit noch nicht einmal zwei Jahren die Jüngste im Betreuerteam, streichelt die flauschige Unterlage. „Das Nest ist bestimmt von einem Trauerschnäpper“, tippt die Truppe beim nächsten Kasten. Das Material aus Baststreifen und Gräsern sieht recht typisch aus. Im Lauf der nächsten Jahre werden die unterschiedlichen Familien und Gruppen sicher zu richtigen Experten heranwachsen. Dann kann ein erneutes Treffen mit einem Austausch über all die Entdeckungen stattfinden - auch Fledermäuse, Siebenschläfer oder Mäuse können in den Kästen hängen bzw. sitzen und für die ein oder andere Überraschung sorgen. Die Aschaffenburger Kreisgruppe des LBV freut sich über die rege Beteiligung und plant bereits, das Nistkastenprojekt zu verbessern und auszuweiten: in Zukunft können die Daten mit einer App erfasst werden, auch in anderen Gemeinden werden Nistkastenbetreuer gesucht und im Wald werden in Zukunft weitere Kästen für andere Vogelarten aufgehängt. Denn Leben braucht Vielfalt - und auch Eulen und andere Höhlenbrüter finden in unseren Wäldern häufig nicht mehr genügend natürliche Baumhöhlen. Deshalb sind sie auf Nisthilfen angewiesen - und die Betreuung der Kästen verbindet Kinder und Erwachsene mit der Natur.

 

Januar 2018, Bild: Steffen Pohl, Text: Judith Henkel